Internationaler Architekturpreis geht nach Oberkärnten

Sonja Hohengasser lehrt an der FH Spittal
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SPITTAL. Das junge Kärntner Architekturbüro Hohengasser Wirnsberger Architekten wurde bei der vierten Auflage des internationalen Architekturpreises „Constructive Alps“ für die Schaukäserei Kaslabn Nockberge mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

265 Einreichungen

Eine achtköpfige international besetzte Jury nominierte aus 265 Einreichungen die besten 30 Projekte. Die Auszeichnung wurde den beiden an der FH Kärnten unterrichtenden Lehrenden am 20. Oktober im Alpinen Museum der Schweiz in Bern feierlich überreicht.

Nachhaltiges Konzept

Vor knapp einem Jahr wurde die „Kaslabn Nockberge“ – Bioheumilch-Käserei in Radenthein eröffnet. Am letzten Freitag übergab die mit der Vergabe des „Constructive-Alps -Architekturpreises“ betraute Jury den Architekten Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger den zweiten Preis. Das Architekturteam überzeugte mit der umgesetzten Idee der Kaslabn Nockberge insbesondere durch ihr starkes sozial, kulturell und ökonomisch nachhaltiges Konzept sowie dem guten Verhältnis zwischen Suffizienz und gestalterischem Aspekt.

Bestätigung für Einsatz

Für die jungen Architekten Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger, die beide an der FH Kärnten auf dem Campus Spittal im Studiengang Architektur lehren, ist der Preis eine Bestätigung für zwei Jahre unermüdlichen Einsatzes für das Projekt. „Als kleines und junges Büro, Preisträger zu sein und unter den hochkarätigen KollegInnen mitzumischen, ehrt uns sehr und ist für uns vergleichbar mit einem Abfahrtssieg bei Olympia“, freut sich Hohengasser.
Diese Auszeichnung beweist, dass durch Engagement und Zusammenwirken aller Beteiligten Großes entstehen kann und dies im internationalen Vergleich standhalten kann. Die Kaslabn Nockberge ist seit ihrer Eröffnung im Dezember 2016 in Radenthein wichtiger Motor für die Region und somit nicht nur ein Vorzeigeprojekt hinsichtlich Planungskultur sondern vor allem positiver Vorreiter für Initiativen im ländlichen Raum. Bauherren und Architekten sind für die Schaukäserei auch für den Kärntner Holzbaupreis, den Kärntner Landesbaupreis und den Bauherrenpreis Österreich nominiert.

Zum Projekt Kaslabn Nockberge

Engagierte Bauern gründeten eine Genossenschaft, um für sich selbst bessere Lebensbedingungen zu schaffen und Qualitätsprodukte in und aus der Region zu erzeugen. Bürgerbeteiligung, der Standort und die Aufgabe von Wissensvermittlung stehen im Zentrum des Projekts. Diese bäuerliche Kultur gibt dem Gebäude Form, bekannte Elemente werden neu interpretiert, dem „eigenen” Material Holz wieder vertraut und durch den Bau und die Käseproduktion die regionale Wertschöpfung gestärkt.

Zum Preis „Constructive Alps“

„Constructive Alps“ will den Bogen über die Ländergrenzen hinweg spannen. Der Architekturpreis ist ein Beitrag zur Umsetzung der Alpenkonvention und Denkanstoß für ein gutes Leben in den Alpen. Nachhaltiges Sanieren und Bauen spielt hier eine bedeutende Rolle: In den Alpen verbrauchen private Haushalte genauso viel Energie wie der gesamte Verkehrssektor. Gesucht werden innerhalb dieses Architekturpreises besonders nachhaltige Sanierungen und Neubauten, die zwischen 2012 und 2016 in den Alpen fertiggestellt wurden. Zur Bewerbung eingeladen werden vor allem jene Architekten und Bauherren, die mit ihrem Objekt sowohl die ökologischen und ökonomischen, wie auch die sozialen und kulturellen Kriterien der nachhaltigen Entwicklung umgesetzt haben. Das Alpine Museum der Schweiz in Bern konzipiert eine Wanderausstellung zu den prämierten klimafreundlichsten Einreichungen. Der Katalog dazu ist als Sondernummer der renommierten Architekturzeitschrift «Hochparterre» erhältlich. Die Internationale Alpenschutzkommission Cipra begleitet „Constructive Alps“ fachlich und organisatorisch.

Zu den Personen

Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger arbeiten seit 2008 gemeinsam an Projekten, hauptsächlich im Kärntner Raum. 2017 Gründung der Hohengasser Wirnsberger Architekten ZTGmbH. Beide unterrichten an der FH Kärnten am Studiengang Architektur auf dem Campus Spittal und wurden bereits mehrfach mit Preisen für ihre Projekte ausgezeichnet.

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