01.02.2018, 11:24 Uhr

Neues Buch: Lesen als Weg zur Heilung

Renate Burgholzer, geboren 1952 in Sierning, Studium der Psychologie, Philosophie und Geschichte in Salzburg, Lebens- und Sozialberaterin, Supervisorin, Leiterin der Steyrer Stadtbücherei. (Foto: Redl)

Ilse Maria Bachl und Renate Burgholzer präsentieren Handbuch über angewandte Biobliotherapie.

BEZIRK. Ilse Bachl und Renate Burgholzer sind der festen Überzeugung, dass uns zu jeder Zeit das richtige Buch begegnen kann, mit dem wir uns weiterentwickeln, Probleme lösen, Minderwertigkeitskomplexe bekämpfen und überwinden sowie seelische Heilungsprozesse in Gang bringen können.
Mit dem literarischen Ratgeber „Lesen als Weg zur Heilung – angewandte Bibliotherapie“ erhalten interessierte Leserinnen und Leser eine Art Handbuch, mit markanten, hilfreichen Stellen aus Romanen, Biografien, Lyrik, Märchen und Sachbüchern, erweitert durch zahlreiche Tipps zur Selbsthilfe und für die Arbeit mit Gruppen.
„Aus eigener, jahrelanger Leseerfahrung sind wir fest überzeugt von der Methode des Gesundlesens“, so die beiden Autorinnen aus Oberösterreich.
Das Buch ist im Bayer-Verlag, Wilhering / OÖ erschienen und bei Thalia Steyr, Thalia Linz und anderen Buchhandlungen bzw. unter 0650 8705307 erhältlich.

Ihr Buch trägt den Titel „Lesen als Weg zur Heilung“. Bedeutet das, man soll Gesundheitsbücher gegen Krankheiten lesen?
Bachl: Nein, wir denken dabei an seelische Befindlichkeiten oder Umstände, die uns unglücklich machen, an Probleme und Krisen sowie eine größere Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst. Unser Ratgeber enthält helfende Literatur in vielen dichterischen Formen. Man kann Hilfe finden in Romanen, Gedichten, Biografien, Märchen, aber auch in Zeitschriften oder psychologischen Fachbüchern.

Im Untertitel verwenden Sie den eher unbekannten Begriff „angewandte Bibliotherapie“. Handelt es sich dabei um eine Abart von Psychotherapie?
Burgholzer: Eher eine Ergänzung, aber vor allem ein Instrument zur Selbsthilfe. Lesen kann therapeutische Funktion gewinnen. Sigmund Freud z.B. war ein begeisterter Leser und hat viel für seine Gesundheit aus dem Lesen der Werke von Sophokles, Shakespeare und Dostojewski gewonnen. Für ihn war klar, dass der eigentliche Genuss der Literatur aus der Befreiung von Spannungen in unserer Seele hervorgeht.

Und das kann jedem Leser passieren?
Bachl:  Ja, ich hatte im Laufe meines Lebens viele Probleme zu bewältigen. Dabei halfen mir vor allem Bücher. Man muss darauf vertrauen, dass einem im rechten Moment das rechte Wort begegnet. So kann ich mich mit einer Romanfigur identifizieren, Biografien erfolgreicher Menschen können mir als Beispiel dienen und die Lyrik mich entspannen und beruhigen.

Wie finde ich das richtige Buch für mein Problem?
Burgholzer: Es gibt viele Experten, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Angefangen von Bibliotherapeut(inn)en, - ich befinde mich zur Zeit gerade in Ausbildung,- über Buchhändlern bis hin zu Bibliothekaren. Soziale Bibliotheksarbeit ist eine wichtige Sparte unserer Büchereien.

Wer soll das Buch kaufen?
Burgholzer:  Jeder, der einen Leitfaden und Beispiele sowie Tipps zur Selbstreflexion oder zur Gruppenarbeit mit Büchern sucht. Es werden viele Probleme darin angesprochen, z.B. in Verbindung mit Liebe und Partnerschaft, mit Mobbing, Schlaflosigkeit, geringem Selbstwert und andere mehr.

Wo erfährt man mehr über diese Art der Therapie?
Bachl: Wir halten Lesungen, Vorträge und auch Achtsamkeitsseminare auf der Grundlage unseres Buches ab. Wer Interesse daran hat, kann sich mit uns in Verbindung setzen. Aber wir denken, dass schon die Lektüre unseres Buches manche Einsichten vermittelt.
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