Sonder-Gemeinderatssitzung
Beschluss verhindert McDonald's bei Bahnhofskreuzung in Ottensheim
- McDonald’s bekundete Interesse, sich auf dem früheren Lagerhaus-Areal nördlich der Mühlkreisbahn (Weingartenstraße) anzusiedeln.
- Foto: MeinBezirk/Gernot Fohler
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Das ehemalige Lagerhaus-Areal in der Weingartenstraße, unmittelbar bei der Bahnhofskreuzung in Ottenheim, wurde in der Sonder-Gemeinderatssitzung am 27. Juli 2026 mit den Stimmen der Bürgerliste ProO und SPÖ mehrheitlich zum sogenannten "Neuplanungsgebiet" verordnet. Die ÖVP Ottensheim übt scharfe Kritik an dieser "Anlass-Beschlussfassung", die gleichzeitig auch Handelsbetriebe mit mehr als 500 Quadratmetern und Gastrolokale mit mehr als 100 Quadratmetern von der Ansiedelung ausschließt.
OTTENSHEIM. Schon in einer früheren Sitzung kommunizierte die Liste ProO, dass sie einer möglichen Ansiedlung des Fastfood-Restaurants McDonald's, inklusive Drive-in, auf diesem Areal skeptisch gegenüber stehen. Offiziell heißt es von proO-Fraktionsobfrau Ingrid Rabeder, dass das gesamte Bahnhofsareal hinsichtlich Betriebsansiedlungen und Verkehrssituation "zuerst einmal gut durchdacht" werden müsse. "Die Bahnhofskreuzung ist jetzt schon überlastet und muss neu geregelt werden. Wir müssen uns überlegen, welche Betriebe hier ansiedeln sollen und nicht einen zusätzlichen Verkehrsmagneten schaffen", so Rabeder. Die Schienen der Mühlkreisbahn und die Rohrbacher Straße (B127) verlaufen hier parallel. Aufgrund des starken Verkehrs auf der B127 ist die Ampel so geschaltet, dass eine Querung dieser doppelten Kreuzung beim Bahnhof derzeit sehr lange dauert. Auch die SPÖ argumentiert mit dem Verkehr. "Wir haben dem Neuplanungsgebiet zugestimmt, weil die Verkehrssituation bei der Bahnhofskreuzung nicht gelöst ist", sagt Fraktionsobmann Franz Bauer.
Holzbau "esagono"
Außerdem kommt hinsichtlich der Verkehrssituation eine zusätzliche Variable ins Spiel, weil erst diese Woche der Spatenstich für ein neues Bauprojekt, auch direkt am Bahnhof, stattfand. Die Raiffeisenbank Walding-Ottensheim und Wosig errichten auf dem freien Grundstück zwischen B127 und Gleise das Projekt "esagono" (altgriechisch: Sechseck) mit Arbeits- und Geschäftsflächen. Bereits fix werden sich hier die Elektro-Firma Lanzerstorfer, die OÖ Versicherung und die Polizeiinspektion Ottensheim ansiedeln. Der Holzbau wird Ende 2027 fertiggestellt sein.
- Auf diesem freien Grundstück bei der Bahnhofskreuzung errichtet Raiffeisen den Holzbau "esagono".
- Foto: MeinBezirk/Gernot Fohler
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Ärger bei der ÖVP
"Wir haben von Beginn an klargestellt: Eine geordnete Verkehrslösung für den Bahnhofsbereich unterstützen wir ausdrücklich", sagt Gerhard Leibetseder, Vizebürgermeister und Bauausschussobmann der ÖVP Ottensheim. "Was wir nicht mittragen können, ist der pauschale Ausschluss einer ganzen Betriebskategorie – insbesondere der Systemgastronomie mit Flächen mit mehr als 100 Quadratmeter, der de facto auf ein einziges, bereits bekanntes Ansiedlungsprojekt (Anmerkung der Redaktion: McDonald's) zugeschnitten ist."
- Blick von der Weingartenstraße auf das frühere Lagerhaus-Areal.
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Die ÖVP brachte bei der Sitzung einen Abänderungsantrag ein, "der die tatsächlich relevanten Verkehrsfragen – Verkehrskonzept, Stellplatzregelung, Zu- und Abfahrtsgestaltung – durch konkrete Auflagen gelöst hätte, ohne eine ganze Nutzungskategorie generell zu verbieten", heißt es in der Presseaussendung. Trotz einer Sitzungsunterbrechung und dem ÖVP-Angebot einer Kompromisslösung blieben ProO und SPÖ beim Beschluss Neuplanungsgebiet. Vizebürgermeister Leibetseder und auch ÖVP-Parteiobmann Moritz Hagenauer-Stross gehen vor allem mit ProO hart ins Gericht. "Immer dasselbe Muster – verhindern statt gestalten, blockieren statt verhandeln. Ottensheim verspielt damit das Vertrauen von Investoren", so Hagenauer-Stross.
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