Neues Schulfach
Digital fit – schon in der Schule

Ziel des neuen Faches ist es, Kindern und Jugendliche die Nutzung der Sozialen Medien näher zu bringen, da manche Fälle zu großen psychischen Schäden führen. | Foto: WavebreakMediaMirco.stock.adobe.com
  • Ziel des neuen Faches ist es, Kindern und Jugendliche die Nutzung der Sozialen Medien näher zu bringen, da manche Fälle zu großen psychischen Schäden führen.
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Ab dem kommenden Schuljahr stehen zusätzliche Stunden für das Fach „Digitale Kompetenz“ am Stundenplan. Wir haben uns bei drei Villacher Direktoren umgehört, wie sie diese Neuerung sehen.

Felix Kucher (BG/BRG Perau): „Bei uns gibt es schon seit Jahren schulautonom in allen vier Jahren der Unterstufe das Fach "Informatik", in dem nicht nur die Beherrschung von Office-Software erlernt wurde, sondern auch grundlegende Fragen zu den Themen Datenverarbeitung, Internet, Sicherheit im Netz, kritische Auseinandersetzung mit Netzinhnalten usw. gelehrt wurde. Daneben gibt es - ebenfalls bereits in der Unterstufe - das Freifach "Robotik", in dem einfache Roboter programmiert werden. Mit der Einführung des Pflichtfaches "Digitale Grundbildung" wird sich ab Herbst an unserer Schule daher nur wenig ändern. Inhalte, die jedenfalls verpflichtend für alle neu hinzukommen, sind einerseits praktische Sachen wie z.B. Coding (einfaches Programmieren), andererseits eher abstrakte Inhalte wie "Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Wechselwirkungen durch den Einsatz digitaler Technologien", die es erst zu konkretisieren gilt. Zweifellos ist eine "digitale Grundbildung" wichtig. Meiner Meinung nach sollte aber mindestens so viel Wert darauf gelegt werden, dass sich Schüler in Wort und Schrift angemessen und korrekt ausdrücken können - und zwar in allen Fächern. Das spielt in den Lehrplänen de facto keine Rolle mehr. Also eine Art Spracherziehung - auch wenn das altmodisch klingen mag.“

Peter Kusstatscher, Direktor HTL Villach: „Wir bilden ja grundsätzlich in all unseren Abteilungen digitale Kompetenzen aus, sowohl in den digitalen Kernabteilungen Informatik und Informationstechnologie als auch in der Bautechnik. Ich denke nicht, dass wir zukünftig Zusatzstunden bekommen, denn das ist ja unser tägliches Brot. Unser neuester Fachzweig, die „Cybersecurity“, beschäftigt sich ja bereits mit den Sicherheitsfragen in unserer digitalen Welt. Ziel ist dabei, die Sicherheitsfragen im Netz zu lösen, verantwortungsvoll damit umzugehen und Informationsquellen kritisch bewerten zu können. Die Medienabteilung bildet die Schlüsselqualifikationen der digitalen Kommunikation aus und zählt heute zu den Grundkompetenzen der modernen Gesellschaft. Ich denke, hier sind wir im Sekundären Bildungsbereich schon recht gut aufgestellt. Aufgabe der Politik ist es, zeitnah im Mittelschulbereich digitale Grundkompetenzen mit Hilfe wirklich sehr gut ausgebildeter Pädagogen und Pädagoginnen zu unterrichten. Dabei sind jedoch noch immer die Kernkompetenzen wie Rechnen, Lesen und Schreiben Voraussetzung für den Einstieg in einen digital geprägten Bildungsweg. Zusatzstunden sind sicher ein Anfang, gut facheinschlägig ausgebildete Pädagogen bilden aber hier die Voraussetzung zum Erfolg.

Florian Buchmayer, Direktor HAK Villach: „Der neue Pflichtgegenstand „Digitale Grundbildung“ ist ausschließlich für die Sekundarstufe I, also nur in den Mittelschulen bzw. der AHS-Unterstufe vorgesehen. Schon bisher gab es diesen Gegenstand, allerdings nur als unverbindliche Übung und damit ohne Beurteilung. Insbesondere in den Handelsakademien gibt es gleich mehrere Gegenstände, wie Wirtschaftsinformatik, Officemanagement und angewandte Informatik, in welchen die Schüler umfassende digitale Kompetenzen auf Spitzenniveau erwerben. Der richtige Umgang mit der Digitalisierung sollte in unserer modernen Wirtschaftswelt eigentlich bereits wie eine notwendige Grundkompetenz betrachtet werden. Wichtig ist es, hier neben dem technischen Know-how vor allem auch den richtigen Umgang mit digitalen Medien und Daten zu vermitteln.“

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Foto: Franziska Marhold
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