Schönwetter hält Retter auf Trab

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BEZIRK (sc). „Der Untergrund ist ausgetrocknet. Steine, die sonst in Erde oder Wurzeln verhaftet sind, werden leicht lose“, erklärt Heinz Hemetsberger, Ortsstellenleiter der Bergrettung Mondseeland.
Durch die Trockenheit komme es heuer verstärkt zu Steinschlägen. Am schlimmsten erwischte es vor Kurzem eine 28-jährige Tschechin am Klettersteig Drachenwand. Sie wurde von einem 15 Zentimeter großen Stein am Kopf getroffen und schwer verletzt. Insgesamt ereigneten sich im Mondseeland seit April zwölf Unfälle auf den Bergen. „Doppelt so viel als vor fünf Jahren“, so Hemetsberger. Der Grund: „Das Berggehen ist viel publiker geworden.“ Die meisten Unfälle würden durch Überschätzung passieren.

Viele Fehlalarme in der Nacht
Rund um die Uhr genutzt wird der Klettersteig Drachenwand in St. Lorenz. „Skitourengehen in der Nacht ist bereits Standard. Dieser Trend schwappt auf Klettersteige über“, so Hemetsberger. Für die Bergrettung Mondseeland ein Problem: „Wir haben fast jede Woche einen Fehlalarm in der Nacht.“ Die Drachenwand sei so einsehbar, das man vom Tal aus das Licht der Stirnlampen sehe. Drehe jemand den Kopf, sehe dies schnell aus wie Lichtzeichen. „Sie werden oft auch unbedacht gegeben – dass der Papa den Kindern zum Beispiel gute Nacht wünscht.“
Hemetsbergers Wunsch ist, dass die Kletterer einen Zettel mit ihrer Handynummer und der Aufbruchszeit aufs Armaturenbrett ihres Autos legen. „Dann können wir anrufen und nachfragen, ob es ein Problem gibt, wenn jemand in der Nacht Lichtsignale meldet“, so Hemetsberger.
„Heuer sind extrem viele Leute in den Bergen unterwegs“, stellt auch Stephan Santer, Ortsstellenleiter der Bergrettung Steinbach/Weyregg fest. „Der Bergsport wird noch mehr Breitensport.“ In seinem Gebiet sei es heuer zu wenig Unfällen gekommen. Probleme mit Steinschlag habe man nicht.

Mahdlgupf wieder begehbar
„Der Mahdlgupf-Klettersteig ist wieder super zu gehen“, freut sich Santer. Ein Feuer hatte dort Anfang August Grünflächen und Büsche niedergebrannt, die Ursache ist nach wie vor ungewiss. Zwei Gewitterregen hätten das Gelände seitdem ordentlich gewaschen, so Santer.
Was ihn ärgert, sind Menschen, die einen Berg unterschätzen und sich dann mit dem Hubschrauber holen lassen, wie es heuer am Attersee schon zwei Mal passiert ist. „Bei fahrlässigem Handeln müsste das von den Leuten selbst bezahlt werden“, meint Santer.

Zur Sache:

Vor der Wanderung ist es wichtig, eine gute Routenplanung durchzuführen. Länge und Schwierigkeit der Strecke ansehen sowie das Wetter beachten. Verbandsmaterial (Druckverband, Aludecke) mitnehmen.
Nicht vergessen, genug Verpflegung (Getränke, Essen) in den Rucksack zu packen!
Eine gute Ausrüstung ist essentiell.
Die Bergretter raten, auch bei Touren am Tag zur Sicherheit immer eine Stirnlampe einzupacken, falls man doch in die Dunkelheit kommt.
Bei einem Unfall Alpinnotruf 140 anrufen. Unter dieser Nummer kommt man in die Landeswarnzentrale des Roten Kreuzes in Linz. Die Mitarbeiter wissen sofort, dass es sich um einen Bergnotfall handelt, alarmieren die Bergrettung und geben bei Bedarf telefonisch Tipps. Wanderer, die nicht mehr weiterwissen, werden mit den Einsatzkräften vor Ort verbunden.

Autor:

Christine Steiner-Watzinger aus Vöcklabruck

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