Leserbrief
Haaß’ is’s - und wir bauen Straßen!
- Foto: MB
- hochgeladen von Marion Meßthaller
Walter Schrögendorfer aus Steyr meint, dass es keine neue Straßen braucht, sondern eine klimaangepasste Stadtentwicklung, mehr Radinfrastruktur und einen autofreien Stadtplatz.
Österreich zählt zu den von der Veränderung des Klimas besonders betroffenen Regionen Europas. Die Temperatur hat sich seit 1900 im Mittel um 3,1 Grad verändert. Wir spüren seit Jahren die Auswirkungen durch extreme Wetterereignisse wie lebensbedrohliche Hitze, Dürre, Starkregen und Hagel, Überflutungen, Murenabgänge, Flächenbrände usw.
Es ist verantwortungslos, den Verkehr mit zusätzlichen Straßen gestalten zu wollen und für sinnlose Straßenprojekte die Treibhausgasemissionen weiter anzuheizen, den Grüngürtel zu zerstören und beste Agrarflächen zu opfern, die Argumente dagegen lassen sich beliebig fortsetzen. Die geplante Steyrer Westspange ist ein Projekt von vorgestern.
Mittlerweile haben sich die Bedingungen dafür grundlegend verändert. In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels, der hemmungslosen Versiegelung unserer Böden, braucht es keine neuen Straßen, sondern mutige Strategien für eine klimaangepasste Stadtentwicklung.
Viele Städte Europas reagieren schon längst auf den Klimawandel und versuchen, mit intelligenten Lösungen und Visionen des Leben für ihre Bewohner zukunftsorientiert zu gestalten. Mit den ersparten Millionen ließe sich auch Steyr Klimafit machen. Zum Beispiel durch eine flächendeckende, attraktive, sichere Radinfrastruktur, Tempo 30 im ganzen Stadtgebiet, einen autofreien und klimaangepassten, begrünten Stadtplatz. Vor allem könnten auch jene unterstützt werden, die am wenigsten zu den Klimaschäden beitragen, nämlich die Haushalte mit niedrigen Einkommen.
Walter Schrögendorfer, Steyr
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