Aus nach 25 Jahren
Bekommt der Wörthersee einen neuen "Lost place"?
- Die Tennishalle auf der Bahnhofstraße in Velden am Wörthersee soll bald abgerissen werden.
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Es riecht nach Gummi, Filzbällen und Schweiß liegt in der Luft. Ein Gemisch für Nostalgiker. Wenn man die Tennishalle in Velden am Wörthersee betritt, hat das was von wahrer Sport-Romantik. Doch diese ist ab kommendem Donnerstag abrupt Geschichte. Spiel, Satz - und Niederlage.
VELDEN AM WÖRTHERSEE. "Es ist mein Lebenswerk gewesen."
Wir sind in der Bar der Tennishalle in Velden auf der Bahnhofstraße. Traurig steht Noch-Inhaberin. Petra Dernoschnig mit ihrer Mitarbeiterin am Tresen - und zapft noch eines der letzten Biere.
Denn am 1. 10 wird nicht etwa 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Stattdessen sind dann die Lichter hier aus! Die Wirtin hat schon mit dem Ausräumen begonnen. Die Mitarbeiter verlieren ihren Job.
- Petra Dernoschnig und ihre Mitarbeiterin zählen die Tage im Lokal.
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Im April bekam die langjährige Pächterin aus ihrer Sicht überraschend Bescheid, dass der Pachtvertrag von der Marktgemeinde Velden zum 30. September gekündigt wird. "Das war ein Schock", sagt sie, "nach 25 Jahren, so kurz vor der möglichen Pension."
Und genauso für die Tennis-begeisterten Spielerinnen und Spieler, die Kids aus der ganzen Region, die nun ihre Halle und die Außenplätze mit einem Schlag verlieren. Denn: Die Fläche soll anders genutzt, veräußert werden, denn sie wird für die International School Carinthia (ISC) benötigt.
Von Vereinsseite heißt es, nach Bekanntgabe der Kündigung habe man den Vizebürgermeister Sandro Spendier ins Klubheim eingeladen und gebeten eine Übergangslösung bis zum tatsächlichen Baubeginn zu finden. Ein Echo sei indes ausgeblieben.
Tennis-Chaos: Verein TC Raiba hat sich aufgelöst
Mit einer von mehr als 351 Unterstützern gezeichneten Unterschriftenliste versuchten die Sportler zusätzlich verzweifelt noch eine Kompromisslösung zu erwirken: Solange noch nicht gebaut werde, sollte der Betrieb am Laufen gehalten werden. Gerade wegen des Mangels an Möglichkeiten im Winter.
Außerdem erinnerte man die Verwaltung in dem Appell an ein einst gemachtes Versprechen: Es sollte für sie nahe der Waldarena eine neue Tennishalle entstehen.
- Am 1.10 endet eine sportliche Ära für die Tennisfreunde. Der hiesige Verein TC Raiba ist bereits aufgelöst.
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"Die Tennishalle und die dazugehörigen Tennisplätze sind ein wichtiger Bestandteil unseres
Gemeindelebens und sollten zumindest bis zum Baubeginn des geplanten Projektes erhalten bleiben" , hieß es in der Petition, "Wir ersuchen Sie daher den Fortbestand der so wichtigen Anlage für die Bevölkerung bzw. für die Gäste bis zum Baubeginn zu sichern und darüber hinaus dafür Sorge zu tragen, dass die geplante neue Tennishalle samt zusätzlichen Plätzen bei der Waldarena zeitnah errichtet wird".
Doch daraus wird nichts. Vor einer Einigung und einem Kaufvertrag mit der Schule müsse der Komplett-Abriss der Halle erfolgt sein, sei die Bedingung.
Auch Petra, die mit ihrem Mann die Plätze außen und innen seit Jahren selbst instandhielt, hätte den Übergangs-Plan nicht mitgemacht.
"Ich habe mich damit abgefunden, weil ich Jahrzehnte das Lokal sieben Tage die Woche geführt habe", sagt die Veldenerin, "Und ich habe von Anfang an gesagt, wie die Idee aufgekommen ist mit der Unterschriftenliste: Ich unterstütze Euch, doch ihr müsst euch auch einen Betreiber suchen."
Dem Vernehmen nach fehlte ihr wegen der erhaltenen Kündigung bei den laufenden Kosten eine Sicherheit, Klarheit, ja Perspektive. Wird das Areal in Filet-Lage Veldens nun zu einem verwahrlosenden Lost place?
MeinBezirk.at fragte bei der Marktgemeinde Velden nach.
- Petra (r.) hatte die Halle bis zuletzt instandgehalten.
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"Die Enttäuschung der Tennisspielerinnen und Tennisspieler können wir nachvollziehen. Die Kündigung des Pachtverhältnisses war jedoch keine Entscheidung gegen den Tennissport, sondern erfolgte aufgrund des baulichen und technischen Zustandes der Anlage, bestehender Haftungsrisiken, der wirtschaftlichen Situation sowie der geplanten Entwicklung des Areals", begründet Amtsleiterin Daniela Hofer.
Sie bestätigt die ursprünglichen Verlagerungs-Planungen: "Im Zuge früherer Überlegungen zur Quartiersentwicklung wurde auch eine Bündelung der Sport- und Freizeitnutzungen im Bereich der Waldarena angedacht. Dieser Entwicklungsansatz findet sich grundsätzlich auch im aktuellen Örtlichen Entwicklungskonzept.
Seine Umsetzung setzt jedoch mehrere vorgelagerte Maßnahmen, insbesondere auch die Absiedelung bestehender Gemeindebetriebe, sowie erhebliche Investitionen voraus. Die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren wesentlich verändert, sodass die Errichtung einer neuen Tennishalle dort derzeit nicht umgesetzt werden kann."
Es fehlt also das Geld. Und auch die Kompromisslösung ist inzwischen vom Tisch.
- Am Bauhof bei der Waldarena war es der Plan, eine neue Tennishalle als Alternative aufzubauen.
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Hofer dazu: "Eine befristete Weiternutzung der bestehenden Tennisanlage bis zum tatsächlichen Flächenbedarf wurde von der Gemeinde nicht ausgeschlossen. Vielmehr war vorgesehen, diese Möglichkeit im Rahmen der anstehenden Gespräche mit der ISC zu thematisieren und zu prüfen, ob eine entsprechende Übergangslösung möglich ist.
Die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen waren noch zu klären. Der TC Raiba Velden hat uns in weiterer Folge allerdings mitgeteilt, unter den gegebenen Rahmenbedingungen keine realistische Möglichkeit für eine Fortführung mehr zu sehen und die Auflösung des Vereins angekündigt."
Was wird aus dem "Familiensilber" von Velden?
Gesagt, getan.
Der Verein TC Raiba wurde am Sonntag aufgelöst, Mannschaften haben sich schon woanders in der Region, z.B. in Warmbad, angeschlossen.
Nicht wenige im Ort fragen sich, was wohl mit dem zu erwartenden Verkaufserlös in Millionenhöhe geschehen werde? Wo doch das 8900 m2 fassende Grundstück das sprichwörtliche "Familiensilber" der Gemeinde darstelle.
- Die Anlage an der Bahnhofstraße soll weichen.
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Noch sitzen an diesem Montag treue Stammgäste im Lokal der Tennishalle, doch ab dem 1. Oktober droht die Anlage zu einem "Lost place" auf unbestimmte Zeit zu verkommen.
Petra traurig: "Gestern früh hat mich eine Dame angerufen. Sie ist jetzt 95, aber hat, bis sie 89 Jahre war, sicher bei uns Tennis gespielt..
Sie habe gehört, dass die Halle schließt und wollte wissen, ob das tatsächlich stimme. Sie war komplett traurig und sagte, es täte ihr so leid für mich. Wir sind alle vor den Kopf gestoßen worden."
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