Bestseller-Autor Bernhard Aichner im Interview
Über eine Dunkelkammer und das Fotografieren toter Menschen

Krimifieber in der "Dunkelkammer". Bernhard Aichner hat mit David Bronski einen neuen Helden in der Krimiwelt geschaffen.
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  • Krimifieber in der "Dunkelkammer". Bernhard Aichner hat mit David Bronski einen neuen Helden in der Krimiwelt geschaffen.
  • Foto: Foto: Fotowerk Aichner
  • hochgeladen von Sabine Schletterer

IBK (bine). Er hat es wieder getan. Erneut hat Thriller-Meister Bernhard Aichner, international gefeierter und mehrfach preisgekrönter Innsbrucker-Starautor, den sein rasanter, atemloser und prägnanter Sprachrhythmus auszeichnet, einen mit dem Hauch des Todes behafteten Nachnamen-Helden geschaffen. David Bronski.
Bronski, seines Zeichens nunmehr in Berlin lebender Pressefotograf, Witwer, Vater eines entführten und möglicherweise toten Kindes und vom Schicksal Gebeutelter kommt durch Zufall zum fotografischen Handkuss. Eine mumifizierte Leiche und noch dazu eine prominente. Und die Geschichte dahinter scheint sich mit der von Bronski zu verweben. „Dunkelkammer“ ist der erste Teil der neuen Aichner-Krimi-Reihe. Das Bezirksblatt traf den Bestseller-Autor zum Gespräch.

Ist Dir die Idee zu Deinem neuen (Nachnamen)Helden in Deiner eigenen Dunkelkammer gekommen?
BERNHARD AICHNER: Die Zeiten, in denen ich selbst in der Dunkelkammer stand, sind vorbei, ich liebe die digitale Technik, habe aber mit Bronski einen Ausflug in der Zeit zurück gemacht. Ich erinnere mich an das Rotlicht, an den Geruch der Chemie und an das aufregende Gefühl, wenn das Fotografierte wie durch ein Wunder plötzlich sichtbar wurde.
Einen Fotografen zum Held zu machen, war naheliegend, da ich selbst auch einer bin. Bronski ist mir deshalb auch vielleicht näher als viele andere Heldinnen und Helden, die ich erfunden habe.

Der Pressefotograf, der eigentlich eine Fotografin sein hätte sollen, trägt den Namen Bronski, hätte die Fotografin auch so geheißen?
Ich habe tatsächlich überlegt, in die Rolle einer Frau zu schlüpfen. Bronski passte aber dann doch besser zu mir. Einen Namen für die Frauenfigur hatte ich mir gar nicht überlegt, soweit ist es nie gekommen.

Bronski ist Witwer und Vater eines entführten Mädchens, wie recherchiert man solche menschlichen Gefühle, um sie authentisch zu Papier zu bringen?
Ich fühle mich in meine Figuren hinein. Manchmal tut das sehr weh, ich weine dann, habe sogar körperliche Schmerzen. Nur wenn ich fühle, was meine Figuren durchmachen, kann ich sie auch authentisch beschreiben.

Du warst selbst Pressefotograf und fotografierst immer noch. Jetzt wieder noch mehr, nachdem Du darüber schreibst? Weckt das alte Leidenschaften?
Die Fotografie hat mich immer fasziniert und wird das auch immer tun. Diese Leidenschaft für das Komponieren und diese Suche nach dem perfekten Bild wurde aber durch Bronski in mir neu geweckt.

Fotografierst Du auch tote Menschen?
Nein. Gott sei Dank nicht. Schlimm genug, dass mein Held das macht.

Stand von Anfang an fest, dass Du im ersten Bronski-Krimi Deine Erfahrung mit einer mumifizierten Leiche unterbringen wirst?
Es war Ötzi, der mich damals sehr fasziniert hat. Ich durfte für den Pressefotografen, der als Erster vor Ort war, im Fotolabor die Bilder entwickeln. Ich habe mir damals ein paar Abzüge mehr gemacht und habe die Bilder mit nach Hause genommen und sie mir über das Bett gehängt. Das hat wohl etwas mit mir gemacht... ;-)

„Dunkelkammer“ erscheint am 22.3., am 26.7. folgt mit „Gegenlicht“ gleich der zweite Teil, und im Frühjahr 2022 wird „Brennweite“ veröffentlicht. Warst Du während des Lockdowns im Schreibwahn?
Stimmt, ich war wie im Rausch. Schrieb Tag und Tag und Nacht und tue das immer noch. Bronski hat mich voll im Griff. Ich hoffe, die Leserinnen und Leser jetzt dann auch...

Du bleibst Deiner Linie treu und sorgst trotz aller menschlichen Untiefen für ein Happy End, wird sich das die ganze Serie lang durchziehen?
Gute Frage. Das wird natürlich auf Dauer schwierig. Deshalb wird es weitere Schicksalsschläge geben. Aber ich verspreche, nach jedem Sturm kommt irgendwann wieder die Sonne hinter den Wolken hervor.

Schreibst Du parallel schon am Bronski-Drehbuch?
Nein, ich vertraue da den Produktionsfirmen, die sich gerade darum streiten, wer das verfilmen darf. Es ist unglaublich, aber die Figur scheint gerade einen Flächenbrand auszulösen.

Und zum Abschluss: Lockdown, Kultur im politisch-initiierten Stillstand, wie siehst Du das alles als Tiroler-Autor?
Ohne Kultur verkümmern wir. Deshalb hoffe ich, dass bald alle Türen und Fenster wieder aufgehen. 

Natürlich betrifft Dich in der Beziehung auch die Lage in Deutschland und die damit verbundene Situation zu Tirol. Denkst Du, das wird den Erfolg der Veröffentlichung beeinträchtigen?
Ich bin ein sehr optimistischer Mensch. Und deshalb glaube ich ganz fest daran: „Alles wird gut!“

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