20.10.2016, 13:07 Uhr

Riedl präsentiert Buch über Plochberger und Werndl: „Wandel im Gewerbe“

Gerhard Riedl mit seinem neuesten Werk „Wandel im Gewerbe: Entdeckte Spuren zur Baumeisterdynastie Plochberger und Waffenfabrikant Josef Werndl“ (Foto: BRS)

inblicke in die Geschichte der Verschmelzung von „Gewerbe und Bildung“ im 19. Jh gewährt das neue Buch „Wandel im Gewerbe - Entdeckte Spuren zur Baumeisterdynastie Plochberger und Waffenfabrikant Josef Werndl“.

STEYR. Der Autor Gerhard Riedl hat sich in den letzten drei Jahren intensiv mit der Baumeisterdynastie Plochberger beschäftigt, deren Ursprung in St. Pölten liegt und fast 200 Jahre andauerte. Franz X. Plochberger kam 1817 über Steyr nach Enns, nachdem er das Kalkofenhäusl an der Enns kaufte. Da die napoleonischen Kriege ungemein lange nachwirkten, kam es erst spät und nach der Gründung eines Gewerbe-Vereins im Jahr 1839 zu einer merkbaren Verbesserung. Die Vereinsmitglieder, unter ihnen der Maurermeister, erkannten aber auch, dass die Bildung „in Realgegenstände“ zu ihren wichtigsten Aufgaben zählt. In Enns und Steyr entstanden Zeichenschulen, wo auch kaufmännisches Denken unterrichtet wurde; in Steyr wurden sogar Fremdsprachenmeister eingesetzt.
Zu dieser Zeit trat bereits Plochbergers dritter Sohn, Anton, in das geschichtliche Blickfeld. Für seinen Aufstieg als herausragender Baumeister in Enns und Steyr dürfte die Annahme der Kustodenstelle der Ennser Zeichenschule im Jahr 1844 bedeutend gewesen sein. Allerdings verließ Anton Plochberger zwei Jahre später die Bildungsanstalt. Die Übernahme des Betriebes seines Vaters, er war bereits 70 Jahre, bzw. der allgemeine Niedergang im Gewerbe und vielleicht auch der ständige Streit mit Steyr über die Finanzierung der Ennser-Schule, war wahrscheinlich der Grund dafür.
Als durch den Bahnanschluss in der Stadt Steyr, eine Aufbruchstimmung eintrat und Werndl in einer Art Größenwahn seine Betriebe im Wehrgraben ausbaute, übersiedelte Anton Plochberger 1867 nach Steyr. Der Waffenfabrikant erprobte die Zusammenarbeit mit seinem Neffen - die Mütter waren Töchter vom Müllerhammer (auch Millnerhammer) an der Steyr - bereits 1864 bei der Errichtung der ersten Schwimmschule im Wehrgraben. 1868, kaum angekommen, errichtet Anton Plochberger das damals längste Fabriksgebäude der Eisenstadt, das Objekt IX, am Gsangwasser.

Baumeisterdynastie Plochberger

Der Baumeister, er war auch „Zinshausherr“ und baute auch in Bad Hall und in Au bei Perg, errichtete für den Waffenhändler unter anderem das Schloss Voglsang. Obwohl Werndl nie den Wunsch hatte es zu bewohnen, ging es schon 1884 in die Geschichte ein, da hier eine elektrische Ausstellung abgehalten wurde. Riedl, der auch hier viele neue geschichtliche Aspekte ausfindig machen konnte, war aber insofern überrascht, weil das Kirchengebäude von Hargelsberg noch vor der Eröffnung der Ausstellung mit elektrischen Licht bestrahlt wurde. Der weithin sichtbare Kirchturm war also nicht nur Merkmal für religiöse Vermittlung, sondern vor 132 Jahren erstmals auserkoren für Werbezwecke von wirtschaftlich orientierten Interessen.
Im Buch werden Anton Plochbergers Werke und jene von seinem Sohn, Franz Plochberger, der in Steyr viele Villen, Arbeiter-Wohnhäuser, das Landes-Krankenhaus, Kasernenbauten am Tabor und anderes errichtete, ausführlich beschrieben.

Wer sich für ein Buch interessiert, kann es per Telefon (07223-87292) bzw. per E-Mail: (gerhard.riedl@tele2.at) bestellen. Es besteht aus dem Format 30x21 cm, hat 240 Seiten und kostet 33,-€. Es ist aber auch in Buchhandlungen und manchen Tabak-Trafiken erhältlich; fragen Sie danach, es wird Ihnen bestimmt geholfen werden.
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