Bundesregierung
Tagesausgabe der Wiener Zeitung soll eingestellt werden

Die Bundesregierung plant die Abschaffung der Pflichtveröffentlichungen in gedruckter Form im Amtsblatt der Zeitung. | Foto: Franz Neumayr / picturedesk.com
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  • Die Bundesregierung plant die Abschaffung der Pflichtveröffentlichungen in gedruckter Form im Amtsblatt der Zeitung.
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Die älteste Zeitung der Welt entwickelt sich nach 319 Jahren als Onlineplattform. Die Redaktion war dagegen, wie auch viele Politiker und Kritiker. Am Mittwoch kam dann die Bestätigung der Pläne.

WIEN. Spricht die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, über die jüngsten Pläne der Regierung zur "Wiener Zeitung", bezeichnet sie diese als "Schlag gegen hochwertigen Qualitätsjournalismus". Und die Pläne haben es in sich. Wie die "APA" berichtet, plant die Bundesregierung die Einstellung der Tagesausgabe der ältesten Zeitung der Welt.

Stattdessen soll die Zeitung künftig als Monatstitel zehnmal im Jahr erscheinen und zusätzlich als Onlineplattform geführt werden. Die Redaktion kritisiert die Pläne. "Die ´Wiener Zeitung´ ist ein Juwel, das es zu fördern gilt und nicht einfach durch Desinteresse nach unten zu fahren", sagt Chefredakteur Walter Hämmerle der "APA". Die Redaktion habe "enormes Potenzial": "Wenn man nun willkürlich die Grundlage der Zeitung wegdekretiert, dann befürchte ich, dass dieses Juwel Namens ´Wiener Zeitung´ digital wie auch in jedem anderen Form dem Untergang geweiht ist".

Regierung sei "Totengräber" der Zeitung

Die Bundesregierung plant die Abschaffung der Pflichtveröffentlichungen in gedruckter Form im Amtsblatt der Zeitung. Diese machen einen großen Teil der Zeitungseinnahmen aus und dürften mit Jahresende wegfallen. "Wenn der Eigentümer das nicht selber machen will, dann soll er es andere machen lassen", so der Chefredakteur.

Spricht die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, über die jüngsten Pläne der Regierung zur "Wiener Zeitung", bezeichnet sie diese als "Schlag gegen hochwertigen Qualitätsjournalismus". | Foto: Screenshot Wiener Zeitung
  • Spricht die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, über die jüngsten Pläne der Regierung zur "Wiener Zeitung", bezeichnet sie diese als "Schlag gegen hochwertigen Qualitätsjournalismus".
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Am Mittwoch kam dann die Bestätigung per Aussendung: "Mit dem Wegfall der Pflichtveröffentlichungen in Papierform entfällt der Wiener Zeitung die finanzielle Grundlage für die Fortsetzung ihrer bisheringen Tätigkeiten". Die Mediengruppe "Wiener Zeitung" startet damit in die "nächste Phase der Transofmration" und wird zu einem Aus- und Weiterbildungsmedium, heißt es. Die praxis- und zukunftsorientierte Weiterbildung für Journalistinnen und Journalisten wird über das neu ins Leben gerufene "Media Hub Austria" angeboten.

Kritik an Entscheidung

Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA, Eike-Clemens Kullmann, sieht einen "Todesstoß auf Raten" und die Bundesregierung bestätigte sich als "Totengräber der ältesten Tageszeitung der Welt". SPÖ-Mediensprecher Jörg Leichtfried sieht die ´Wiener Zeitung´ als unverzichtbar für die Medienvielfalt in Österreich und warnte von einem "schweren, unumkehrbaren Fehler". Die Regierung sei verantwortlich dafür, "dass Österreich ein Medienjuwel verliert und journalistische Pluralität verloren geht".

Auch Neos-Mediensprecherin Henrike Brandstötter sieht es ähnlich:

„Es gibt viele große Zukunftsfragen zu lösen: von dem dringenden Bedarf an Medienkompetenzzentren angesichts gezielter Desinformationskampagnen und Fake News, die unsere Demokratie gezielt angreifen, bis hin zu journalistischer Datenaufbereitung und -visualisierung. Und es gibt Interessenten, die diese und viele weitere Konzepte unterstützen würden“, meinte sie.

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