Umstrittene Fische
Amurkarpfen im Pleschingersee entdeckt – Wasserretter sehen kaum etwas
- Pleschingersee in Steyregg
- Foto: Team Fotokerschi
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Im Ernstfall könnten untergegangene Personen nur schwer von den Einsatzkräften gefunden werden.
STEYREGG. Der Pleschingersee war im Juni bereits in den Schlagzeilen. Damals hieß es, die Trübung des Badesees hänge mit dem Entenkot zusammen. Aber wie Martin Eberl von der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR), der seit mehr als 15 Jahren in Plesching stationiert ist, bestätigt, hat sich die Sichtweite im See schon ab dem Hochwasser 2013 enorm verschlechtert. Zu diesem Zeitpunkt verschwanden plötzlich die größeren Wasserpflanzen.
Seegras verschwunden
Vor 2013 musste der Betreiber Linz AG das Seegras sogar ein- bis zweimal im Jahr abmähen. Das Gras hatte einen klärenden Effekt. Schweb- und Nährstoffe wurden gebunden und die einzelligen Schwebalgen konnten sich nicht so stark vermehren, die mit ihren Blüten das Wasser trüben.
Martin Eberl ist auch Einsatztaucher und kennt die Bedingungen am Pleschingersee genau. Im Winter und Frühjahr sieht man bis zu vier Meter weit, mit steigender Wassertemperatur nimmt die Sicht ab. "Ab Juli haben wir Sichtweiten unter einem Meter." In der sogenannten "Sprungschicht" – einer Schicht zwischen kälterem und wärmeren Wasser – diese liege im Pleschingersee bei rund fünf Metern Tiefe, wird es schlagartig um einige Grad kälter. Da sei es praktisch völlig dunkel. "Hier kann man die ausgestreckte Hand nicht mehr sehen." Für die Wasserrettung könnte das problematisch werden. "Die Chance, eine untergegangene Person noch vom Boot aus orten zu können, verringert sich stark."
- Martin Eberl, Landesleitung-Stellvertreter, Österreiche Wasserrettung
- Foto: ÖWR
- hochgeladen von Gernot Fohler
Auch für Taucher würden geringe Sichtweiten die Suche nach vermissten Personen erschweren. Das Suchgebiet beim einzelnen Tauchgang wird kleiner und es gibt mehrere Tauchgänge. Die Überlebenschance von untergegangenen Personen sinkt. "In fast allen Fällen hat Schnelligkeit leider keine Priorität mehr", sagt Eberl. Die Wasserrettung werde speziell auf die Trübheit geschult. "Mangelnde Sicht ist auch eine psychische Belastung für die Taucher", sagt das langjährige ÖWR-Mitglied. Aber: Die Suche nach Vermissten sei vor 2013, bei starkem Bewuchs, auch schwierig gewesen, fügt Eberl hinzu.
Amurkarpfen nachgewiesen
Obwohl dem Pleschingersee beim Badegewässer-Monitoring des Landes OÖ (AGES) am 3. August "Gute Badegewässerqualität" beschienen wurde – gemessen wurde vorrangig die Anzahl von E.coli Bakterien und Enterokokken – nicht alle sind davon überzeugt. "Der Pleschingersee verwandelt sich in einen Karpfenteich", sagt ein ehemaliges Mitglied der Wasserrettung in Plesching, das anonym bleiben möchte. Die Person ist auch ausgebildet in Biologie und nahm im Jahr 2024 eine private Wasserprobe in Plesching und schickte sie an das Institut "sinsoma" in Völs (Tirol). Das Ergebnis liegt MeinBezirk vor. Die DNA-Analyse der Artzusammensetzung von Fischen ergab, dass der chinesische Graskarpfen, auch Amurkarpfen genannt, im See vorkommt, wenn auch die DNA des heimischen Karpfens stark überwiegt.
- Wie kam der chinesische Graskarpfen (Amurkarpfen) in den Pleschingersee?
- Foto: smaterpix/rostislavstefanek
- hochgeladen von Gernot Fohler
Laut dem Betreiber Linz AG, der das Fischereirecht verpachtet hat, dürften keine Amurkarpfen drinnen sein. "Im Pleschingersee sowie am Pichlinger See und Kleinen Weikerlsee, die auch die Linz AG betreibt, wurden und werden keine Graskarpfen eingesetzt", bestätigt Pressesprecherin Susanne Gillhofer. Natürlich könnte die Linz AG nicht ausschließen, dass diese nicht heimische Fischart illegal eingesetzt wurde. Spielt der Amurkarpfen eine Rolle? Nein sagt die Linz AG: "Das Hochwasser 2013 hat das Ökosystem hier verändert. Es gibt viele Faktoren, die auf die Sichtqualität Einfluss haben. Falls der Amurkarpfen vorkommt, ist er kein wesentlicher Grund."
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