Schock bei Feuerwehr Marchtrenk
40 Mitglieder und Kommando treten zurück

- Die Feuerwehr Marchtrenk muss derzeit einen ganz anderen Brand löschen: Nach Vorwürfen gegen das Kommando steht jetzt der Rücktritt eines Großteils der Truppe im Raum.
- Foto: laumat.at
- hochgeladen von Philipp Paul Braun
Paukenschlag im Finanzskandal um die Feuerwehr Marchtrenk: Nicht nur das umstrittene Kommando, sondern auch rund 40 Mitglieder der Truppe sollen jetzt austreten. Die Aufregung ist groß, Notfallpläne sollen die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten.
MARCHTRENK. Lange schwelte der Konflikt in der FF Marchtrenk, nun gibt es eine neue unerwartete Entwicklung. Nachdem gegen das vierköpfige Kommando wegen finanzieller Ungereimtheiten ermittelt und ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, gibt es nun eine Erklärung: Die Führung gab ihren Rücktritt bekannt – und rund 40 Mitglieder sollen folgen.
"Heute Morgen um 7.30 Uhr ging ein Schreiben ein, lapidar über zwei Zeilen", bestätigt Bürgermeister Paul Mahr (SPÖ). Seit gestern habe es Gerüchte gegeben, deshalb seien gleich Gespräche mit dem Abschnitts- und Bezirkskommandanten eingeleitet worden. "Es gibt einen Einsatzplan, damit die Feuerwehr handlungsfähig bleibt. Die Sicherheit der Bevölkerung ist gegeben." Andere Feuerwehren müssen jetzt den Job der Marchtrenker miterledigen.
Nicht namentlich aufgeführt
"Ich habe hier das Schreiben vor mir liegen, das besagt, dass 40 Mitglieder austreten wollen, sie sind aber nicht namentlich aufgeführt", sagt Bezirksfeuerwehrkommandat Johann Gasperlmair. "Es muss noch verifiziert werden, ob da wirklich jemand austreten will, das kann man jetzt noch nicht sagen." "Eine Schlagkraftbeurteilung durch den Landesfeuerwehrinspektor ist in Vorbereitung, wenn es wirklich zu den Austritten kommt. Abhängig davon werden dann weitere Schritte gesetzt."
"Andere mithineingezogen"
"Ich bin sehr traurig, dass sich die Causa auf die Mitglieder ausgeweitet hat. Das Verfahren richtete sich nur gegen das Kommando und nie gegen das Feuerwehrwesen", sagt Mahr. "Schade, dass nicht der Rücktritt erfolgt ist, auf den wir alle gewartet haben, und endlich wieder Ruhe und Vertrauen einzieht, sondern dass auch noch andere mithineingezogen wurden."
Ermittlungen laufen
Die FF Marchtrenk zählte bisher mehr als 100 Mitglieder, mehr fast 40 Prozent sollen nun plötzlich nicht mehr im Dienst sein. Auslöser waren Vorwürfe gegen die Führungebene wegen fehlender Rechnungen, fragwürdige anschaffung eines Dienstwagens. Auch die Staatsánwaltschaft schaltete sich ein: Sie ermittelt wegen schweren Betrugs und schweren gewerbsmäßigen Diebstahls. Im Zentrum der Ermittlungen stehen unterschlagene Zahlungen für Swimmingpool-Befüllungen.
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