In der Krise
BMD Systemhaus GmbH setzt auf Vernetzung

Geschäftsführer Markus Knasmüller.
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Markus Knasmüller übernahm Geschäftsführung des österreichischen Spezialisten für betriebswirtschaftliche Software.
STEYR. „Die derzeitige Krise verdeutlicht die großen Digitalisierungspotenziale der Unternehmen“, erklärt der neue Geschäftsführer der BMD Systemhaus GmbH aus Steyr, Markus Knasmüller, anlässlich der Vorstellung vor heimischen Medienvertretern. „Schon jetzt ist zu erkennen, dass Digitalisierung und intelligente Vernetzung helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der derzeitigen Pandemie zu mindern. Vernetzung ist also angesagt.“

Wo noch viel Digitalisierungspotenzial vorhanden ist

Bei Steuerberatern - einer der wichtigsten Kundengruppen von BMD - vermerkt Knasmüller noch allerhand Digitalisierungspotenzial. „Pauschal kann man aber nicht sagen, dass bei den Unternehmen ein Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Digitalisierungsgrad festzumachen ist. Fakt ist, dass von unseren Klienten noch viele Softwartetools der BMD nicht genutzt werden, auch daher bieten wir in der BMD Akademie – einer der größten privaten österreichischen Weiterbildungsinstitutionen – eine umfassende Palette von Schulungsmaßnahmen an.“ Bei Unternehmen ist der Digitalisierungsgrad bei betriebswirtschaftlicher Software etwas besser einzustufen als bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Wenngleich er dort sicherlich massiv von der Unternehmensgröße abhängt.
Mehr Vernetzung zwischen Steuerberatern und Unternehmen
Zukünftig will Knasmüller die große Stärke von BMD – die Unterstützung des Zusammenspiels von Steuerberatern und Unternehmen - noch weiter ausbauen. BMD Com wird schon jetzt von diesen beiden Kundengruppen gut angenommen. Geplant ist dennoch der Ausbau der angebotenen Programmpalette von BMD für Steuerberater und Unternehmen. Dazu Knasmüller „Beispielsweise arbeitet BMD derzeit an einem einfachen Fakturierungsprogramm, der Faktura Com, das es den Mandanten ermöglicht, die Rechnung gleich auf der digitalen Umgebung des Steuerberaters zu verfassen. Der Steuerberater wiederum kann automatisch die Rechnung direkt verbuchen sowie den Mahnlauf organisieren.“

Elektronische Rechnung hat sich im B2B noch nicht durchgesetzt

Als starkes österreichisches Manko ortet Knasmüller den geringen Einsatz der elektronischen Rechnung zwischen den Unternehmen. „Offensichtlich hat es sich in vielen Unternehmen noch nicht herumgesprochen, dass eine E-Mail mit einem PDF- Anhang noch keine elektronische Rechnung ist“, erläutert Knasmüller „Ein Missverständnis, das vielen Unternehmen allerhand Zeit und Ressourcen kostet, denn mit einer wirklichen elektronischen Rechnung auf Basis von NTCS lassen sich viele Handgriffe, wie beispielsweise das Abtippen, ersparen – was letztlich auch Fehler vermeidet.“ Knasmüller schätzt, dass die Rechnungslegung und Verarbeitung mit NTCS eine Kosteneinsparung von rund 40 Prozent ermöglicht – bei voller Kontrolle durch die Buchhaltung. „Auch wenn die Politik und Interessenvertreter derzeit viele andere Sorgen haben, eine Unterstützung bei der elektronischen Rechnung wäre zur Stärkung des österreichischen Wirtschaftsstandortes schon längst angebracht gewesen“, meint Knasmüller, räumt jedoch ein: „Sicherlich wird die derzeitige Corona-Krise nicht dazu führen, dass es in diesem Bereich mittelfristig zu gesetzlichen Anpassungen kommt.“

Schnittstelle Compass-Verlag

Ein essenzielles Tool von BMD zu Verminderung des Arbeitsaufwandes für Unternehmen ist die Schnittstelle zum Compass Verlag. Compass Realtime liest Stammdaten von österreichischen Unternehmen direkt aus den Firmenbuchdaten des Compass-Verlags aus und übernimmt sie in NTCS. „Die Vorteile für den Benutzer sind offensichtlich“, so Knasmüller, „er spart viel Zeit, das Risiko von Eingabefehlern wird verringert und der Benutzer erhält einen Hinweis, wenn er die Daten eines, vom Bundesministerium für Finanzen, rechtskräftig festgestellten Scheinunternehmens in den Stammdaten führt.“

Schnittstelle VALUTICO

VALUTICO bietet Zugang zu den notwendigen Vergleichsdaten und Bewertungsmethoden für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) folgt dabei internationalen Standards und sieht im Rahmen der Ermittlung objektivierter Unternehmenswerte vor, dass zentrale Bewertungsparameter wie z. B. die Kapitalkosten aus Kapitalmarktdaten abgeleitet werden müssen. Diese Entwicklungen stellen kleine und mittelständische Wirtschaftstreuhänder einerseits vor das Problem, dass derartige Kapitalmarktdaten nur schwierig und teuer zu beschaffen sind, andererseits besteht eine gewisse Verunsicherung hinsichtlich der methodischen Anforderungen. De facto bedeutet das, dass heute eigentlich nur noch global aufgestellte Beratungs- und Wirtschaftsprüfungshäuser Bewertungsgutachten erstellen können, die den regulatorischen Standards voll entsprechen.

Ausbau der Internationalisierung

Ein weiteres wichtiges Thema für Knasmüller wird die Internationalisierung in den Ländern Schweiz, Deutschland, Tschechien, Ungarn und Slowakei sein. „Die Herausforderung in diesen Ländern besteht darin, sowohl die unterschiedlichen Sprachen, als auch gesetzliche Voraussetzungen, wie z. B. bei der Umsatzsteuer, in der Softwareentwicklung zu implementieren“, erklärt Knasmüller.

Kontinuität als Erfolgsfaktor

„Eines der Kennzeichen von BMD ist, dass der positive Unternehmensspirit seit der Unternehmensgründung besteht“, sagt Knasmüller. Auch ist bei BMD eine Kontinuität festzustellen, so sind durchschnittlich die Mitarbeiter 9 Jahre im Unternehmen beschäftigt und viele waren schon vor mir bei BMD.“ Verändert haben sich natürlich die digitalen Möglichkeiten. So gehören heute die Cloud und in den nächsten Wochen der Chatbot für den Support, der auf Basis von Künstlicher Intelligenz die Kundenanfragen beantwortet, zu den wichtigen Fokuspunkten des Softwarehouse. In den letzten 20 Jahren konstatiert der IT-Experte aber keine sprunghafte Entwicklung in der betriebswirtschaftlichen Software. „Bei betriebswirtschaftlicher Software kommt es auf Kontinuität, verbunden mit intelligenter Erweiterung bzw. Adaptierung aufgrund neuer rechtlicher und steuerlicher Vorschriften an“, verdeutlicht der begeisterte Marathonläufer, „wichtig ist aber, die Augen hinsichtlich neuer Trends und Technologien offen zu halten. Schon allein die in den Serviceverträgen garantierte zeitgerechte Adaptierung auf den neuesten steuerlichen und rechtlichen Letztstand, lässt die Arbeit bei BMD nicht ausgehen. Damit erhalten die Kunden aber die Sicherheit eines großen Softwareunternehmens.“

Zu COVID-19

„Wir merken, dass die Cloud die Schlüsseltechnologie für das Homeoffice ist“, sagt Knasmüller. „Unsere Mitarbeiter sind angehalten so weit wie nur möglich Homeoffice zu machen. Festzustellen ist, dass diese Arbeitsform begeistert aufgenommen wird. Derzeit arbeiten so 450 Mitarbeiter gleichzeitig – eine Anzahl, die es noch nie bei BMD gegeben hat.“ Wichtig sei aber weiterhin der persönliche Kontakt mittels online Face-to-Face Kommunikation. www.bmd.com

Autor:

Sandra Kaiser aus Steyr & Steyr Land

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