22.11.2017, 00:00 Uhr

Thöni: Erweiterung im Telfer Zentrum stößt auf Kritik

Thöni plant westseitig der vorhandenen Produktionshalle (südlich der Dornenkrone) ein neues Werksgebäude. Für die Anrainer soll es keine zusätzliche Lärmbelästigungen geben.

Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung ebnet Gemeindrat Thöni den Weg zum Hallenneubau.

TELFS. Die Thöni-Industriebetriebe planen die Erweiterung der Produktionsstätte in der Telfer Olympstraße: Das zirka 240 Meter lange und 12 Meter hohe Gebäude entsteht ostseitig, südlich der Dornenkrone (in mehreren Bauschritten) und bietet im Vollbetrieb im Bereich E-Mobilität und Automotive Plätze für 150 Mitarbeiter/innen. Die Telfer Politik gab sein Bekenntnis zu Thönis Betriebs-Erweiterung im Zentrum bereits in der GR-Sitzung im Oktober ab.

Thöni stößt an seine Grenzen

Mit dieser Erweiterung in der Olympstraße stößt die Firma Thöni an diesem Standort an seine Grenzen, aber mittelfrisitg ist kein weiterer Ausbau in Telfs in Sicht. In der Südtiroler Siedlung sind ebenso alle Erweiterungskapatizitäten ausgeschöpft, es wird keine neuen Hallen mehr geben, erklärt Helmut Thöni gegenüber BEZIRKSBLÄTTER: "Wir wollen die Produktion im Bereich Elektromobilität und Automotive ausbauen und hier weiterhin hochwertige Aluminium-Profile für die Autoindustrie veredeln. Im Vollbetrieb sind hier 150 neue Arbeitsplätze vorgesehen."

Grünes Licht für Umwidmung

In der letzten Sitzung am Donnerstag, 16. November, wurde grünes Licht für die Vorbereitung der Umwidmung eines Teiles des zu bebauenden Grundstückes von Misch- in Gewerbegebiet gegeben.
Nur die Grünen, Vize-Bgm. Christoph Walch und GR Theresa Braun, erteilten der Umwidmung der betroffenen 20% der Gesamtfläche eine Absage. Der Großteil der Fläche ist bereits gewidmet. "Wir stimmen der Salami-Taktik nicht zu", erklärt dazu Vize-Bgm. Walch und will diesen Trumpf, der der Gemeinde noch bleibt, nicht ausspielen, bevor nicht das fertige Projekt auf dem Tisch liegt. PZT/SPÖ-Mandatar Mag. Norbert Tanzer schlug sich auf die Seite der Grünen, enthielt sich aber der Stimme, da er nicht als Verhinderer von 150 neuen Arbeitsplätzen dastehen will.

Produktionsstätte in Wohngebiet

Problematisch sieht VBgm. Walch das Industriegebiet gegenüber dem Wohngebiet sowie Schule und Kinderkompetenzzentrum. Verkehr und Lärm könnten sich negativ auf diese Einrichtungen auswirken. Die Pläne sind noch nicht fix, nur ein Abrücken von der Straße um einige Meter, erklärt Bgm. Härting, und die zu den Wohnhäusern gerichtete Wand wird aus Rücksicht vor den Anrainern "gebrochen" (eine Zick-Zack-Linie), um den Schall vom Straßenverkehr zu absorbieren anstatt zu reflektieren.
GR Tanzer (SPÖ) bemängelt die Zufahrtsituation. Beim Grundsatzbeschluss vor wenigen Wochen äußerte Tanzer zwar Bedenken, stimmte da aber noch mit "JA". Es gibt vereinzelte Anrainer, die Bedenken und Belästigungen äußern. "Ich glaube, die Firma Thöni ist sehr wohl bemüht, es so erträglich zu machen, dass die Anrainer gut damit leben können", betont Bgm. Härting, der auch ein Werkslärm-Gutachten, das Thöni in Auftrag gegeben hat und die Ist-Situation sowie die Situation nach dem Neubau erfasst, vorgelesen hat. Demnach sollen die Anrainer vom Lärm nicht belastet werden. Zu- und Abfahrt für die neue Produktionshalle werden über die bestehenden Wege abgewickelt.

Fa. Liebherr baut aus

Erwiterungspläne hat such die Firma Liebherr in Telfs. Mit dem Ausbau der Maschinenbausparte werden bis zum Jahr 2022 etwa hundert neue Arbeitsplätze geschaffen und der Umsatz mit der Produktion von Teleskoplader für die landwirtschaftliche Nutzung um weitere 400 Mio. Euro gesteigert. Vom Land gibt es dafür eine Großunternehmerförderung.
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