Donau-Studie 2026
Rekordfund – so viele Arten leben jetzt in unserem Fluss
- Aktuelle Zwischenergebnisse aus den Bereichen Chemie und Makrozoobenthos zeigen, wie moderne Wissenschaft dazu beiträgt, die Donau langfristig zu schützen.
- Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
- hochgeladen von Sandra Blumenstingl
Das Zwischenergebnis der sogenannten "Joint Danube Survey 5" liegt jetzt vor. Die modernste Untersuchungsmethode misst mehr als 99.000 chemische Parameter in der Wiener Donau.
WIEN. Die Donau verbindet auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer zehn Länder und zählt zu den wichtigsten Flüssen Europas. Um ihren ökologischen Zustand regelmäßig zu überprüfen, wird derzeit im Rahmen der Joint Danube Survey 5 (JDS5) die bisher umfangreichste Untersuchung des Donaueinzugsgebiets durchgeführt. Erste Zwischenergebnisse aus den Bereichen Biologie und Chemie zeigen, wie moderne Forschung zum langfristigen Schutz des Flusses beiträgt.
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) betont: „Die Donau ist eine unserer wichtigsten Lebensadern. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich die Wasserqualität weiter verbessert hat. Gleichzeitig wurden mehr als 500 verschiedene Bodenbewohner nachgewiesen – ein eindrucksvoller Beleg für die biologische Vielfalt. Dennoch bleibt der Schutz naturnaher Lebensräume eine wichtige Aufgabe.“
Arten und moderne Analysen im Fokus
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf dem sogenannten Makrozoobenthos – dazu zählen unter anderem Insektenlarven, Krebse, Schnecken, Muscheln und Würmer, die am Gewässergrund leben. Diese Tiere reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen und gelten daher als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Flusses.
- Für Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP) beweist die Studie, dass der Schutz naturnaher Lebensräume konsequent fortgesetzt werden muss.
- Foto: Paul Gruber
- hochgeladen von Sandra Blumenstingl
Bei der aktuellen Erhebung konnten mehr als 500 verschiedene Arten nachgewiesen werden – so viele wie noch nie bei einer Joint Danube Survey. Besonders kleine Lebensräume wie Totholz oder Wasserpflanzen erwiesen sich als wertvoll für die Artenvielfalt. Gleichzeitig bestätigen die Ergebnisse eine insgesamt verbesserte Wasserqualität. Herausforderungen bleiben jedoch bestehen: Eingriffe in die Gewässerstruktur sowie invasive Arten beeinflussen das Ökosystem weiterhin.
Chemikalien frühzeitig erkennen
Auch chemisch wird die Donau so genau wie nie zuvor untersucht. Insgesamt analysieren Forschende rund 99.000 chemische Parameter, darunter etwa 2.900 gezielt untersuchte Schadstoffe sowie mehr als 93.000 weitere Substanzen, die mithilfe moderner Screening-Verfahren erfasst werden. Dadurch können auch bisher unbekannte Chemikalien frühzeitig erkannt werden.
Die Joint Danube Survey wird von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR) gemeinsam mit den Donaustaaten durchgeführt. Ziel ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für den grenzüberschreitenden Gewässerschutz zu schaffen. Österreich zählt gemeinsam mit Deutschland zu den wichtigsten Finanzierungspartnern des Projekts.
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