25.10.2017, 12:41 Uhr

B 182 Brennerstraße ab Mittwochabend einspurig befahrbar

Lokalaugenschein unterhalb der A 13 Brenner Autobahn im Bereich Matreiwald: v.li.: Landesgeologe Gunther Heißel, Baubezirksamtsleiter Werner Huber und Martin Kirchmair, ASFINAG. (Foto: © Land Tirol/Freinhofer)

Arbeiten zur Hangstabilisierung gehen weiter, L 38 Ellbögener Straße bleibt gesperrt

Ab Mittwochabend, dem 25. Oktober, kann die B 182 Brennerstraße vorerst einspurig mit Ampelregelung für den Verkehr freigegeben werden. Die L 38 Ellbögener Straße ist weiterhin nur für den Anrainerverkehr befahrbar.

„Für die Region und die betroffene Bevölkerung war die Sperre der Brennerstraße eine große Belastung. Dass die Straße nun einspurig befahrbar ist, ist dem enormen Einsatz aller Beteiligten zu verdanken, die nach wie vor unter Hochdruck und mit großem Materialeinsatz an der Sicherung des Hanges arbeiten. Hier wurde Großartiges geleistet“, bedankt sich Straßenbaureferent LHStv Josef Geisler bei allen Beteiligten. Ungehindert befahrbar sollte die B 182 voraussichtlich Ende November sein.
In Summe 19 Muren und Erdrutsche gab es zwischen 9. August und 14. September dieses Jahres entlang der L 38 Ellbögener Straße und der B 182 Brennerstraße im Wipptal. Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten halten die Mitarbeiter des Baubezirksamts Innsbruck, der Landesgeologie, der ASFINAG und die ausführenden Firmen seitdem auf Trab. Hauptverantwortlich für die knapp sechswöchige Totalsperre der B 182 Brenner Straße war ein von einer Hangexplosion ausgelöster Erdrutsch unterhalb der A 13 Brenner Autobahn im Bereich Matreiwald in der Nacht vom 13. auf den 14. September 2017. Die B 182 wurde dabei auf einer Länge von 40 Metern vermurt und musste gesperrt werden.

Arbeiten ohne Unterbrechung

Da der Hang extrem nass und massiv in Bewegung war, wurden umgehend Sofortmaßnahmen eingeleitet. „Seit Mitte September wird ununterbrochen auch an den Wochenenden an der Stabilisierung des Hanges zur Sicherung der Autobahn und der Bundesstraße gearbeitet“, erklären ASFINAG-Geschäftsführer Stefan Siegele und Baubezirksamtsleiter Werner Huber. Parallel zur Hangsicherung wurde ein Monitoringsystem zur Überwachung des Hanges installiert.
„Die Dimension dieses Naturereignisses war enorm. Die Brenner Autobahn war jedoch durch den Hangrutsch zu keiner Zeit gefährdet, da wir 2006 schon umfangreiche Hangsicherungen durchgeführt haben. Das hat sich jetzt im Ernstfall bewährt und sichergestellt, dass die A 13 als einzige befahrbare Straßenstrecke zur Verfügung stand. Nach dem Hangrutsch mobilisierten wir in Kooperation mit allen Beteiligten sämtliche notwendige Ressourcen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die nunmehrige Freigabe der Brennerstraße ist nur durch den hervorragenden Einsatz aller Beteiligten in dieser Zeitspanne überhaupt erst möglich gewesen“, so ASFINAG-Geschäftsführer Siegele.

Weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig

In einem ersten Schritt wurden das Hang- und Quellwasser mittels Drainagen gefasst und abgeleitet sowie Zufahrtswege zur Murrinne angelegt. Dann galt es die Abbruchkante und die bestehenden Stahlbetonankerbalken zu sichern. Um ein möglichst gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen, mussten Netze angebracht werden. Erst dann konnte das Murmaterial am Hang entfernt und die B 182 geräumt werden. Zusätzliche Erd- und Felsanker sowie ein neues massives Schwerlastnetz unmittelbar oberhalb der Landesstraße machen nun die einspurige Öffnung der B 182 möglich. Bis zur vollständigen Verkehrsfreigabe Ende November sind im Hang zwischen B 182 und A 13 drei Fertigteilankerwände als weitere Sicherungsmaßnahmen zu errichten. Der Verkehr auf der linksufrig der Sill verlaufenden Gemeindestraße ist bereits freigegeben.

„Hochwasser im Hang“ markant zurückgegangen

Von den Leistungen aller Beteiligten beeindruckt ist auch Landesgeologe Gunther Heißel: „Der Bergwasserspiegel ist von damals zehn Meter durch die gesetzten Maßnahmen und begünstigt durch die trockene Witterung auf weniger als fünf Meter gesunken.“ Der Hang sei insgesamt als labil zu bezeichnen und müsse sicher weiterhin beobachtet werden. „Durch die gesetzten Maßnahmen besteht derzeit aber keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer“, so Heißel.
Die Kosten für die Maßnahmen zur Sicherung des Hanges in Matreiwald betragen rund vier Millionen Euro. Das Land Tirol und die ASFINAG teilen sich die Aufwendungen für die Sicherungsarbeiten.
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