04.01.2018, 15:11 Uhr

Top Aussichten für Geschäftsjahr 2018

Klaus Anselm: "Ich muss ständig neue Märkte erschließen. Veränderung und Präsentation werden wichtiger." (Foto: Herbert Schöttl)

Die WKO-Prognose verspricht ein gutes Jahr – Urfahraner Unternehmer sind positiv zurückhaltend.

BEZIRK (fog). Die Unternehmer erwarten sich ein positives Wirtschaftsklima im Geschäftsjahr 2018, wie das österreichweite WKO-Wirtschaftsbarometer zeigt. Größere Betriebe, mit mehr als 250 Mitarbeitern, äußerten sich besonders positiv bezüglich Umsatz, Investitionsvolumen, Auftragslage, Wirtschaftsklima und Anzahl der Beschäftigten. Kleinere Unternehmen, mit weniger als 50 Mitarbeitern, sind traditionell verhaltener bei ihren Prognosen. Aber auch sie erwarten sich 2018 Verbesserungen.
Die Trendwende scheint laut Wirtschaftskammer im Frühjahr 2017 gelungen zu sein. Auch das Arbeitsmarktservice (AMS) verkündet freudige Botschaften. Denn gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in Urfahr-Umgebung um 15,3 Prozent gesunken. Anfang Dezember gab es "nur" 950 Arbeitslose im Bezirk.

Vollbeschäftigung in UU

Elisabeth Wolfsegger, Leiterin des AMS Linz, spricht von "Vollbeschäftigung". Gerade für die Urfahraner Unternehmer werde es voraussichtlich ein herausforderndes Jahr, meint Wolfsegger: "Für die Urfahraner Klein- und Mittelbetriebe wird es schwierig Mitarbeiter zu bekommen, weil nach wie vor viele in den Zentralraum abwandern. Arbeitssuchende können aus dem Vollen schöpfen. Die doppelte Dramatik ist, dass die jetzt fehlenden Lehrlinge später auch als Fachkräfte fehlen. Auch bei den älteren Arbeitnehmern ist in Urfahr-Umgebung wenig Potenzial." Wolfsegger sagt, dass sogenanntes "Employer Branding", also dass Betriebe ihre Vorzüge in den Vordergrund stellen, in Urfahr-Umgebung noch viel wichtiger werde. Ein wesentlicher Nachteil des Zentralraums sei der tägliche Stau, der nächstes Jahr noch schlimmer werde.

Unternehmer über 2018

Die meisten Unternehmer des Bezirks sind optimistisch. "Positiv nach vorne schauen, jammern hilft nichts", sagt etwa der Ottensheimer Goldschmied Klaus Anselm. Viel hänge von der allgemeinen Stimmung ab, "zum Beispiel Sparpakete der Politik wirken sich eher negativ aus". Anselm setzt ausschließlich auf Eigenproduktionen, Individualität und neue Märkte, um mit den Hochzeitsmessen konkurrieren zu können. Generell sei der Handel derzeit stark im Wandel, weiß die Gallneukirchner Unternehmerin Gisela Gabauer, die im Papier-, Schreib- und Spielwarengeschäft ist. "Bei den Spielwaren nimmt der Online-Handel stark zu", sagt Gabauer.
Sebastian Auer, von Auer Mode in Gallneukirchen, möchte das sehr gute Jahr 2017 wiederholen. "Durch das 100-Jahr-Jubiläum heuer hatten wir zwar mehr Ausgaben, aber auch mehr Einnahmen. Wir wollen das Ergebnis 2018 halten", ist Auer optimistisch. In der Autobranche sei es schwierig Prognosen zu treffen, meint Thomas Hammerschmid, Chef vom Autohaus Bad Leonfelden: "Wenn der Privatkonsum stärker wird, läuft es auch bei uns gut. Dann greifen auch Klein- und Mittelunternehmen öfter bei Dienstfahrzeugen zu."
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