05.02.2018, 12:49 Uhr

In Inzing wird Fünf-Euro-Wohnen realisiert

Wohnbaulandesrat Johannes Tratter, Bürgermeister Josef Walch und TIGEWOSI GF Franz Mariacher präsentieren die 5-Euro-Wohnanlage auf dem Kalkofen-Areal.

Gemeinnützige TIGEWOSI baut in Inzing, Bereich Kalkofen, eine Wohnanlage mit 18 Wohnungen für einkommensschwache Wohnungssuchende. Sie zahlen künftig eine Brutto-Miete von nur 5 € pro Quadratmeter und Monat.

INZING. Nach Schwaz, Kitzbühel und Kufstein dürfen sich jetzt auch Inzinger auf sehr günstige Wohnungen freuen, jene zumindest, welche die strengen Förderrichtlinien erfüllen werden. Der Tiroler Bodenfonds stellte ein entsprechendes Grundstück in Bahnhofnähe zur Verfügung, worauf durch die enge Zusammenarbeit von Gemeinde, Land und Wohnbauträger TIGEWOSI der Bau von "5 Euro"-Wohnungen ermöglicht wird, also eine Bruttomiete von ca. 5 Euro pro Quadratmeter und Monat.
Der Bedarf in Inzing ist groß, weiß Bürgermeister Josef Walch und ist so wie Wohnbaulandesrat Johannes Tratter glücklich, dass das "5-Euro-Wohnen" nun auch im Tiroler Zentralraum und in Richtung Westen fortgesetzt wird.
Die Idee für das 5 €-Konzept ist im Jänner 2016 zur Reife gekommen, erklärt Tratter: "Es gibt in Tirol auch im geförderten und günstigen Bereich noch Leute, die Schwierigkeiten haben, sich ein Heim zu leisten. Da haben wir mit dem 5-Euro-Wohnen noch eine Stufe darunter eine Möglichkeit geschaffen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Vorgabe einer 5-Euro-Bruttomiete pro Quadratmeter und Monat in der Praxis gelingen kann, wenn eine Gemeinde, ein gemeinnütziger Bauträger und die Wohnbauförderung zusammenwirken", so Tratter.

Wohnanlage auf dem Kalkofen-Areal

Aus einem Architektenwettbewerb ging das Siegerprojekt hervor, da wirkten in der Jury u.a. auch 11 Gemeinderäte mit, ist Bgm. Walch froh über ein gut durchdachtes Konzept, das in Inzing umgesetzt wird: "Wir haben das Projekt bei der Gemeindeversammlung vorgestellt, es ist sehr gut angekommen." Errichtet wird die neue 5-Euro-Wohnanlage auf dem rund 2.000 m² großen Kalkofen-Areal. Sozial schwächere und vor allem junge Inzinger sollen hier einziehen, die genauen Vergaberichtlinien will die Gemeinde in den nächsten drei Monaten ausgearbeitet haben.

Baustart im Herbst 2018

Der Baubeginn der 18 Wohnungen jeweils mit Balkon oder Terrasse (12 2-Zimmer-Wohnungen zw. 52 und 56 Quadratmeter, fünf 3-Zimmer-Wohnungen zw. 73 und 82 Quadratmeter und eine 4-Zimmer-Wohnung, 92 Quadratmeter) soll noch im heurigen Herbst erfolgen. Mit einer Fertigstellung der Anlage ist bis Spätherbst 2019 zu rechnen. 
Bei der Qualität der Wohnungen erreicht man den üblichen Standard, erklärt TIGEWOSI Geschäftsführer Franz Mariacher. Einbußen gibt es auch bei der Barrierefreiheit nicht, ein Lift wird eingebaut: "Günstig werden die Wohnungen hauptsächlich durch das Fehlen von Kellerräumen und Tiefgaragen", erklärt Mariacher, der den Bau dieser Anlage als eine "sportliche Aufgabe" sieht: "Nebenräume werden im Ergeschoss untergebracht, Parken ist direkt von dem Haus möglich, pro Wohnung steht ein Parkplatz zur Verfügung." Und mehr braucht man nicht, meint dazu LR Tratter: "Wenn sich einmal eine Familie mehr als ein Auto leisten kann, haben wir hier die Zielgruppe für eine 5-Euro-Wohnung verfehlt."
Die Vergabe der 18 Wohnungen läuft über die Gemeinde Inzing, die bereits im Sommer 2017 eine Erhebung zum vorhandenen Wohnbedarf durchgeführt hatte.

Wohnbauförderung fördert „Besonderen Mietwohnbau“

Den rechtlichen Rahmen zur Umsetzung bietet die Wohnbauförderung unter Anwendung der Richtlinie zum „Besonderen Mietwohnbau“, unterstützt durch einen Beitrag aus der WBF-Impulsförderung. Künftige NutznießerInnen der in diesem Rahmen errichteten Wohnungen sind Personen mit geringem Einkommen (konkret: zwei Drittel der bestehenden Einkommensgrenze in der Wohnbauförderung). „Rund ein Zwölftel des gesamten Landesbudgets fließt in die Wohnbauförderung, deren Angebote in den letzten Jahren Schritt für Schritt ausgebaut und verbessert wurden. Mit der 5-Euro-Förderschiene für besonders günstige Wohnungen werden gezielt einkommensschwache Wohnungssuchende unterstützt“, bekräftigt Wohnbaulandesrat Tratter das Bekenntnis der Landesregierung zum leistbaren und sozialen Wohnbau.

Tiroler Bodenfonds ist wichtiger Partner

Der TBF, der seit 1994 besteht und als Geschäftsstelle bei der Landesabteilung Bau- und Raumordnungsrecht angesiedelt ist, bewährt sich nicht nur in Inzing als praxisgerechtes Instrument, um leistbare Grundstücke für Wohnbau sowie Industrie und Gewerbe zur Verfügung zu stellen, indem er Flächen erwirbt und diese nach entsprechender Widmung durch die jeweilige Gemeinde als kostengünstige Bauplätze anbietet.
Über die Einrichtung wurden bisher nach dem Erwerb großer Grundflächen 1.500 Grundstücke für den Wohnbau sowie 130 Grundstücke für die Ansiedlung von Betrieben gebildet. Für den Wohnbau wurden 1.200 Bauplätze verkauft, für Betriebsansiedlungen 100 Grundstücke.

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