03.10.2017, 09:15 Uhr

"Ich hatte Angst, er stirbt"

Hohes Fieber bei Kindern kann gefährlich werden. (Foto: Archiv)

Mutter musste lange Zeit die Fieberkrämpfe ihres Sohnes mitansehen - die Hilflosigkeit immer im Nacken.

ST. PÖLTEN. Wenn die Temperatur rasch ansteigt, das Kind die Augen verdreht und es plötzlich bewusstlos wird, ist es für Daniela Mayer (Name von Redaktion geändert) klar - ihr Sohn Tobias hat einen Fieberkrampf. Beim ersten Mal war es für sie ein extremer Schock und auch die darauffolgenden Krämpfe sind ihr in Erinnerung geblieben. "Der erste Fieberkrampf ist schlimm. Man fühlt sich hilflos und glaubt, das Kind stirbt. Auch bei den weiteren Vorfällen war immer diese Hilflosigkeit dabei. Doch am schlimmsten ist die Angst vor dem nächsten Fieberkrampf beziehungsweise vor jeder Krankheit, wo Fieber mit dabei ist", erzählt uns die Mutter. Anfang Jänner besuchten die beiden zum ersten Mal eine Homöopathin und Energetikerin. "Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, dass es nichts bringt", gibt Mayer zu. Insgesamt drei Sitzungen hatten sie, die "nicht gerade billig waren". Die Homöopathin verschrieb dem Vierjährigen eine Kur, die er insgesamt vier bis fünf Monate durchführen musste. "Seither hatte er keinen Fieberkrampf mehr."

Naturheilkunde im Trend

Den Wunsch der Bevölkerung nach natürlichen Heilmitteln spürt auch Anita Seehofer. Die Naturheiltherapeutin und Energetikerin hat im "Haus Augenblick" an der St. Pöltner Traisenpromenade ihre Naturheilpraxis sowie ihren Naturladen. Gerade bei ihren "Offenen-Haus-Tagen“ mit kostenlosen BioScan-Austestungen sammeln sich Menschenschlangen und so manche kommen sogar von anderen Bundesländern. Alles was sie in 30 Jahren Berufserfahrung vertreibt, hat sie auch bereits selbst getestet. "Ich lebe selber vor, was ich Menschen weitergebe, darauf lege ich sehr viel Wert", so die Energetikerin. "Für alle Probleme gibt es eine Lösung, man muss sie nur finden", ist sich Seehofer sicher.

Der Fieberkrampf

Die Bezirksblätter fragten bei Michael Stolz, Arzt für Allgemeinmedizin aus Rabenstein, nach, was es zum Thema Fieberkrampf zu wissen gilt. "Grundsätzlich sind alle erstmals auftretenden Anfälle mit Bewusstseinsverlust im Kindesalter potentiell gefährlich. Sie erfordern eine aktive Notfallsbehandlung. Die meisten Anfälle, die nach dem ersten Ereignis fachärztlich abgeklärt wurden, sind aber sogenannte Fieberkrämpfe. Ein Fieberkrampf ist ein in der frühen Kindheit in Verbindung mit einer fieberhaften Erkrankung auftretender epileptischer Anfall. Er äußert sich in der Regel mit einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und rhythmischen Zuckungen der Muskulatur. Eine andere organische Ursache für epileptische Anfälle muss ausgeschlossen worden sein. Sie dauern nur kurz (weniger als 4 Minuten) und enden spontan. Die Eltern erleben den Fieberkrampf als dramatisches Ereignis", so Stolz. Es sei wichtig, über die geringe Gefährlichkeit und die gute Prognose solcher Anfälle aufzuklären, denn bei 20 bis 30 Prozent der Kinder, die Fieberkrämpfe hatten, würden solche auch bei einer erneuten fieberhaften Krankheit wieder auftreten. "Die meisten Fieberkrämpfe enden ohne weiteres Zutun. Eltern sollen bezüglich der Erstmaßnahmen bei Krampfanfall beraten werden. Falls die erste Dosis des Notfallmedikaments keine Veränderung bewirkt oder wenn sich das Kind nicht zügig vom Fieberkrampf erholt, muss es mit ärztlicher Begleitung ins Krankenhaus eingewiesen werden", erklärt Stolz abschließend.

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