Initiative Gürtel Liebe
Anrainer fordern mit Petition ein Tempolimit am Gürtel
- Die Gruppe fordert seit Jahren ein Tempolimit.
- Foto: Gürtelliebe
- hochgeladen von Laura Rieger
Die Initiative Gürtel Liebe kämpft für mehr Ruhe und Sicherheit entlang der Wiener Verkehrsader. Mit einer neuen Petition soll nun gezeigt werden, wie groß die Unterstützung für Tempo 30 am Gürtel ist.
WIEN. Um herauszufinden, wer sich für einen verkehrsberuhigten Gürtel einsetzt, reicht oft schon ein Blick nach oben. Denn die pinkfarbenen Stoffplakate mit gelbem Herz, die man einfach aus den Fenstern hängen kann, sind mittlerweile an unzähligen Gebäuden entlang des gesamten Gürtels zu sehen. (siehe unten)
Dahinter steckt die Anrainer-Initiative Gürtel Liebe, die sich seit Jahren mit Demonstrationen und Gürtelsperren für ein ruhigeres Leben rund um die Wiener Verkehrsader einsetzt. Erzielt werden kann das laut der Initiative jedoch nur mit einer Maßnahme: einem flächendeckenden Tempo 30. Dass die Bereitschaft dafür in der Bevölkerung gegeben ist, möchte man jetzt mit einer Petition beweisen.
Ein Tempolimit mit Wirkung
„Tempo 30 in der Stadt bringt nur Vorteile: weniger Lärm und Unfälle bei besserer Luft und das bei kaum veränderten Fahrzeiten“, erklärt Gürtelanrainer Clemens Schneider von Gürtel Liebe. Bislang habe er keinen „triftigen Grund“ genannt bekommen, der gegen diesen Vorschlag sprechen würde.
- In der Kutschkergasse hängen Banner aus dem Fenster.
- Foto: Laura Rieger/MeinBezirk
- hochgeladen von Laura Rieger
Ziel der neuen Petition sei es daher, mit einer Temporeduktion auf 30 km/h die Lärm- und Gesundheitsbelastungen für die Anrainerinnen und Anrainer zu senken und die Sicherheit zu erhöhen. Damit könne sich laut der Initiative die Lebens- und Aufenthaltsqualität für Anrainerinnen und Anrainer, Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Beschäftigte rund um den rund 13 Kilometer langen Gürtel verbessern.
Unterstützung aufzeigen
Aktuell gilt am Gürtel eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Eine Reduktion auf Tempo 30 würde den Schalldruckpegel des Rollgeräusches bereits um acht Dezibel senken. „Das wäre eine riesige Entlastung“, erklärt Schneider. Gegen das häufig vorgebrachte Argument, dass ein Tempolimit zu längeren Fahrzeiten oder zusätzlichen Staus führen würde, kontert die Initiative mit einer aktuellen Erhebung des Netzwerks Eurocities.
In 38 europäischen Städten hätten sich demnach keine generellen negativen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss oder die Fahrzeiten nach der Einführung niedrigerer Geschwindigkeitslimits gezeigt. 75 Prozent der befragten Städte berichteten sogar von weniger Verkehrstoten und Verletzten.
Mit der Petition will Gürtel Liebe der Stadt Wien daher jetzt zeigen, dass viele Wienerinnen und Wiener Tempo 30 am Gürtel unterstützen. Die Initiative fordert weiters eine wissenschaftlich begleitete Testphase, um die tatsächlichen Auswirkungen einer Temporeduktion zu messen. Untersucht werden sollen insbesondere Luftqualität, Verkehrslärm, Unfallzahlen, Verkehrsfluss und Fahrzeiten. Mit diesen Ergebnissen können dann die Auswirkungen auf Basis konkreter Wiener Daten bewertet werden. Die Petition kann unter tempo30.guertelliebe.at unterschrieben werden.
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