Brauchtum
Maibaumtransporte nur mehr mit Begleitfahrzeug

Der Möllbrückner Maibaum wird heuer kleiner ausfallen müssen
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  • hochgeladen von Verena Niedermüller

LURNFELD (ven). Der Möllbrückner Maibaum wird heuer kleiner ausfallen als sonst. Grund ist eine Regelung für den Transport der Maibäume auf den Straßen. Die Möllbrückner Buam können sich diesen heuer nicht leisten. 

Transportbegleitung muss her

Aufgrund mehrerer Vorfälle im Vorjahr ist ein schon lang bestehendes Gesetz "scharf" gestellt worden, so Obmann Harald Hasslacher, der mit seinem Verein jährlich die Maifeier in Möllbrücke ausrichtet.
Die Polizei darf nun nicht mehr das Maibaumliefern, wie seit Jahrzehnten immer gehandhabt, begleiten. Laut Auskunft der Abteilung 7 des Landes Kärnten für Sondertransporte müsste nun eine Transportfirma beauftragt werden, den Maibaumtransport als Sondertransport mit Begleitfahrzeugen durchzuführen. "Dies wäre jedoch mit hohen Kosten in der Höhe von rund 3.000 Euro verbunden und für einen kleinen Brauchtumsverein nicht finanzierbar. Das erwirtschaften wir ja nicht mal bei der Maifeier herein, wo wir eigentlich für neue Kleidung für unsere Vereinsmitglieder hinarbeiten", sagt er.

Polizei müsste verrechnen

Albert Kreiner (Abteilung 7) zur WOCHE: "Das Gesetz gibt es schon lange, das besagt, dass Transporte mit einer Überlänge - ab zwölf Metern - eine Transportbegleitung brauchen. Diese sollen ja die Polizei entlasten. Auch Weihnachtsbäume fallen in diese Regelung." Denn laut Kreiner müsste die Polizei die Transporte ja auch verrechnen. Die Transportbegleitung wird auch bescheidlich vorgeschrieben. "Sollte der Brauchtumsverein mit der örtlichen Polizei sprechen und diese drücken ein Auge zu, ist das rechtlich eigentlich nicht in Ordnung", erklärt er. 

Anfrage an Landtag

Auch Hannes Micheler vom Bezirkspolizeikommando findet die Regelung "für das örtliche Miteinander recht ungeschickt", man müsse sich aber dennoch an Gesetze halten. Seines Wissens nach habe die Landespolizeidirektion eine Anfrage an den Kärntner Landtag gestellt, wie man künftig mit Brauchtumsveranstaltungen und Transporte umgehen solle.

Kleinerer Maibaum

Heuer haben sich die Volkstanz- und Schuhplattlergruppe Möllbrückner Buam - schweren Herzens - dazu entschlossen, einen kleineren Maibaum aufzustellen, für dessen Transport man keine eigene Genehmigung und eine externe Firma benötigt. Mit einem Zettel dazu, der die Sachlage erklärt. "Es würde sich beim Transport um eine Strecke von rund sieben Kilometern - von der Lendorfer Höhe bis nach Möllbrücke - handeln. Der Maibaum war immer rund 30 Meter hoch, heuer wird er nur klein ausfallen."
Gemäß den Spruch auf der Vereinsfahne: "Sitten und Bräuche der Alten wollen wir erhalten" lebe die Schuhplattlergruppe seit 55 Jahren Kultur und Brauchtum mit dem Verein. "Schade, dass durch solche Maßnahmen die Freude am Brauchtum und an der Vereinsarbeit allerdings nun gemindert und erschwert wird", so Hasslacher.

Der Möllbrückner Maibaum wird heuer kleiner ausfallen müssen
Der Obmann Harald Hasslacher der Möllbrückner Buam findet es schade, dass Brauchtumsveranstaltungen immer mehr erschwert werden

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