Josefstadt-Rundgang
In Wiener Neustädter Viertel steckt viel Geschichte
- Reges Interesse: Die Besucher des Stadtviertelrundgangs rund um Stadtrat Norbert Horvath (Mitte).
- Foto: Schauer
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Unbekanntes über das Grätzel: Beim „Stadtviertelspaziergang“ in der Josefstadt lernten die Bewohner ihre "Becht" neu kennen.
WIENER NEUSTADT. Vor Kurzem lud SPÖ-Stadtrat Norbert Horvath zum sechsten Stadtviertelspaziergang in der Josefstadt. Ziel: den heutigen Bewohnern und Interessierten das Stadtviertel zu zeigen und gemeinsam die Geschichte und die Veränderungen im Viertel zu erleben.
- 1903: Damals noch "Franz Joseph Kavalleriekaserne".
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Und warum gerade die Josefstadt? "Ich bin hier aufgewachsen und wohne jetzt wieder in meinem Viertel", so Horvath und weiter: "In den letzten Jahren hat sich so viel verändert und vor allem neu zugezogene Bewohner wissen oft nicht, welche Geschichte sich hinter den Mauern oder ihren am Standort ihrer Wohnungen verbirgt." Und bei den Führungen seien auch immer Anwohner dabei, die das frühere Viertel kennen und über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten.
Geschichte der "Becht"
Im Zentrum der diesjährigen Führung stand das Gelände der ehemaligen Bechtolsheimkaserne in der Pernerstorfer Straße. Heute befindet sich in ihr eine Tagesklinik. Die Fläche bis zur Badener Straße ist mittlerweile mit ihren Wohnhausanlagen zu einer kleinen Stadt innerhalb des Stadtviertels geworden. 1903 wurde die "Becht", wie die Anwohner sie liebevoll nennen, als Kavallerie-Kaserne eröffnet, ihren Namen erhielt sie erst 1967. 2007 wurde zuletzt hier stationierte Panzerabwehrbataillon 1 aufgelöst. 2012 wurde die Liegenschaft verkauft.
Erlebte Erinnerung
Von seiner aktiven Zeit in der Kaserne erzählte Oberst a.D. Franz Schuster: "Ich war von 1975 bis 1986 hier stationiert." Gegenüber der "Becht" sei damals die Küche gewesen und "Kurz bevor die Kaserne geschlossen wurde, wurde noch die Küche komplett saniert. Ein Schicksal, das damals viele Kasernen betroffen hat."
Helga Weitzer brachte in den 2010er Jahren die "Zwergenmützchen" in die Josefstadt. "Damals stand hier eine Kastanienallee. Es war ein Paradies für die Kinder. Ich wollte, dass sie in der Natur spielen können."
Von Fußball bis Schule
Weiter ging's dann zum Fußballplatz der Admira. "Damals gab es hier drei Fußballvereine in einem Stadtviertel und nach dem Zweiten Weltkrieg war die Admira der erste Verein, der wieder seinen Betrieb aufgenommen hat", so Norbert Horvath. Danach ging's um den ehemaligen „Festwiesenplatz“ zur Volksschule in der Josefstadt bis zur ehemaligen Bäckerei (heute Cafe Paradise). Was selbst langjährige Bewohner überraschte: Gegenüber steht ein Denkmal mit den Namen und Richtungen der Arbeiterwohnhäuser.
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