Vernissage
Thomas Schütte zeigt in Seefeld Kunst zwischen Architektur und Skulptur
- Im Mittelpunkt der Ausstellung von Thomas Schütte steht das Projekt "Ferienhaus T", das in Mösern steht.
- Foto: Nic Tenwiggenhorn
- hochgeladen von Thomas Geineder
KiS – Kunst in Seefeld präsentiert bis Ende September Werke von Thomas Schütte. Im Mittelpunkt stehen Holzschnitte und das Projekt „Ferienhaus T.“.
SEEFELD. Mit der Ausstellung „Haus T“ widmet sich KiS – Kunst in Seefeld einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Deutschlands. Vom 19. Juni bis 27. September 2026 sind in der Alten Feuerwehrhalle Holzschnitte, ein Architekturmodell sowie ein Video zur Entstehung des „Ferienhaus T.“ zu sehen. Im Zentrum stehen Arbeiten, die sich mit Architektur, Raum und Wahrnehmung auseinandersetzen. Schütte verbindet dabei seine bekannten Hausmodelle mit großformatigen Holzschnitten, die architektonische Elemente wie Türen, Fenster, Treppen oder Fassaden auf prägnante Bildformen reduzieren.
Häuser zwischen Realität und Vorstellung
Seit den 1980er-Jahren beschäftigt sich Thomas Schütte intensiv mit architektonischen Strukturen. Seine Häuser sind jedoch keine klassischen Bauentwürfe, sondern bewegen sich zwischen Modell, Skulptur und imaginärem Raum. Manche wirken offen und einladend, andere erscheinen verschlossen oder bewusst provisorisch. Gerade diese Ambivalenz macht die Arbeiten für viele Betrachterinnen und Betrachter besonders spannend. Ein besonderes Beispiel dafür ist das „Ferienhaus T.“, das in Mösern als begehbare Skulptur realisiert wurde und im Rahmen der Ausstellung ebenfalls besucht werden kann.
- In der alten Feuerwehrhalle ist neben Holzschnitten von Thomas Schütte auch ein Architekturmodell des "Ferienhaus T" zu sehen.
- Foto: Thomas Woduschegg
- hochgeladen von Thomas Geineder
Großformatige Holzschnitte als Blickfang
Ergänzt wird die Schau durch monumentale Holzschnitte. Die Werke zeigen reduzierte architektonische Motive und zeichnen sich durch ihre besondere Drucktechnik aus. Dabei bleibt die Maserung der Druckplatten sichtbar und wird bewusst Teil des künstlerischen Ausdrucks. Die einzelnen Farbbereiche werden nicht nacheinander gedruckt, sondern wie ein Puzzle vorbereitet und in einem einzigen Arbeitsgang auf das Papier übertragen. Das Ergebnis sind kraftvolle Arbeiten mit starker Farbwirkung und markanter Oberflächenstruktur.
„In Ruhe auf einen Baum gucken“
Thomas Schütte beschreibt seinen Blick auf Architektur und Lebensräume mit einfachen, aber eindrucksvollen Worten:
„Einfach nur sitzen und auf den See schauen ist auch ein Zweck. Einfach in Ruhe auf einen Baum gucken, ist eine Notwendigkeit. Man kann nicht immer nur Bilder gucken, die einen anraunzen oder nervös machen.“
Dieses Verständnis von Raum, Ruhe und Wahrnehmung zieht sich auch durch viele seiner Arbeiten.
- Von links: Matthias Krinzinger, Andrea Sandbichler und Clemens Rhomberg
- Foto: David Johansson
- hochgeladen von Thomas Geineder
International anerkannter Künstler
Thomas Schütte wurde 1954 in Oldenburg geboren und lebt heute in Düsseldorf. International bekannt wurde er durch zahlreiche Ausstellungen und Auszeichnungen. Er nahm mehrfach an der documenta in Kassel teil und erhielt 2005 den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. Zuletzt widmete ihm das Museum of Modern Art (MoMA) in New York im Jahr 2024 eine große Retrospektive.
Ausstellung auf einen Blick
- Thomas Schütte „Haus T“
- Ort: KiS – Kunst in Seefeld, Alte Feuerwehrhalle, Münchner Straße 271, Seefeld
- Zeitraum: 19. Juni bis 27. September 2026
- Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 16 bis 18 Uhr
- Eintritt: Frei
Weitere Informationen gibt es unter www.kunstinseefeld.at.
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