Glan am untersten Limit
Extreme Hitze setzt heimischen Fischen zu
Wochenlange Trockenheit, ausbleibender Regen und immer höhere Temperaturen bringen die Gewässer in Kärnten zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Wenn sich die Trockenperioden weiter verlängern, drohen nicht nur den Fischen, sondern dem gesamten Ökosystem schwerwiegende Folgen.
ST. VEIT. "Die Fische sind derzeit enormem Stress ausgesetzt“, erklärt der Fischereiverwalter der Stadt St. Veit für Glan und Wimitz sowie Mitglied des Fischereiausschusses Philipp Subosits. Die Wasserstände sinken stetig, gleichzeitig erwärmen sich die Bäche immer stärker.
Derzeit sei die Situation angespannt, aber noch nicht dramatisch. „Die Fische kämpfen, nehmen aber noch keinen Schaden“, so Subosits im Gespräch mit MeinBezirk. "Entscheidend wird sein, ob in den kommenden Wochen endlich ergiebige Niederschläge einsetzen."
"Unterstes Limit"
Besonders deutlich zeigt sich die Lage an der Glan: Der Durchfluss beträgt aktuell lediglich rund 850 Liter pro Sekunde – der niedrigste Wert seit rund 35 Jahren. „Das ist das absolut untere Limit“, betont Subosits. Ein weiteres Problem stellt die Entwicklung der kleineren Seiten- und Quellbäche dar: „Wenn diese Zuflüsse versiegen, verschwinden wichtige Kleinstlebewesen wie Mückenlarven, Steinfliegenlarven oder andere Wasserinsekten, die die Nahrungsgrundlage vieler Fischarten bilden. Damit gerät das gesamte Gewässerökosystem aus dem Gleichgewicht."
Steinkrebs unter Druck
Durch die niedrigen Wasserstände könnte der heimische Steinkrebs weiter flussabwärts verdrängt werden – genau in jene Bereiche der Glan, in denen sich bereits der invasive Signalkrebs ausgebreitet hat. Dieser gilt als große Bedrohung, weil er die für heimische Flusskrebse tödliche Krebspest überträgt. Der Signalkrebs kommt bereits in der Glan, der Gurk und der Drau vor – "Eindämmungsversuche gibt es natürlich."
Beschattung entlang der Glan
Um den Auswirkungen der Hitze entgegenzuwirken, wurden entlang der Glan bereits umfangreiche Uferbepflanzungen vorgenommen. Bäume und Sträucher spenden Schatten und verhindern, dass sich das Wasser zu stark aufheizt. „Jeder Grad weniger hilft“, betont Subosits. Denn mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt – und genau dieser ist für Fischarten wie Äsche oder Huchen überlebenswichtig. Zusätzlichen Sauerstoff bringen vor allem die Zuflüsse, da sie das Wasser aufwirbeln.
Ob sich die Situation entschärft, hängt nun vor allem vom Wetter ab.
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