Von Kärnten in die weite Welt
Wie der Nikolo nach Kanada kam
- Familie Pirker und Familie Colfe feiern Weihnachten, wie sie es von zu Hause in Kärnten kennen.
- Foto: Privat
- hochgeladen von Astrid Siebert
Roland Pirker aus Friesach wanderte vor über 30 Jahren mit seiner Frau Burgie Pirker, geb. Klaura aus Klagenfurt nach Kanada aus.
FRIESACH, OTTAWA. Als Auslandskärntner ist es der Familie Pirker in ihrer neuen Heimat wichtig, die heimischen Bräuche weiterzuleben. Vor allem zu Weihnachten halten Sie die Bräuche hoch. Mein Bezirk St. Veit hat nachgefragt, wie fern der Heimat gefeiert wird.
Wo verbringen Sie Weihnachten? In der neuen oder in der alten Heimat?
Seit unserer Ankunft in Kanada feiern wir Weihnachten, wie wir es in unserer alten Heimat gefeiert hatten. Am 20. Dezember, fahren wir, die Großeltern, mit den Enkelkindern am Nachmittag zu einem öffentlichen Bauernhof, wo wir unseren eigenen Weihnachtsbaum, einen Fichtenbaum von zwei bis drei Meter finden und diesen dann schneiden dürfen. Meistens liegt zu dieser Zeit schon viel Schnee am Boden, welcher der Suche nach dem richtigen Baum einen speziellen Reiz gibt. Am 24. Dezember bringt das Christkind unseren Weihnachtsbaum, welcher mit vielen Kerzen beleuchtet ist, was normalerweise in den kanadischen Holzhäusern wegen Brandgefahr nicht getan wird. Die meisten Kanadier stellen ihren künstlichen Weihnachtsbaum bereits am 1. Dezember auf, welcher mit färbigen elektrischen Lichtern ausgestattet ist und dieser steht dann bis Ende Dezember im Wohnzimmer. Für die kanadischen Kinder kommt der Santa Claus am 25. Dezember, während der Nacht, rutscht er durch den Kamin ins Zimmer, um die Strümpfe der Kinder, welche am Kamin hängen, mit Süßigkeiten zu füllen.
Wie verbringen Sie den Heiligen Abend?
Unsere Familie, Kinder und Enkelkinder, treffen sich am Heiligen Abend in unserem Haus. Dort warten, speziell die Kinder, auf das Signal vom Christlkindl, in diesem Falle Opa, der den Baum ganzen Tag geschmückt hat. Nun hat er noch Zeit Kerzen und Sternspritzer anzuzünden. Dann läutet er ein Glöcklein, ein Zeichen für die Kinder, dass sie endlich eintreten dürfen, um den Weihnachtsbaum zu bewundern. Nachdem die Geschenke verteilt wurden und das Essen, ein Wienerschnitzel vom Huhn anschließend von allen konsumiert wurde, gehen wir gemeinsam zur Christmette, um den Abend christlich zu beenden.
Gibt es einen Brauch/ein Ritual aus Kärnten, den/das Sie in der neuen Heimat feiern?
Seit 31 Jahren widme ich mich als Präsident der „Österreichischen Gesellschaft Ottawa“ der Vernetzung der Einwanderer und dem Erhalt der heimischen Bräuche. Das Mitgliedsalter unserer Einwanderer liegt zwischen 80 und 90 Jahren und diese Menschen haben ein besonderes Bedürfnis, ihren Lebensabend mit Bräuchen der Kindheit zu feiern. Nachdem die Zahl unserer österreichischen Einwanderer zurückgegangen ist, haben wir die Türen auch für andere EU-Länder aufgemacht. Anfang Dezember hält unser Verein seine Adventfeier, wo der Nikolo und Krampus unsere Mitglieder mit ihrem Besuch überrascht. Da der Nikolo schon etwas älter ist, hat er dem Krampus aufgetragen, in seinem Namen jedem Mitglied ein Krampussackerl zu überreichen. Diese Krampussackerl kommen aus Kärnten und sind mit österreichischen Spezialitäten gefüllt. Sie finden bei jedem Mitglied großen Anklang.
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