Vorsicht, Radfahrer
Mehr Rücksicht statt Revierkampf auf Straßen in Steyr & Steyr-Land

Andreas Gindlhumer ist drei- bis viermal pro Woche mit dem Rennrad unterwegs, hier am Weg nach Kürnberg.
  • Andreas Gindlhumer ist drei- bis viermal pro Woche mit dem Rennrad unterwegs, hier am Weg nach Kürnberg.
  • Foto: W. Menzel
  • hochgeladen von Lisa-Maria Auer

Radfahren ist beliebter denn je, E-Bikes sind auf der Überholspur. Im Alltag fehle es oft an Rücksicht.

STEYR & STEYR-LAND. STEYR & STEYR-LAND. Matthias Hohlrieder hat genug vom Ärgern. Jede Woche spult der Ternberger 15 Trainingsstunden auf dem Rennrad ab. Früher war er häufig auf der Dürnbachstrecke unterwegs, aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens mittlerweile lieber etwas abseits. Zu brenzligen Situationen mit Kfz-Lenkern, die zu wenig Seitenabstand einhalten, komme es andauernd.
Grundsätzlich gelte beim Überholen ein Abstand von einem Meter plus der Geschwindigkeit in Zentimeter. Bei Tempolimit 50 im Ortsgebiet bedeutet das also 1,5 Meter Abstand.
Hohlrieder wünscht sich mehr Rücksicht und warnt vor der zunehmenden Abgelenktheit vieler Autolenker. „Wenn etwas passiert, ist es beim Auto ein Blechschaden. Beim anderen geht's um das Leben.“ Hohlrieder findet, im Winter sogar besser wahrgenommen zu werden: „Es scheint, als nehme das Aggressivitätsniveau mancher Autolenker exponentiell mit jedem Radfahrer zu.“

Im Training nebeneinander fahren

Was viele nicht wissen: Rennradfahrer dürfen auf der Straße nebeneinander fahren, solange sie die Fahrbahnhälfte nicht überschreiten. Allerdings gilt das nur zu Trainingszwecken (mehr im Infokasten unten). Gerade für Fahrschüler sind diese Gruppen von Radfahrern aber sehr schwer einschätzbar, wie Joachim Steininger, Fahrschulinhaber und Vorsitzender der oö. Fachvertretung der Fahrschulen, weiß: „Eine Gruppe Rennradsportler ist anhand ihrer Breite und ihrer doch hohen Geschwindigkeit eigentlich wie ein mehrspuriges Fahrzeug zu handhaben.“
Der Fahrschulchef aus Steyrer kritisiert, dass Radfahrer für manche Autolenker offenbar nicht als vollwertige Verkehrsteilnehmer gelten: „Sie erhalten kaum Beachtung, und werden eher geschnitten als großzügig überholt. Es ist gefährlich“, findet Steininger.

Äußersten Fahrbahnrand benutzen

Sportler Andreas Gindlhumer aus Steyr nutzt das Rennrad neben dem Training auch regelmäßig als Fortbewegungsmittel zum Arbeitsplatz nach Bad Hall. Der Steyrer ist am liebsten allein unterwegs.
Er achte darauf, möglichst vorausschauend zu fahren und sich am äußerst rechten Fahrbahnrand zu bewegen. Dann gebe es auch kaum Probleme. „Eher ärgere ich mich, wenn dann andere Radfahrer, die glauben, partout auf ihr Recht beharren zu müssen, Autolenkern das Überholen erschweren.“

Mehr zum Thema

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gelten für Radfahrerunter anderem diese Regeln:

  • Ist eine Radfahranlage vorhanden, ist diese zu benützen. Ausnahme: Rennradfahrer dürfen bei Trainingsfahrten nebeneinander fahren, sofern der rechte Fahrstreifen nicht überschritten wird.
  • Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt 30 km/h.
  • Von Radfahrern nicht befahren werden dürfen: Gehsteige, Gehwege (für Fußgänger bestimmter Teil eines getrennten Geh- und Radweges), Autobahnen und Autostraßen.

Mehr dazu erfahren Sie im Rechtsinformationssystem (RIS) auf ris.bka.gv.at

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