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Nepp sorgt mit Foto über Klima-Aktivisten für Aufregung im Netz
- FPÖ Wien-Chef Nepp, der seit einigen Tagen wegen Hass-Postings auf Twitter gesperrt wurde, postete ein Fake-Verkehrszeichen, wie jemand auf einen festgeklebten Aktivisten uriniert. (Archiv)
- Foto: Markus Spitzauer
- hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein
Mit einem Fake-Verkehrszeichen, auf dem ein Mann auf einen festgeklebten Klima-Aktivisten uriniert, sorgte FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp für Aufregung im Netz. Eine SPÖ-Bezirksrätin aus dem 15. Bezirk nannte die Aktivisten als "psychisch schwer gestört"
WIEN. In der Kalenderwoche Nummer zwei im neuen Jahr haben sich Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten vorgenommen, mit Staus gegen die Regierung zu protestieren. Mit Klebe-Aktionen hat die "Letzte Generation AT" an den vergangenen drei Tagen mehrere Straßenblockaden organisiert. Einerseits gibt es viel Unterstützung, andererseits auch Kritik und Unverständnis.
So sprach Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl von "deutlichen Elementen von Extremismus bei manchen Aktivisten" der "Letzten Generation". Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) forderte härtere Strafen gegen die Klimaaktivisten. Dies fordert auch die Bundes-FPÖ.
"Klima-Terroristen"
Die Parteikollegen aus Wien hingegen sorgten mit einem Kommentar für einen Shitstorm im Netz. Vorher gab es von der FPÖ Wien gleich drei Aussendungen innerhalb von drei Tagen zu den Klimaaktivisten, die auch "Klima-Terroristen", "Klima-Endzeitsektierer" oder "Klima-Chaoten" genannt werden. Zuerst sagte FPÖ Wien-Obmann Dominik Nepp, dass die Aktivisten "abermals Menschenleben gefährden" und forderte hartes Durchgreifen. Parteikollege und Arbeitnehmersprecher Michael Oberlechner teilte mit: "Ohne Hirn und Arbeitgeber, wird man einfach Klimakleber".
Doch zurück zum Shitstorm: FPÖ Wien-Chef Nepp, der seit einigen Tagen wegen Hass-Postings auf Twitter gesperrt wurde, postete auf Facebook ein Fake-Verkehrszeichen, wie jemand auf einen festgeklebten Aktivisten uriniert. Mit der Bildbeschreibung: "Zeit für ein neues Verkehrszeichen?". Das Foto teilte auch Klubobmann Maximilian Krauss.
Wenige Stunden später war der Facebook-Beitrag eines der Gesprächsthemen auf Twitter. So twitterte User Florian Aigner: "Was für ein jämmerliches, niederträchtiges Niveau. Es ist von surrealer Verabscheungswürdigkeit". Zu Wort meldete sich auch Grünen-Abgeordnete und Gemeinderätin Berîvan Aslan: "Entwürdigend, niveaulos und hetzerisch".
SPÖ-Bezirksrätin löschte Kommentare
Doch nicht nur Nepp sorgte für Aufsehen im Netz. Wie "Falter.Morgen" berichtet, hat SPÖ-Bezirksrätin aus Rudolfsheim-Fünfhaus Angelika Frasl Umweltaktivisten als "psychisch schwer gestört" bezeichnet. "Diese Jungen sollen erst einmal etwas arbeiten und nicht jene Leute tyrannisieren, die zur Arbeit fahren müssen, um den Wohlstand zu erwirtschaften, von dem dieses Pack lebt", schrieb Frasl in den Kommentaren, die mittlerweile gelöscht sind.
- Auf "Falter"-Anfrage sagte Frasl, dass die Diskussion "entgleist" sei.
- Foto: SPÖ Rudolfsheim-Fünfhaus
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Auch Frasl sprach von "Terrorismus" bei den Klima-Aktivisten. Und weiter: "Und wenn man protestieren möchte, dann meldet man eine Demo an. Dazu hat jeder das Recht. Aber sich einfach auf die Straße zu kleben, ist keine Form eines legalen Protests. Das ist maximal vertrottelt. Aber die sind ohnehin psychisch schwer gestört. Die sollten vom Amtsarzt in die Psychiatrie eingewiesen werden. Denn kein normaler Mensch schmiert sich absichtlich einen giftigen Kleber auf die Haut".
Auf "Falter"-Anfrage sagte sie, dass die Diskussion in den Kommentaren auf Facebook "entgleist" sei. "Ich wollte ein bisschen provozieren, weil mich diese Leute auch provoziert haben", sagt sie. Die Kommentare, die sie geschrieben hat, entsprechen nicht ihrer Meinung, so Frasl. "Ich bin schon der Ansicht, dass die Klimakleber Einsatzfahrzeuge verhindern und stärker gegen sie durchgegriffen werden müsste. Aber das war es schon".
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