18.08.2016, 06:30 Uhr

"Die Ansiedelung ist nicht zu verhindern"

Der Wolf steht unter Naturschutz, gefährdet aber Tiere auf den Almen (Foto: mev.de)

Bezirksjägermeister Franz Kohlmayer über das Gefahrenpotenzial des Wolfes im Oberkärntner Raum.

BEZIRK SPITTAL (schön). Nachdem Almbewirtschafter vor der Gefahr des Wolfes - vor allem in Bezug auf Rudelbildung - warnen (Mehr zu diesem Thema) und sich auch Naturschutzbeirat Erich Auer zu Wort gemeldet hat (Mehr dazu hier), haben wir nun Bezirksjägermeister Franz Kohlmayer um seine Stellungnahme gebeten.

Einzeltiere: Weniger Schaden

Auf die Frage, wie er das Gefahrenpotenzial des Wolfes speiziell in Oberkärnten einschätze, antwortet Kohlmayer: "Meine Meinung ist, dass sich Großraubwild im Oberkärntner Raum nicht ansiedeln soll, was aber in einzelnen Fällen nicht zu verhindern sein wird." Das Gefahrenpotenzial schätze er dennoch nicht extrem hoch ein, denn: "Einzeltiere werden vielleicht nicht so großen Schaden anrichten."

Rudelbildung ist Katastrophe

Nach ihm wären Rudelbildungen eine Katastrophe für die Almwirtschaft. "Und natürlich für die gesamten Haustiere wie Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde." Auch würden Tourismus und Erholungsraum beeinträchtigt werden. "Almen würden verwildern, da das Almvieh nicht mehr aufgealmt werden kann."

Schutzmaßnahmen seien schwierig

Und wie könnte man laut Kohlmayer Schutzmaßnahmen schaffen? "In unserer alpinen Gegend ist das kaum durchführbar, da eine durchgehende Zäunung kaum möglich ist." Herdenschutzhunde und Hirten seien viel zu teuer (derzeit 195 Euro pro Schaf und Saison).
"Zudem sind Herdenschutzhunde unberechenbar und würden eine Gefährdung von Mensch und Tier darstellen", betonz Kohlmayer.
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