Gehört Arbeiterkammer Wien
Ehemalige Abendschule wird abgerissen, Proteste auf der Wieden
- Die Initiative "Allianz für Substanz" protestiert gegen den bevorstehenden Abriss der ehemaligen Abendschule der AK Wien.
- Foto: zVg
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Die Arbeiterkammer Wien reißt die ehemalige Abendschule ab, um einen Youth Campus zu errichten. Die Entscheidung, das alte Gebäude nicht zu erhalten, führt zu Protesten.
WIEN/WIEDEN. Die ehemalige Abendschule der Arbeiterkammer Wien in der Wiedner Plößlgasse ist mit Baugittern eingezäunt. Container für Schutt und Personal stehen bereit: Die Arbeiten für den Abriss des Gebäudes laufen.
Die AK lässt die ehemalige Abendschule zum Youth Campus "Yoca" umgestalten. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs optierten die Bauwerbenden für den Neubau des Gebäudes. Diese Entscheidung führt bis heute zu Kritik. Wieso reißt man ein intaktes Gebäude ab? Mit einer Protestaktion brachte die Initiative "Allianz für Substanz" die Diskussion jüngst wieder ans Tageslicht.
Champagner und Luftballone
Die Gruppierung "Allianz für Substanz" setzt sich gemeinsam mit den "Architects für Future Austria" dafür ein, dass für Bauprojekte die bestehenden Mauern genutzt und nicht abgerissen werden. Das sei nachhaltiger als ein Abriss und Neubau.
Die engagierten Architektinnen und Architekten sind sich sicher: Die Plößlgasse 13 könnte man weiterverwenden. Mit Champagnerflaschen und Luftballonen stellte sich die Initiative vor das Gebäude und feierte einen symbolischen Umbaubeginn. Klarstellen will man damit: "Noch ist es nicht zu spät, die Abrisspläne noch einmal zu überdenken."
- Die alte TGA wird nicht mehr benutzt, sie soll jetzt abgerissen werden.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Die ehemalige Abendschule wurde im Jahr 1964 errichtet und 1984 erweitert. In den vergangenen Jahren wurde es aufgrund der Baufälligkeit nicht mehr genutzt. Nun soll der Standort zu einem Bildungshaus für junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren werden.
"Sanierung lohnt sich nicht"
Wieso lässt die AK das Gebäude abreißen? Bei der Verkündung des Projekts erklärte der Architekt des Gewinnerprojekts, Martin Haas: "Eine Sanierung lohnt sich nur, wenn die Grundstruktur des Gebäudes für die geplante Nutzung weiter Sinn macht. Das ist hier nicht der Fall."
Der Bestand wäre veraltet. Er würde keine Barrierefreiheit erlauben. Weiters würde die Raumaufteilung – jene einer klassischen Schule – keine flexiblen Räume und Begegnungsflächen ermöglichen, wie es für den Yoca geplant ist. Den Abriss würde man bestmöglich nutzen: Baumaterialien werden wiederverwertet und das Gebäude umfassend klimaneutral gestaltet.
Ginge es anders?
Die Allianz für Substanz widerspricht der Aussage, ein Neubau sei die beste Option. Daria Vincze von Architects for Future Austria verweist auf andere Wettbewerbsentwürfe, welche bewiesen hätten, dass der Bestand genutzt werden kann.
MeinBezirk hat damals mit dem zweitplatzierten Architekturbüro gesprochen: "Über ein Jahr lang haben wir Daten gesammelt. Diese unterstützen die These, dass eine Sanierung ausreichend gewesen wäre", erklärte Architekt Peter Thalbauer.
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