22.07.2016, 10:52 Uhr

Stadtheim-Verkauf unter Dach und Fach

Die Detailverhandlungen sind beendet. Mit 1. Jänner 2017 übernimmt „Haus der Barmherzigkeit“

WIENER NEUSTADT. Nach Monaten intensiver Verhandlungen haben sich die Stadt Wiener Neustadt und das „Haus der Barmherzigkeit“ auf die Eckpunkte des Vertrags zum Traude-Dierdorf-Stadtheim verständigt.

Die Stadt Wiener Neustadt verkauft mit 1. Jänner 2017 die Liegenschaften samt Gebäuden und den Heimbetrieb des Traude-Dierdorf-Stadtheims an das Haus der Barmherzigkeit. Der Kaufpreis beträgt 8,35 Millionen Euro abzüglich der Verpflichtungen für Jubiläumsgelder, Urlaubsrückstellungen und Zeitausgleich der Bediensteten des Stadtheims zum 31.12.2016, deren Dienstverhältnisse auf das Haus der Barmherzigkeit übergehen sowie 170.000 Euro für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen. Das Haus der Barmherzigkeit übernimmt gemäß der geltenden Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer in so einem Fall die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Heimverträge sämtlicher Bewohnerinnen und Bewohner werden übernommen und gehen auf das Haus der Barmherzigkeit über. Im September-Gemeinderat sollen die Verträge beschlossen werden. Mit diesem Beschluss übernimmt das Haus der Barmherzigkeit das Management des Heimes, wofür mit der Stadt Wiener Neustadt ein Managementvertrag abgeschlossen wird.

Parallel dazu wird bereits der Neubau des Traude-Dierdorf-Stadtheims vom Haus der Barmherzigkeit vorbereitet. Im Zuge des Neubaus sollen 150 Pflegeplätze sowie ein Betreutes Wohnen für 70 Bewohnerinnen und Bewohner und ein allgemeiner Wohnbau in Zusammenarbeit mit einem Wohnbauträger geschaffen werden. Als Grundlage für das Projekt wurde bereits ein Wettbewerb für die Planung und die städtebauliche Planung der Gesamtliegenschaft gestartet. Der Neubau wird maßgeblich unterstützt durch eine Förderung des Landes Niederösterreich. Auch das neue Haus soll den Namen „Traude-Dierdorf-Stadtheim“ tragen. Darüber hinaus hat man sich darauf verständigt, dass Gemeinderätin Dr. Evamaria Sluka-Grabner als Bindeglied zwischen der Stadt Wiener Neustadt und dem Haus der Barmherzigkeit fungieren soll. Sie steht für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung.

„Wir haben lange und intensiv verhandelt, um das beste Ergebnis für die Bewohnerinnen und Bewohner, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie die Stadt Wiener Neustadt zu erzielen. Zwar haben wir länger verhandelt, als erwartet, das Ergebnis spricht aber für sich. Wichtig war mir einerseits die permanente Information und andererseits die Einbindung der Personalvertretung“, informiert Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger und betont weiter: „Mit dieser Vereinbarung haben wir nicht nur den Standort des Traude-Dierdorf-Stadtheims nachhaltig abgesichert, durch den Neubau eröffnen sich auch ganz neue Perspektiven für jene, die hier leben und jene, die hier arbeiten. Gleichzeitig setzen wir damit einen ganz wesentlichen Schritt zur Sanierung der Stadtfinanzen. Ich bedanke mich beim Haus der Barmherzigkeit für die nun vereinbarte Zusammenarbeit sowie beim Land Niederösterreich für die zugesagte Unterstützung und bin davon überzeugt, dass wir für alle Beteiligten einen positiven Übergang gestalten werden.“

Haus der Barmherzigkeit-Geschäftsführer Florian Pressl betont die lange Tradition des Hauses: „Das Haus der Barmherzigkeit ist seit über 140 Jahren in der Betreuung alter und chronisch kranker Personen aktiv. Es freut mich sehr, dass wir diese Erfolgsgeschichte nun auch in Wiener Neustadt weiterführen dürfen und so unseren Teil zur langfristigen sozialen Versorgung der Stadt beitragen.“

Zum Hintergrund
Derzeit laufen für das Traude-Dierdorf-Stadtheim sechs Kredite in der Größenordnung von 10,5 Millionen Euro. Diese belasten das Budget der Stadt Wiener Neustadt jährlich mit über 1 Million Euro. Außerdem ist das Traude-Dierdorf-Stadtheim in die Jahre gekommen. Ein Neubau ist unausweichlich. Da die Stadt Wiener Neustadt aufgrund der finanziellen Situation weder die Kredite tilgen noch ein neues Haus errichten kann, war man dazu gezwungen Verhandlungen über den Verkauf aufzunehmen. Nach Sondierungen mit drei verschiedenen Unternehmen hat man sich für das Haus der Barmherzigkeit entschieden.
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