Pendler fordern den Ausbau der Öffis

Johann Kalliauer (li.), Präsident der Arbeiterkammer OÖ, mit dem Steyrer AK-Chef Klinger.
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  • hochgeladen von Sabine Thöne

STEYR, STEYR-LAND. Mit einem dicken Bündel Unterlagen im Gepäck traf der oö. Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer vergangene Woche in Steyr ein. Der schwer wiegende Inhalt: die Ergebnisse der großen Pendlerbefragung in Betrieben, an Kreuzungen und Bahnhöfen im Frühjahr.

3300 Pendler wurden um ihre Meinung gebeten, die Resonanz war groß. Jeder fünfte Befragte machte mit (653 Personen). „Eines der überraschenden Ergebnisse ist, dass die Öffi-Pendler deutlich zufriedener als die Autofahrer sind“, berichtet AK-Präsident Kalliauer.

Der Stellenwert des Öffentlichen Verkehrs in Steyr ist im Vergleich zur Befragung im Jahr 2008 gestiegen. Der Aussage „Der Pkw bietet so viele Vorteile, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht gegen ihn bestehen können“ stimmten damals 51 Prozent zu, heuer waren es nur noch 42 Prozent.
Laut Kalliauer wünschen sich 41 Prozent aller oö. Pendler den Ausbau von Straßen, hingegen 83 Prozent aller oö. Pendler mehr Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Selbst 75 Prozent der Pkw-Pendler drängen auf eine Offensive im Öffentlichen Verkehr. „Das ist eine Botschaft an die Politik, noch mehr Schwerpunkte in diesem Bereich zu setzen“, sagt der AK-Chef. In Steyr sei der „Fanclub der Autofahrer“ relativ groß, das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel müsse noch attraktiver gestaltet werden.

Dringender Handlungsbedarf sei in Sachen Pendlerpauschale gegeben. 84 Prozent der Befragten fordern statt der Pauschale eine Abgeltung, die nicht vom Einkommen, sondern von der Entfernung abhängt. „Das derzeitige System ist äußerst ungerecht, eine Änderung ist überfällig“, betont Kalliauer. Er hofft auf eine Gesetzesänderung bis zum Jahr 2014.

ZUR SACHE:
Steyr hat rund 40.000 Einwohner und bietet etwa 19.000 Arbeitsplätze, davon entfallen 43 Prozent auf Einheimische und 57 Prozent auf Pendler. Die Hälfte der Steyrer Arbeitnehmer pendelt in andere Gemeinden aus, rund ein Viertel davon nach Linz.

Als Hauptgründe für das Pendeln nannten viele Befragte das geringe Arbeitsplatzangebot am Wohnort und das hohe Lohnniveau in Steyr.

Die durchschnittliche Entfernung vom Wohn- zum Arbeitsplatz beträgt in Steyr 21,5 km (Öffentlicher Verkehr: 32 km, PKw: 19,5 km).

Die Öffis punkten in der aktuellen AK-Umfrage mit Stressfreiheit, Bequemlichkeit und Preisvorteil. Mit 148 Euro wenden die Pkw-Pendler im Durchschnitt pro Monat fast doppelt so viel Geld auf wie die Benützer von Öffis (82 Euro).

Vereinzelt erhalten Pendler in Steyr einen Fahrtkostenersatz vom Dienstgeber.

Mehr Info zur Pendlerbefragung auf http://www.arbeiterkammer.com

Autor:

Sabine Thöne aus Steyr & Steyr Land

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