21.10.2014, 20:00 Uhr

Haben Intensität unterschätzt

VSV Obmann Giuseppe Mion: "Wir müssen uns leider von zwei Spielern verabschieden."

Giuseppe Mion über den schwachen Saisonstart des VSV, die Champions League und die Bundesliga.

VILLACH (cram). Sechs Mal war er mit dem VSV Meister, dreimal als Spieler, dreimal als Funktionär. Er kämpft mit dem VSV, der in einer eher kleinen Stadt angesiedelt ist und dessen Budget knapp ist gegen Vereine aus Landeshauptstädten und Vereine, deren Sponsoren Kontoauszüge in siebenstelliger Höhe vorweisen können.

Der Saisonstart des Vize-Meisters ist sehr bescheiden. Woran liegt es?
MION: Der Championsleague-Start war zufriedenstellend, wir haben aber die Intensität unterschätzt, mit der in dieser Liga gespielt wird. Die langen Anreisen und der Pool an verletzten Spielern haben ihr Übriges beigetragen. Wir haben das nicht so schnell verdaut, wie wir hofften. Das hat uns doppelt weh getan und zusätzlich Energie gekostet, außerdem ist unser Kader für diese Profiliga zu klein. Der VSV ist keine reine Profimannschaft. Profimannschaft bedeutet: Du hast vier Linien mit fertigen Spielern, die die körperliche Verfassung einer A-Gruppen-Eishockeymannschaft haben plus zwei bis drei Ersatzspieler. Davon sind wir meilenweit entfernt.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
Die Philosophie des VSV ist es, mit eigenen jungen Spielern zu spielen, wir setzen auf unsere jungen Spieler. Das ist der "Villacher Weg", den wollen wir nach wie vor gehen. Trotzdem müssen wir jetzt Umstellungen vornehmen und werden uns am 19. November von zwei Spielern trennen. Wer das sein wird, bleibt vorerst geheim.

Auch der KAC startete schwach. Ihr Kommentar?
Das interessiert mich gar nicht, wir müssen schauen, dass wir selbst zurechtkommen.

Sie stehen der Liga kritisch gegenüber, warum?
Viele Eishockeyfans haben vergessen, dass der KAC und der VSV die österreichische Eishockey Liga gerettet haben. Es gab nur mehr zwei Vereine in der Liga, die anderen Clubs waren in Konkurs oder ausgestiegen. Wir haben dann gemeinsam die Idee geboren, mit der zweiten Liga zusammenzuspielen. 
Mit der Regelung, dass die andern Clubs mit vier ausländischen Spielern antreten dürfen und wir nur mit zwei, haben wir sie konkurrenzfähig gemacht. Wir haben sogar eigene Spieler abgegeben. Damit wurde die Eishockeyliga am Leben erhalten.
Jetzt lebt sie wieder. Kann der VSV mit den finanzstarken Vereinen auf Dauer überhaupt noch mithalten?
Jetzt werden von finanzstarken Vereinen viele junge Talente abgeworben. Hier sehe ich eine potenzielle Gefahr für die Liga. Denn wir haben nur acht Vereine in Österreich. Wenn unsere jungen Top-Talente alle in einem Verein spielen, fehlt den anderen der ebenbürtige Gegner. Es muss das Ich weg und das Wir hinein, sonst stehen wir bald wieder dort, wo wir schon einmal waren.
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