13.10.2017, 20:01 Uhr

Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 – Tirol ist bereit

v.l.: ÖOC Generalsekretär Peter Mennel, LH Günther Plattner, Bgm. Hochfilzen Konrad Walk, Benjamin Raich, Bgm. Seefeld Werner Frießer, LH Stv. und Sportlandesrat Josef Geißler, Vizebürgermeister und Sportstadtrat Christoph Kaufmann, Bgm. St. Anton am Arlberg Helmut Mall, Tourismusstadtrat F.X. Gruber, Bgm. Kühtai-Silz Helmut Dablander (Foto: its/oylmpia2026)

„Holen wir Gold für die nächste Generation – Fünf Ringe, fünf Austragungsstätten“ – unter diesem Motto fassen Spitzenvertreter aus Land, Stadt, ÖOC sowie der potentiellen Austragungsorte die Chancen für eine gemeinsame Bewerbung und die regionalen Perspektiven kurz vor der Abstimmung am 15. Oktober zusammen. Gemeinsam wird die heimische Bevölkerung noch einmal aufgerufen, sich über das Innsbruck/Tirol Angebot zu informieren und von ihrem Stimmrecht bei der Befragung am Sonntag Gebrauch zu machen.

REGION. „Tirol könne der Welt zeigen, wie es geht“ – so lautete der Tenor vieler Veranstaltungen, die in den vergangenen Wochen quer durch Tirol zur möglichen Bewerbung von Innsbruck/Tirol für Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 stattgefunden haben. Seit Anfang September wurde im Rahmen von rund 70 Veranstaltungen mit ca. 6.000 Besuchern im direkten Bürgerdialog über die Machbarkeitsstudie und das Innsbruck/Tirol Angebot mit seinen 10 Grundsätzen informiert und diskutiert.

Tirols Bevölkerung entscheidet über eine Chance

„Olympische und Paralympische Winterspiele 2026 sind eine Chance für das ganze Land. Die Stimmung in vielen Bereichen unserer Gesellschaft zeigt, dass Menschen das Potential dieser möglichen Bewerbung nach klar definierten und regional bestimmten Regeln erkennen “, zeigt sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter optimistisch. „Dadurch fließen Mittel ins Land, die ohne Olympische Spiele nicht vorhanden sind. Es entsteht Beschäftigung, Wertschöpfung und Steueraufkommen sowie zusätzlicher Wohnraum mit preisdämpfender Wirkung. Das wichtigste aber sind die Euphorie und die Aufbruchsstimmung, die damit verbunden sind sowie die inspirierenden Impulse für unseren Lebensraum und die Perspektiven für unsere Jugend. Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass sich Tirols Bürgerinnen und Bürger über das Innsbruck/Tirol Angebot informieren, eine Meinung bilden und sich an der Abstimmung beteiligen und ihre Stimme nutzen.“

Mit dem Informationsstand ist auch die Zustimmung gestiegen

„Innsbruck und Tirol hat die Möglichkeit sich weltweit als Erneuerer der Olympischen Idee und als Ausrichter von intelligenten, modernen, nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Winterspielen in Szene zu setzen. Davon profitieren der Sport und seine Athleten, die wieder in den Mittelpunkt rücken, ebenso wie die gesamte Bevölkerung“, ist auch Tirols LHstv. und Sportlandesrat Josef Geisler überzeugt. Mit dem wachsenden Informationsstand über die Grundsätze der Bewerbung sei auch die Zustimmung gestiegen, so Geisler. „Im Falle einer möglichen Bewerbung für Olympische und Paralympische Winterspiele in Innsbruck/Tirol überwiegen unserer Ansicht nach klar die Chancen mit der beispielgebenden Wirkung des Sports für die Jugend.“

Positionierung als moderne, zukunftsorientierte Region

„Die internationale Wahrnehmung und Anziehungskraft von Innsbruck beruht in hohem Maße auf der Durchführung Olympischer Spiele“, betont Innsbrucks Vizebürgermeister und Sportstadtrat Christoph Kaufmann. „Mit Spielen in einem neuen Format positioniert sich Innsbruck/Tirol weltweit als moderner, zeitgemäßer und zukunftsorientierter Standort.“ Dass Innsbruck/Tirol erfolgreich eine Trendwende einläuten kann, sei mit der Durchführung der YOG bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt worden. „Der Sport hat zweifellos die Kraft die Welt zu verbinden. Das gibt der nächsten Generation große Perspektiven.“

Größte Standortbewegung unserer Generation

„Dieses Projekt ist die größte Standortbewegung in unserer Generation und schafft uns neue und nachhaltige Chancen für Arbeit, Wohnen, Infrastruktur, Wirtschaft und Umwelt“, bekräftigt Innsbrucks Tourismusstadtrat Franz X. Gruber. „Olympische Winterspiele machen heutzutage nur Sinn, wenn Strukturen und die Fähigkeit zum Organisieren vor Ort vorhanden sind. Ohne große bauliche Maßnahmen und ohne, dass teures Wissen zugekauft werden muss. Das trifft auf das Innsbruck/Tirol-Angebot zu, das mit Grundsätzen ausgestattet ist, die nicht verhandelbar sind. Damit treffen wir den Nerv der Zeit.“

Die Grundsätze des Innsbruck/Tirol Angebots sind bindend

Peter Mennel, Generalsekretär des ÖOC, bekräftigt: „Wir sind heute in der einmaligen Situation, dem IOC als Verhandlungspartner auf Augenhöhe entgegen zu treten. Die Agenda 2020 und der Sinneswandel des IOC haben das möglich gemacht. Wir unterschreiben keinen Vertrag, der nicht unseren Vorstellungen und dem Innsbruck/Tirol Angebot entspricht. So einfach ist es in Wahrheit. Spiele in Tirol wären Spiele mit Augenmaß, die von Anfang an den nachhaltigen regionalen Nutzen in den Mittelpunkt stellen und eine moderne und zukunftsorientierte Entwicklung des olympischen Sports initiieren.“

Der festen Meinung, dass die Menschen profitieren

Doppelolympiasieger und Botschafter Benjamin Raich sieht sein Engagement durch den Zuspruch der Bevölkerung bestätigt: „Die Informationsveranstaltungen waren extrem wichtig, weil wir im direkten Gespräch viele Missverständnisse auflösen konnten. Ich habe mich in den letzten Wochen deshalb für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2026 in Innsbruck/Tirol engagiert, weil ich der festen Überzeugung bin, dass die Menschen und vor allem unsere Kinder in Tirol profitieren werden. Der Sport begleitet mich seit meiner frühsten Kindheit und Olympische Spiele haben mich auf diesem Weg geprägt. Meine eigenen Kinder wären 2026 in etwa zehn Jahre alt. In diesem jungen Alter müssen Kinder Begeisterung für Sport entwickeln, um einen gesunden Lebensstil einschlagen zu können.“

Die Austragungsorte sind bereit

Werner Frießer, Bürgermeister von Seefeld: „Tirol hat sich aufgrund der Spiele 1964 und 1976 so gut entwickelt, wie wir es heute vorfinden. Mit den Youth Olympic Games 2012 wurde neuerlich ein Impuls zur Stärkung der Marke Tirols gesetzt. 2026 hätten wir nun die einmalige Chance, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf uns zu ziehen. Erstmals mit einem neuen Konzept – mit einem sehr sympathischen Konzept. Und das als Tourismushochburg, in der unzählige Menschen direkt und indirekt vom Tourismus leben. Wir sprechen von Werbung die unbezahlbar ist. Schon lange konkurrieren wir nämlich nicht mehr ‚nur‘ mit anderen Skidestinationen, sondern mit Regionen weltweit. Diese Chance sollten wir als Land gemeinsam nützen und Tirol im Schaufenster präsentieren.“

Helmut Mall, Bürgermeister von St. Anton: „Vor der Bewerbung für eine mögliche WM in St. Anton haben wir 1995 im Gemeinderat lange diskutiert und das Für und Wider abgewogen. Was daraus geworden ist, wissen wir alle – St. Anton war 2001 der Nabel der Skiwelt und hat sich als Gastgeber professionell und herzlich einem internationalen Publikum präsentiert. Noch heute profitieren wir von den Infrastrukturen, die damals geschaffen wurden und dem Image, das wir erworben haben.“ Arbeitsplätze in ganz Tirol können durch Olympia abgesichert werden, so Mall weiter. Darüber hinaus würden mehrere Tausend Menschen zusätzlich direkt im Projekt, aber auch in den damit zusammenhängenden Wirtschaftszweigen Beschäftigung finden.

Helmut Dablander, Bürgermeister von Silz-Kühtai: „Das Innsbruck/Tirol Angebot ist unschlagbar: Alle Sportstätten sind vorhanden, es muss nichts gebaut werden – vielmehr werden unsere Stärken und Kernkompetenzen der Weltöffentlichkeit präsentiert. Kühtai betreibt ja bereits jetzt einen Snowpark inklusive Superpipe, der internationales Renommee besitzt. Mit der Austragung der Freestylebewerbe bei Olympischen und Paralympischen Spielen wäre diese Infrastruktur im Kühtai für Einheimische und Gäste über Jahre gesichert.“ Auch das Forcieren nachhaltiger Mobilitätslösungen sei ein wichtiger Aspekt des Gesamtkonzepts. Während zwischen St. Anton und Hochfilzen die Anbindung mit der Bahn geplant ist, strebe man für Kühtai den Transport mit Wasserstoff- oder Elektrobussen an. Entwicklungen in diesem Bereich könnten Tirol insgesamt weiter bringen, so Dablander.

Konrad Walk, Bürgermeister von Hochfilzen: „Die IBU Biathlon Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen haben bewiesen, was man als kleine Region erreichen kann. Projekte dieser Art begeistern die Menschen, schweißen als Region über Gemeindegrenzen hinaus zusammen und tragen dazu bei, dass man gemeinsam an einem Ziel arbeitet, “ so Walk. „Die Biathlon WM 2017 mit 145.000 Zusehern, 727 Athleten und Offiziellen sowie 800 Medienvertretern, haben wir als Region gestemmt.“ Mit Olympischen und Paralympischen Spielen in Tirol würde man als Land gemeinsam an einem Strang ziehen und Tirol nach vorne bringen, so Walk weiter. „Ich bin davon überzeugt: Tirol ist olympiafit und es wäre fahrlässig eine solche Chance nicht zu nützen!“
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