Mehr Kontrollen: Das Sicherheits-Paket für den Villacher Kirchtag

Hunderttausende Besucher des Kirchtags wollen Spaß. Für die Exekutive ist der Einsatz heikel
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  • Foto: Villacher Kirchtag
  • hochgeladen von Wolfgang Kofler

VILLACH (kofi). Am Sonntag beginnt der 74. Villacher Kirchtag. In Zeiten von Terroranschlägen auf Festen und Menschenansammlungen ist so eine Großveranstaltung längst nicht mehr nur Anlass zu Freude und Ausgelassenheit, sondern auch eine Phase hochsensibler Polizeiarbeit. Und so ist das Sicherheits-Paket, das den heurigen Kirchtag begleitet, das größte, das je geschnürt wurde:

Video. Nach guten Erfahrungen mit den Kameras, die im Vorjahr erstmals am Hauptplatz und auf der Draubrücke platziert worden sind, werden auch heuer Videoüberwachungen verwendet. Sogar über eine Ausweitung dieser Maßnahme auf weitere Kameras wird nachgedacht. Vorteil: Die Geräte sind mit Nachtsichtfunktion ausgestattet, helfen also auch im Dunkeln mit gestochen scharfen Bildern.

Hubschrauber. Auch ein sogenannter FLIR-Helikopter steht zur Überwachung zur Verfügung. Er arbeitet mit einer Videokamera, die aus großer Höhe perfekte Bilder liefern kann. "Ich bekomme diese Aufnahmen direkt auf meinen Laptop", erklärt Villachs Polizeichef Erich Londer diese Unterstützung für einen Ernstfall.

Sperren. Bei allen größeren Zufahrtsstraßen zum Kirchtagsgelände werden Polizeiautos quer abgestellt sein, um mögliche Amokfahrten zu verhindern.

Taschenkontrollen. Nach ersten positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr werden heuer die Taschenkontrollen an den Eingängen und am Kirchtagsgelände verstärkt, sagt Londer: "Waffen oder Drogen – es gibt vieles, das beim Kirchtag nichts verloren hat."

Zivil-Polizei. In Summe aber, sagt Londer, setze man in Villach auf diskrete Arbeit. Daher werden viele Polizisten zivil am Gelände unterwegs sein. Diese "Lederhosen-Beamten" sind mit Kameras ausgestattet, dokumentieren damit Vorfälle und leiten die uniformierten Kollegen zu Problemherden. "Damit haben wir exzellente Erfahrungen gemacht", sagt Londer. Täglich wären mehr als 100 Exekutivbeamten möglichst diskret vor Ort.

Schulungen. Heuer neu: Mit einer Sicherheits-Schulung sollen die rund 200 Betreiber der Zelte und Stände mit Basiswissen für Ernstfälle ausgestattet werden. "Jeder muss wissen, wo die Fluchtwege verlaufen und was bei Panik zu tun ist", sagt Kirchtagsvereins-Obmann Joe Presslinger. Dabei denkt er weniger an Terror als an Unwetter: "Bei einem Gewitter müssen alle Menschen raus aus den Zelten, weil dort Gefahr droht", sagt er: "Das muss man halt wissen, um die richtigen Maßnahmen treffen zu können." Daher gebe es die Schulung.

Gratwanderung

In Summe ist der gesamte Kirchtagseinsatz für die Exekutive eine Gratwanderung: "Unser erklärtes Ziel ist es, sehr präsent zu sein. Allerdings ohne dass es von den Gästen bemerkt wird. Wir wollen keine Spaßverderber sein", sagt Londer.

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