02.07.2017, 18:48 Uhr

Für immer dein ...

Die frei erfundene Handlung "meines Heimatromans" spielt im Hochtal,
zu Fuße des markanten Gipfel des Großglockners,
der einst mächtigen, beeindruckenden, eiszeitlicher Gletscherzunge;
wo die Schmelze unaufhaltsam seit Jahrzehnten begonnen hat.

Eine dramatische Entwicklung des globalen Klimawandels unserer Zeit!

Die eisige Pasterze,
mit tückischen, spaltartigen Öffnungen in der Gletscheroberfläche
ist und bleibt stehts herausfordernd an Gefahren und Verderben,
dem es nur ganz selten ein entrinnen gibt.
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Marlene, die Tochter eines reichen Berghofes,
wächst glücklich und sorglos oberhalb von Heiligenblut auf.
Ihr Zuhause ist ein prächtiger Bergbauernhof, inmitten der Dreitausender,
in der einmalig schönen Hochgebirgslandschaft, in der Schober- und Großglocknergruppe; wobei der Großglockner majestätisch und gigantisch,
rundherum die Hochgebirgswelt überragt.

Sie kennt weder Sorgen noch Entbehrungen,
bis zu dem verhängnisvollem Tag, an dem der Gletscher;
Jahrtausende Jahre alt, aus Schnee zu Eismassen gepresst und geformt
zu gefährlichen Schönheiten und tückischen Spalten,
eine Leiche wieder freigibt.

Ein goldenes Kettchen mit einem Anhänger in Herzform,
in dem die Worte: Für immer dein - eingraviert sind,
erreicht über zwanzig Jahre später seine Besitzerin ...

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Es war um die Mittagszeit, als ich endlich die Alm erreichte.
Der Himmel, von so einem unvergleichbaren Blau,
war wolkenlos in der Schober- und Großglocknergruppe
und mein Blick verweilte auf dem Großglockner.
Welch ein Panorama, für mich war es Alltag
und doch immer wieder überwältigend.
Majestätisch und gigantisch überragte er rundherum die Bergwelt.
Um seinen Gipfel hatte sich jetzt eine Wolkengruppe verfangen,
aber irgendwann würde der Wind sie spielerisch vertreiben
und den Gipfel freigeben.
Das waren dann die Momente, an denen die Touristen
ihre Fotokamera zückten, um diesen Augenblick festzuhalten,
um den Daheimgebliebenen von diesem Ereignis zu berichten.
Von dieser Bergwelt zu erzählen, die unbeirrt Wind und Wetter trotzte,
wo Tausende von Jahren unaufhaltsam der Wind
seine Narben geschlagen hat,
aber er es nur geschafft hat, zerklüftete Felskanten hervorzubringen.
Oder im Gegensatz dazu die Felsenwände zu schleifen,
als hätte ein Riese mit Schleifpapier
alle Unebenheiten der Felsen glatt geschliffen.

So einzigartig bot sich die Bergwelt, dass sie jährlich Tausende begeisterte Bergsteiger anlockte und einem jeden einen unvergesslichen Einblick gewährte.
Es war eine große Herausforderung
und manch einer unterschätzte die Gefahren des Hochgebirges,
die überall lauerten.
Besonders das Wetter, das sehr oft in kürzester Zeit umschlug.

"Meine Heimat", dachte ich mit Stolz und ein Glücksgefühl durchströmte meinen Körper; hier gehöre ich hin und hier war ich verwurzelt.
Jetzt hörte man auch die Mittagsglocken vom Tal heraufschallen.
Von der Kirche in Heiligenblut, die wie ein Finger Gottes in den Himmel ragte.
Sie wirkte so zart und zerbrechlich in diesem Urgestein der Berge.
Rund um die Kirche war der Friedhof angelegt. Letzten Sommer musste ich dort Abschied nehmen von meiner geliebten Großmutter; noch heute verspüre ich den Schmerz in meiner Brust.
Sie hatte mich so viele Jahre meines Lebens begleitet.
Keiner sonst konnte so schaurige schöne Geschichten erzählen.
Von Berggeistern und Wasserelfen, die auf der anderen Seite der Grasnarbenschlucht beim Schleierfasserfall ihr Unwesen trieben,
wo sie in Jahrtausenden von Arbeitsjahren
die schönsten Naturschluchten geschaffen hatten.
Senkrechte Felswände verengten die wildromantische Schlucht;
nur das Brausen und Toben des Wassers erfüllte dort die Luft.
Dort stürzt sich das Wasser die Felsen hinunter,
dass es optisch wie ein Schleier aussah.
An manchen Tagen spiegelte sich die Sonne in der Gischt des Schleiers
und ein farbenprächtiger Regenbogen in einer Vielfalt aus Farben
leuchtete atemberaubend aus diesem sprudelnden Wasser.
Das war der Moment, am dem die Wasserelfen die Herzen zweier Liebenden
mit ihren unsichtbaren Schleiern umspannten,
sodass sie nicht mehr voneinander lassen konnten
und einer ohne den anderen nicht mehr leben konnte.

Davon wusste die Großmutter zu erzählen und das war meine Lieblingsgeschichte.
Nur sie konnte sie so sanft und fesselnd erzählen -
und jetzt blieb mir nur die Erinnerung an sie.

"Was träume ich denn wieder am helllichten Tag vor mich hin?",
schallt es in mir und hurtig sprang ich auf. Der Vater hatte mich auf die Alm geschickt, um nach dem Braunvieh zu sehen.
Schnell nahm ich den Rucksack wieder auf die Schulter
und machte mich auf die Suche nach der Herde. Ein Adler drehte hoch am Himmel seine Runden. Mit sicheren Schritten ging ich den steilen Steg
zwischen den Almrosen entlang,
der mich auch zu unserer Schutzhütte führte ...

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Kurzfassung des Textes ist aus einer Sammlung von verschiedenen Kurzgeschichten,
die in Zusammenarbeit mit meiner Enkeltochter Julia entstanden sind;
vervollständigt wird das Büchlein: Erinnerungen bleiben immer jung
mit entzückenden Zeichnungen ...

Novum - Verlag
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elisabeth pillendorfer aus Leopoldstadt | 02.07.2017 | 21:16   Melden
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Doris Schweiger aus Amstetten | 03.07.2017 | 09:02   Melden
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Elisabeth Schnitzhofer aus Tennengau | 03.07.2017 | 11:18   Melden
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Herta Goldschmied aus St. Veit | 03.07.2017 | 12:16   Melden
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Friederike Neumayer aus Tulln | 03.07.2017 | 19:45   Melden
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Hildegard Stauder aus Villach | 06.07.2017 | 18:58   Melden
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