31.08.2016, 20:00 Uhr

Vogelart ausgestorben

Braunkehlchen sind im Bezirk ausgestorben. 1996 gab es noch 40 Paare. (Foto: Harald Pfleger/BirdLife)

Das Braunkehlchen gibt es im Bezirk Vöcklabruck nicht mehr. Viele seiner Gelege wurden zerstört.

MONDSEELAND. Das Braunkehlchen ist im Bezirk Vöckla-bruck in den letzten Jahren völlig ausgestorben, berichtet die österreichische Gesellschaft für Vogelkunde "BirdLife" in einer Aussendung. Vor Jahrzehnten war die Vogelart in den meis-ten Wiesengebieten Oberösterreichs noch weit verbreitet.

Wenig Raum für Vögel

Durch den flächendeckenden Ausbau der Landwirtschaft würden die Bestände der meis-ten Feld- und Wiesenvögel abnehmen. Ihre Gelege würden häufig der Bewirtschaftung zum Opfer fallen. Gab es 1996 noch 40 Braunkehlchenpaare zwischen Mondsee und Oberhofen, so waren es 2012 nur noch zwei. Nun ist die Art im Bezirk ausgestorben. Die Vögel hätten zu wenig Lebensraum vorgefunden. Sie benötigen ungemähte Wiesenflächen und erhöhte Sitzplätze, wie Zäune oder Stöcke.

Großer Brachvogel brütet

Mit bis zu neun Paaren brüteten zwischen dem Betriebsbaugebiet Mondsee und dem Irrsee-Nordmoor heuer wieder ähnlich viele Große Brachvögel wie in den Vorjahren. In den spät gemähten und düngerfrei gehaltenen Streuwiesen seien die Bedingungen für die Vögel optimal, so BirdLife. Diese werden von den Landwirten bestens gepflegt. Zusätzliche Einflussfaktoren etwa durch Fressfeinde der Brachvögel, wie den Fuchs, den Dachs oder die Rabenkrähe sind anzunehmen. Bei Angriffen der Tiere können Gelege zerstört werden. Ein weiteres Problem seien unkundige Spaziergänger. Beim Betreten der Brutwiesen können sie die Vögel stören und sie von ihren Plätzen vertreiben. Besonders bedrohlich seien auch freilaufende Hunde. „Eine bessere Besucherlenkung rund um die Brutwiesen, eine Ausdehnung von spät gemähten Wiesen und eine Reduktion der Gehölze in der Nähe der Neststandorte stellen die dringendsten Verbesserungen für die Lebensräume von Brachvögeln am Irrsee und bei Mondsee dar“ so der "BirdLife"-Vogelexperte Hans Uhl.
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