FPÖ-Chef Abwerzger im Interview
"Die Tiroler FPÖ agiert vorbildlich"

FPÖ-Chef Markus Abwerzger im Jahresschlussinterview mit Bezirksblätter-CR Sieghard Krabichler
  • FPÖ-Chef Markus Abwerzger im Jahresschlussinterview mit Bezirksblätter-CR Sieghard Krabichler
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Markus Abwerzger steht seit 2013 an der Spitze der FPÖ in Tirol und er ist im Landtag auch Klubobmann.

Bezirksblätter: Sie sind nunmehr im "verflixten" 7. Jahr FPÖ-Chef in Tirol. Angesichts der Situation der FPÖ insgesamt noch mit Freuden im Amt?
Markus Abwerzger: "Natürlich. Denn das verflixte siebente Jahr ist wohl auf Bundesebene gemünzt, die Tiroler FPÖ agiert vorbildlich, die Finanzen sind in Ordnung und auch die Ausrichtung der Partei stimmt. Sie sehen einen zufriedenen Landesparteichef. Ich bin nicht amtsmüde und verspüre noch großen Elan."

2019 und die FPÖ: Strache, Ibiza, Nazilieder, Wahlen verloren, Rausflug aus der Regierung. Ein Jahr zum Vergessen?
"Das Jahr 2019, zumindest auf Bundesebne, ist gut, wenn es vorbei ist. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns in Zukunft wieder auf unsere Tugend als soziale Heimatpartei zurückbesinnen werden."

Vergangenes Jahr sagten Sie im Interview: „Strache hat als Person meine Erwartungen übertroffen, er ist ein toller Vizekanzler.“ Jetzt soll er endgültig aus der Partei fliegen. Ihr Standpunkt?
"Seit Wochen ganz klar: Strache muss aus der FPÖ ausgeschlossen werden. Wobei der Ibiza-Skandal nicht das ganz große Problem gewesen wäre, aber alles was danach noch über Strache bekannt wurde, ist nicht zu akzeptieren. Strache hat unsere Tugend, als soziale Heimatpartei für den kleinen Mann da zu sein, verraten. Und es schmerzt doppelt, denn Strache war zu der Zeit ein guter Vizekanzler."

Sehen Sie noch Chancen, dass die FPÖ wieder in die Bundesregierung kommen könnte?
"Das ist wohl derzeit für die FPÖ kein Thema, zuerst müssen wir intern wieder auf Vordermann kommen, um wieder regierungsfähig zu werden. Türkis-Grün scheint paktiert, nur der Zeitraum der Bekanntgabe ist noch offen."

Zurück nach Tirol. Heftige Reaktionen löst der TSD-Ausschuss aus und auch die Kritik der ÖVP wegen ihres Fernbleibens bei den Anhörungen.
"Ich bin federführend dabei, ich muss nur nicht drinnen sitzen, um mir eine geschichtliche Aufarbeitung anzuhören. Der große Skandal dabei ist, dass die Mitarbeiter nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden werden. Ein Tarnen und Täuschen. Und wenn das nicht passiert, sollte das auch klar gesagt werden, dann haben wir einen kürzeren Untersuchungsausschuss. Durch die Auslagerung der TSD wurden nicht nur Kompetenzen, sondern auch Kontrollrechte ausgelagert, das war immer unser Kritikpunkt."

In zwei Wochen wird das Doppelbudget beschlossen. Wird die FPÖ zustimmen?
"Eher nicht, denn der soziale Bereich ist uns zu wenig berücksichtigt. Generell aber ist die Finanzstabilität für Tirol gut und ich kann da LH Platter nur gratulieren."

Ein großes Thema ist der Gletscherzusammenschluss Pitztal-Ötztal. Wie sieht das die FPÖ Tirol?
"Ganz klar dafür. Es wäre eine Bereicherung für das Ötztal und existenziell für das Pitztal. Hier sollte das größte Gletscherskigebiet der Welt entstehen, denn in diesen Höhen ist sicher noch sehr lange Schneesicherheit gegeben. Interessant ist nur, dass die Grünen trotz Außerstreitstellung in der Regierung das Projekt torpedieren."

Ihre politischen Schwerpunkte für 2020?
"Es wird eine große Initiative und einen großen Schwerpunkt für die Pflege in Tirol geben, der TSD Ausschuss wird sehr aktiv – auch von mir persönlich – vorangetrieben werden. Und es werden große Impulse aus Tirol für die Bundespartei bei der Klausur im Jänner kommen."

Weihnachten steht vor der Tür: Ihr politischer Wunsch ans Christkind?
"Ein Mehr an Miteinander und auch ein Ende der Sachbeschädigungen an unseren FPÖ-Büros in Innsbruck. Eine Partei darf, unabhängig von der Gesinnung, nicht als Freiwild gelten. Ansonsten wünsche ich mir ein ausgeglichenes Budget, die soziale Sicherheit in Tirol und dass gerade zur Weihnachtszeit die Menschen nicht vergessen werden, die sich auf der untersten Sprosse der gesellschaftlichen Leiter befinden."
Interview: Sieghard Krabichler

Autor:

Sieghard Krabichler aus Tirol

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