Meinung zu Windenergie
Leserbrief zu „Windräder in Tirol: Muss es sein?“
- hochgeladen von Florian Haun
Die Frage muss lauten „Warum nicht?“ Denn lokale, regenerative Energieversorgung bringt mehrere Vorteile, die in der meist unsachlichen Diskussion gerne vergessen werden.
Zuerst aber zum Wind-Artikel von Mag. Haun vom 12.02.2025: Die dort angeführten „Fakten“ zur Windenergie fallen leider in den Bereich Mythen. Ich habe dazu auch Fachleute vom TÜV Süd und vom Windanlagenhersteller Siemens Gamesa befragt. Diese weisen die angeführten Punkte zu Energieverbrauch, Rotorblattheizung oder Antrieb allesamt als „Falschaussagen“ zurück.
Weniger Gefühle mehr Fakten
Eine Windkraftanlage erzeugt während 20 Jahren Laufzeit bis zu 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird. Moderne Anlagen amortisieren sich energetisch in fünf bis maximal 12 Monaten. Versuchen Sie das mal mit einem Dieselaggregat.
Zudem würde ich mir Fragen zu Energie- und Materialverbrauch bzw. Umweltschutz bei allen Infrastrukturprojekten – von den Wasserkraft-Megabaustellen in Tirol bis hin zur Sanierung der Brennerautobahn – auch wünschen.
Die Vorteile für uns in Tirol
In der Diskussion um erneuerbare Energie – und Windkraft im Speziellen – wird gerne vergessen, dass wir uns in Tirol jährlich 2-3 Milliarden Euro für fossile Energieträger „leisten“. Oder anders gesagt: Jedes Jahr überweisen wir lokale Wertschöpfung für fossile Energieträger ins Ausland statt die regionalen Möglichkeiten zu nutzen.
Die Tiroler Windstudie zeigt, dass eine Handvoll Windprojekte hierzulande sinnvoll umgesetzt werden können, wovon auch lokale Gemeinden profitieren. Diese Projekte werden bei der UVP auf Herz und Nieren auch hinsichtlich der Anliegen der AnwohnerInnen geprüft.
Mit einem Mix aus bezahlbarer erneuerbarer Energie stärken wir den Standort, verringern wir die Importabhängigkeit und erhöhen die Sicherheit gegenüber von Preisschwankungen. Vor allem aber sorgen dafür, dass unser Lebensraum in Tirol in Zeiten der Klimakrise lebenswert bleibt.
Wenn nun Populisten gegen Windenergie mobil machen, muss man sie fragen: Was ist die Alternative? Weiterhin von Russland und arabischen Ländern abhängig sein? Wenn man für Tirol ist, muss es hießen: Unsere Energie für unsere Leut‘
Marlene Buchinger, MSc.
Ingenieurin für erneuerbare Energie
Leutasch
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