StreamView in Wien
Millionenpleite um Vertriebsfirma hinter Thomson-Fernsehern

Die Firma StreamView war seit 2019 für den Vertrieb von Thomson-TV-Geräten zuständig. Die Konzernmutter in Wien ist jetzt in eine Millionenpleite geschlittert, erklärt man beim Alpenländischen Kreditorenverband (AKV). (Symbolbild) | Foto: NomadSoul/Smarterpix
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  • Die Firma StreamView war seit 2019 für den Vertrieb von Thomson-TV-Geräten zuständig. Die Konzernmutter in Wien ist jetzt in eine Millionenpleite geschlittert, erklärt man beim Alpenländischen Kreditorenverband (AKV). (Symbolbild)
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Die StreamView GmbH musste am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren beantragen. Dahinter steckt der Vertriebspartner der bekannten Thomson-TV-Geräte, der über seine Tochterfirmen in ganz Europa die Smart TVs verkauft. StreamView ist in eine Millionenpleite geschlittert und soll geschlossen werden.

WIEN/INNERE STADT. Wusstest du, dass vom 1. Bezirk aus ganz Europa in die Ferne sieht? Zumindest, wenn es um Fernsehgeräte der Marke Thomson geht. Nach Anfängen in den USA wurde 1893 die Compagnie Française Thomson-Houston (CFTH) mit Sitz in Paris gegründet. Mittlerweile werden die Geräte laut Meldung des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) in China produziert, während sie von Österreich aus vertrieben werden.

Konkret laufe dies über die 2019 gegründete StreamView GmbH ab. Die StreamView vertreibt die gebrandeten TV-Produkte in Europa und internationalen Märkten, man tritt jedoch eben nicht als Hersteller, sondern Marken- und Vertriebspartner auf. Das Ganze funktioniert über ein Netz an internationalen Tochtergesellschaften der österreichischen StreamView.

Thomson ist eine international auftretende TV-Gerätemarke. (Symbolbild) | Foto: info.cineberg.com
  • Thomson ist eine international auftretende TV-Gerätemarke. (Symbolbild)
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Dazu zählen die Landesgesellschaften in Spanien/Portugal (Stream View Iberia SL), Frankreich/Benelux (Stream View France SAS / Thomson Electronic), Italien/Malta (Stream View Italia Srl.), die Stream View Electronic Trading LLC für den Nahen Osten und Afrika sowie die Stream View Hong Kong Ltd. für Asien, weiß man beim AKV. Der Mutterkonzern – also die österreichische StreamView GmbH mit Sitz am Franz-Josefs-Kai – ist jetzt jedoch in die Millionenpleite geschlittert.

Soll geschlossen werden

Am Montag ist demnach am Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt worden. Es geht um 32,2 Millionen Euro an Schulden sowie rund 4 Millionen Euro an Zusatzpassiva. Betroffen sind 35 Dienstnehmer, 30 alleine in Österreich, genauso wie 765 Gläubiger. Löhne und Gehälter wurden bis einschließlich März 2026 bezahlt.

"Eine Fortführung des Unternehmens ist derzeit nicht geplant. Das Unternehmen soll nach einer - mit der Insolvenzverwaltung noch abzustimmenden - zeitlich begrenzten Unternehmensfortführung geschlossen werden. Die Antragstellerin erhofft sich hieraus eine Optimierung der Erlöse aus einer allfälligen Verwertung des Unternehmens", erklärt man beim AKV.

Partner und Investor schuld

Auch werden Ursachen im Antrag für das Konkursverfahren genannt, schildert man weiter beim AKV: "Die Antragstellerin führt ihre Insolvenz vor allem darauf zurück, dass die Zusammenarbeit mit ihrem chinesischen Hauptlieferanten und Finanzierungspartner letztlich zusammenbrach. Parallel scheiterten in weiterer Folge Gespräche mit einem möglichen Investor. Dadurch verlor die Antragstellerin sowohl einen wichtigen Lieferanten als auch den zentralen Finanzierungspartner."

Die Vertriebsfirma StreamView wird letztlich wohl geschlossen. (Symbolbild) | Foto: Pixabay
  • Die Vertriebsfirma StreamView wird letztlich wohl geschlossen. (Symbolbild)
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Auch die Creditreform berichtet über die größere Pleite. Hier gibt man noch mehr Einblick. Als wichtigen Geschäftspartner habe die StreamView GmbH die Express Luck-Gruppe aus Hongkong gehabt, von der man die TV-Geräte erhielt. "Hinter dieser Unternehmensgruppe steckt als Investor die Familie Chan, die über die AWS Technology Limited auch Anteile am schuldnerischen Unternehmen hält. Ab Januar 2025 lief die Zusammenarbeit nicht mehr nach Wunsch. Warenbestellungen von Seiten der Antragstellerin wurden nur mehr verzögert angenommen, die Belieferung von der Bezahlung offener Forderungen abhängig gemacht."

Zurück zum AKV. Dort nennt man auch Vermögenswerte der StreamView, welche zur Abwicklung interessant sein könnten. Die Aktiva der Antragstellerin setzen sich laut dem im Insolvenzantrag enthaltenen Status im Wesentlichen aus Warenbeständen (Buchwert rund 8 Millionen Euro/ Liquidationswert rund EUR 1,7 Millionen Euro), offenen Forderungen (rund EUR 16,1 Millionen Euro) und einer Büroausstattung zusammen.

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