Josef Zleptnigs Privatsammlung
Wo Vergangenes ein Zuhause findet
- Josef Zleptnig bewahrt Altes vor dem Verfall. Bauernhaus, Troadkast und selbst eine alte Dörrhütte hat er an anderen Orten abgebaut und bei Pulst wieder aufgebaut.
- Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
- hochgeladen von Astrid Siebert
In jahrelanger Handarbeit schuf Josef Zleptnig oberhalb von Pulst in der Marktgemeinde Liebenfels ein liebevolles Zuhause und hält damit die Erinnerung an längst vergangene Zeiten hoch.
LIEBENFELS. Das Bauernhaus in dem Zleptnig seit rund 20 Jahren wohnt stand ursprünglich am Kraigerberg. Dort hat er es gemeinsam mit seinem Bruder Hannes vor etwa 45 Jahren vor dem Abriss bewahrt, in mühevoller Arbeit abgebaut und am elterlichen Grund oberhalb von Pulst wieder aufgebaut. „Es war mir immer schon wichtig, alte Sachen nicht einfach zu entsorgen sondern weiterzuverwenden“, erklärt Josef Zleptnig beim Rundgang durch das liebevoll eingerichtete Haus, „und wenn etwas kaputt ist, repariere ich es einfach.“
- Das Bauernhaus wurde am Kraigerberg abgetragen - dort sollte es abgerissen werden.
- Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
- hochgeladen von Astrid Siebert
Vom Metnitztal ins Glantal
Handwerklich begabt war der gebürtige Pulster schon immer: „Das hab ich bei unserem Vater gelernt, er war Bauer und hat alles selbst gemacht. Sogar die Nägel, die er verwendet hat, wurden selbst geschmiedet.“ Davon sind noch viel Zeugnisse übrig, die Zleptnig gemeinsam mit zahlreichen anderen Schätzen aus längst vergangener Handwerkszeit im Troadkastn, der neben dem Haus steht, aufbewahrt. Auch dieses kleine Häuschen wurde vor dem Verfall bewahrt, es stand ursprünglich im Metnitztal und sollte dort abgerissen werden.
- Der Troadkastn stand ursprünglich im Metnitztal.
- Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
- hochgeladen von Astrid Siebert
Persönliche Erinnerungen
Zu den meisten Gegenständen im Troadkastn weiß Josef Zleptnig eine Geschichte zu erzählen. Dabei kommen einige Dinge zum Vorschein, bei welchen man als Besucher gar nicht weiß wozu sie von unseren Vorfahren verwendet wurden. Dazu zählen nicht nur verschiedene Werkzeuge, auch eine der ersten Kaffeemaschinen, ein Schnellkochtopf oder ein Eiskasten, der ein Vorläufer eines modernen Kühlschrankes war, zählen dazu. Einige Ausstellungsstücke sind aus dem privaten Fundus der Familie Zleptnig, viele andere sind über die Jahre von verschiedenen Quellen hinzugekommen. Neben dem Troadkastn hat der rührige Rentner, er hat über 30 Jahre als Techniker für die Firma Philips gearbeitet, auch eine alte Dörrhütte vom Lorenziberg wieder aufgebaut und einen Erdkeller geschaffen. Dessen Eingangstür ist natürlich keine moderne Tür – sie stammt vom Dominikanerkloster in Friesach.
- Den Erdkeller hat der rüstige Rentner auch selbst gebaut.
- Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
- hochgeladen von Astrid Siebert
Weitere Beiträge aus der Region
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.