14.02.2018, 00:01 Uhr

Thaya: Ortskernbelebung mit einem Himmel voller E-Gitarren

Will im Herbst die Gitarren fliegen lassen: Bgm. Eduard Köck.

Aus einem der ältesten Gebäude Thayas wird ein Veranstaltungszentrum und ein Museum für musikalische Meisterwerke.

THAYA. Es ist wahrscheinlich eines der ältesten Gebäude in Thaya. Das Haus im Ortskern dürfte wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammen und damit eines der ältesten befestigten Bauwerke im Ort gewesen sein. Doch das Haus stand über ein Jahrzehnt leer und ohne eine liebevolle Hand verfiel es zusehends - jetzt kommt die Rettung.

Aktuell wird das Haus neben der Kirche und dem neuen Nahversorger aufwändig saniert - bei den brüchigen Mauern kein einfacher Job. Dennoch: bis in den Herbst entsteht in den Kellerräumen eine Location für Veranstaltungen, seien es Märkte, Weinverkostungen oder ähnliches. Im Obergeschoss soll unterdessen das Lebenswerk von Gitarrenbauer Roland Hauke gekrönt werden: dessen handgearbeiteten Gitarren sollen hier einen würdigen Platz finden - und so auch erstmals der breiten Öffentlichkeit zugänglich werden. Die Idee: Über den Abzug der alten Rauchkuchl sollen die Gitarren entschweben. "Bei uns hängt der Himmel eben nicht voller Geigen, sondern E-Gitarren", erklärt Bürgermeister Eduard Köck bei einem Rundgang durch die historischen Gemäuer. Unter dem Dach soll schließlich ein Sammlung über die Gemeinde Thaya mit Fotos und Dokumenten entstehen - eine Art Ortschronik zum Angreifen.

Upcycling-Bauweise

Üblicherweise verschlingen derartige Projekte Unsummen - man denke beispielsweise an die Sanierung des Stadthotels in Waidhofen. In Thaya geht man anders an die Sache heran: "Alles in allem wird die Sanierung rund 100.000 Euro kosten", erklärt der Orts-Chef. Die Gemeinde ist der Bauherr und fast die gesamten Arbeiten werden von den Mitarbeitern des Bauhofs übernommen. Ein Bauhistoriker und das Denkmalamt sind die einzigen "externen" Stellen, mit denen man zusammenarbeitet.



Dabei soll möglichst viel von der historischen Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern auch sichtbar bleiben - von der jahrhundertealten Decke bis zu den Lehmziegeln. Da die Türen vom Vorbesitzer entfernt wurden, hat man sich "neue" organisiert: aus einem weiteren alten Haus, das vom Besitzer abgebrochen wurde. "Wir hatten Glück. Die passen genau hinein", so Köck.

Ein Bauhistoriker soll jetzt noch das genaue Alter des zukünftigen Veranstaltungszentrums bestimmen, was durch zahlreiche Zu- und Umbauten ebenfalls nicht ganz einfach sein dürfte. Fix ist nur: im September sollen in Thaya die Gitarren fliegen.
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