Der Kaiser ist tot
Wie Franz Beckenbauer zu seinem Spitznamen in Wien kam

Beckenbauer, damals DFB-Teamchef, am 29. Oktober 1986 im Wiener Praterstadion.  | Foto: Horstmüller / SZ-Photo / picturedesk.com
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  • Beckenbauer, damals DFB-Teamchef, am 29. Oktober 1986 im Wiener Praterstadion.
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Die deutsche Fußballlegende Franz Beckenbauer ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren verstorben. Interessant ist, wie er zu seinem "Der Kaiser"-Spitznamen kam – diesen erhielt die "Fußball-Lichtgestalt" nämlich 1971 nach einem Besuch in Wien.

WIEN. "Der Kaiser ist tot!" - so titelte die deutsche "Bild"-Zeitung die wichtigste Meldung des Tages. Denn Fußball-Legende Franz Beckenbauer ist am vergangenen Sonntag im Alter von 78 Jahren verstorben – Medien berichteten am Montagnachmittag darüber. "In tiefer Trauer teilen wir mit, dass mein Mann und unser Vater Franz Beckenbauer am gestrigen Sonntag im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist. Wir bitten, in Stille trauern zu können und von allen Fragen abzusehen", heißt in einer Stellungnahme seiner Familie.

Beckenbauer spielte in seiner Karriere beim FC Bayern München, bei Cosmos New York und dem Hamburger SV. 1974 holte er sich den Weltmeister-Titel als Mannschaftskapitän sowie 1990 als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. Das gelang nur noch zwei weiteren Fußball-Legenden. Von 1994 bis 2009 war er Präsident bei den Bayern, war auch Präsident des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006 in Deutschland.

Einmal verlor Beckenbauer in Wien gegen den SK Rapid im Europapokal der Pokalsieger am 15. Februar 1967. | Foto: Horstmüller / Ullstein Bild / picturedesk.com
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Doch wie kam Franz Beckenbauer zu seinem Spitznamen "Der Kaiser"? Nun, mit Sicherheit ist es nicht verbürgt, doch einer Anekdote zufolge passierte es in Wien. Beckenbauer verdankte laut dieser seinen Ehrennamen dem bereits verstorbenen Sportjournalisten Sepp Graf. Im August 1971 verweilte die Bayern-"Lichtgestalt" anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Austria in Wien - 4:0 gewann man gegen die Veilchen.

"Zwei Kaiser in der Hofburg"

Graf initiierte am Tag danach bei einem Besuch in der Hofburg ein Foto, auf dem Beckenbauer neben der Büste von Kaiser Franz Josef abgelichtet wurde. Fotograf Herbert Sündhofer schießt eine Aufnahme, die wenige Tage später, "etwa 400 Kilometer entfernt, auf einem Redaktionstisch Beachtung findet", berichtet der "Kicker". Am 16. August 1971 steht dann auf der ersten Seite in der bunten Rubrik "Immer am Ball" das Foto mit der Überschrift "Zwei Kaiser trafen sich in der Hofburg …".

Beckenbauer beim Fußball-Hallenturnier in der Wiener Stadthalle im Duell gegen die Vienna am 18. Dezember 1971.
 | Foto: Votava / brandstaetter images / picturedesk.com
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Zum ersten Mal gastierte Beckenbauer im Februar 1967 im damaligen Praterstadion. Mit seinem FC Bayern verlor er gegen SK Rapid mit 0:1. Vier Jahre später war er mit dem deutschen Rekordmeister zu Gast beim Fußball-Hallenturnier in der Wiener Stadthalle. Auch diesen Titel gewannen die Bayer. MeinBezirk berichtete über die Geschichte des Turniers am Montag zufälligerweise - siehe unten.

Beckenbauer beim Wiener Opernball am 7. März 1973 in der Loge des Wienerwald-Gründers Friedrich Jahn (r.). Neben Jahn ist die Fernsehansagerin Carolin Reiber zu sehen. | Foto: Rauchwetter / dpa / picturedesk.com
  • Beckenbauer beim Wiener Opernball am 7. März 1973 in der Loge des Wienerwald-Gründers Friedrich Jahn (r.). Neben Jahn ist die Fernsehansagerin Carolin Reiber zu sehen.
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Nicht nur auf dem Spielfeld war Beckenbauer stets am Fußball, auch beim Opernball schwang er seine Hüfte in den Jahren 1974, 2004 und 2008. Im Jahr 1975 gewann Beckenbauer mit der BRD 2:0 gegen die österreichische Auswahl am 3. September. Im Oktober 1986 kehrte er in die Bundeshauptstadt zurück, allerdings als DFB-Cheftrainer. Das Spiel endete damals mit 1:4-Niederlage gegen Österreich.

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Einmal verlor Beckenbauer in Wien gegen den SK Rapid im Europapokal der Pokalsieger am 15. Februar 1967. | Foto: Horstmüller / Ullstein Bild / picturedesk.com
Beckenbauer beim Fußball-Hallenturnier in der Wiener Stadthalle im Duell gegen die Vienna am 18. Dezember 1971.
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Beckenbauer beim Wiener Opernball am 7. März 1973 in der Loge des Wienerwald-Gründers Friedrich Jahn (r.). Neben Jahn ist die Fernsehansagerin Carolin Reiber zu sehen. | Foto: Rauchwetter / dpa / picturedesk.com
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