Leserbriefe
Wirbel in der HLW-Direktion

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Lehrer, Eltern und Absolventen zeigen sich über das Vorgehen der Bildungsdirektion erschüttert.

WOLFSBERG. Vor rund einem Monat verabschiedete sich Direktor Franz Josef Loibnegger, ehemaliger Direktor der HLW Wolfsberg, vom Schulalltag und trat ein Sabbatical-Jahr mit anschließender Pensionierung an. Mit Judith Schöler stand die zukünftige provisorische Leitung der Schule bereits fest, doch ihre Bestellung wurde Mitte Juli wieder zurückgezogen, was vielen sauer aufstößt. Laut Bildungsdirektion soll nun Gerhard Veidl die provisorische Leitung der Schule übernehmen. Wir erhielten zahlreiche Leserbriefe. 

Personalvertretung:

Wie mittlerweile schon mehrfach berichtet, endete mit Schuljahr 2019/20 die 18-jährige Ära von Direktor Franz Josef Loibnegger an der HLW Wolfsberg. Als provisorische Leiterin wurde Frau Mag. Schöler offiziell präsentiert. Ihre Bestellung wurde jedoch Mitte Juli wieder zurückgezogen und HAK Direktor Gerhard Veidl soll dieses Amt nun ab September in Doppelfunktion übernehmen.
Glaubt man der Bildungsdirektion, so erfolgte diese Entscheidung aus rein sachlichen Gründen zusammenhängend mit einer geplanten Zusammenführung (Clusterung) der HAK und der HLW Wolfsberg. Der Start dieses Prozesses war zuerst für März 2021 geplant, wurde allerdings um ein Jahr verschoben. Dies gilt nun als Grund für die erfolgte Abberufung von Frau Mag. Schöler zugunsten von Direktor Veidl.
Im HLW Kollegium stößt die doppelte Leiterfunktion auf wenig Verständnis, fürchtet man doch um den Erhalt der Schulqualität, vor allem auch, da diese Entscheidung sehr kurzfristig getroffen wurde und eine geordnete Übergabe kaum möglich ist.
Auch der Umgang mit Frau Mag. Schöler seitens der Bildungsdirektion sorgt für Empörung. Die Begründung für ihre Abberufung überzeugt nicht, denn ein neuer Zeitplan für die Clusterung ändert schließlich nichts an der Eignung von Frau Mag. Schöler als provisorische Leiterin der HLW. Diese kann auf die volle Unterstützung der HLW Schulgemeinschaft zählen. Sie ist seit Jahren an der HLW als Bildungsberaterin und im Qualitätsteam tätig und daher mit dem humanberuflichen Schultyp und seinen Besonderheiten in der Organisation bestens vertraut. Durch ihre jahrelange Mitarbeit in den Leitungsgremien der Schule und zahlreiche Zusatzausbildungen besitzt sie alle nötigen Qualifikationen und das nötige Engagement, um die Leitung dieser Schule bis zur offiziellen Ausschreibung der Leiterfunktion zu übernehmen.
Bei bevorstehenden Entscheidungen bezüglich des von der Bildungsdirektion gewünschten Clusterprozesses wäre es der Wunsch der HLW gewesen, in Augenhöhe mit der HAK langfristige Lösungen zu erarbeiten, um so das Beste aus diesen doch sehr unterschiedlichen Schultypen für die Zukunft zu bewahren und die Vielfalt des Bildungsangebots am Standort Wolfsberg sicherzustellen. Das braucht die Kooperation von Verantwortlichen, die Einblick in die Besonderheiten der jeweiligen Schulorganisation haben.
Die gesamte Schulgemeinschaft der HLW ist über die willkürliche Vorgehensweise der Bildungsdirektion erschüttert.

Elternverein der HLW: 

Seit den vor Kurzem in den Medien erschienenen Berichten über die Neubesetzung des Direktorenpostens der HLW Wolfsberg, melden sich besorgte Eltern bei der Vorsitzenden des Elternvereins Frau Gertrud Polster, um ihre Bedenken und ihren Unmut bezüglich der undurchschaubaren Vorgangsweise der Bildungsdirektion Kärnten kundzutun.
Abgesehen davon, dass die Abberufung von Frag Mag. Schöler als provisorische Leiterin absolut unvermutet mitten in den Ferien erfolgt, sodass Eltern und SchülerInnen keine Zeit bleibt, sich auf die neue Situation einzustellen, stößt die Zusammenlegung von zwei so unterschiedlichen Schulen auf wenig Sympathie. Der pädagogische Leiter Mag. Klaus Haberl betont, dass es sich hier um zwei Wirtschaftsschulen handelt – die HLW ist aber eine humanberufliche Schule. Natürlich gibt es auch einen Wirtschaftsschwerpunkt, aber wir und unsere Kinder haben uns für diesen Schultyp entschieden, weil die HLW auch noch vieles mehr bietet.
Die nun zusammengelegte Führung von HAK und HLW unter dem HAK Direktor erscheint für den Großteil der Betroffenen undenkbar und wir Eltern fürchten, dass die Schulqualität darunter leiden könnte. Nicht nur, dass sich der neue Leiter dann nicht zu 100 Prozent der HLW und ihren SchülerInnen widmen kann, warum soll Direktor Veidl, der - selbst HAK Maturant und immer in einer HAK tätig - keinerlei Ahnung von den Schwerpunkten der HLW hat, besser für die Leitung dieser Schule geeignet sein als Frau Mag. Schöler?
Diese bringt als langjähriges Mitglied des Schulqualitätsteams der HLW die besten Voraussetzungen für die Positition der Schulleiterin mit. Die SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen stehen mehrheitlich hinter ihr und so wäre auch die von Seiten des Elternvereins immer als sehr positiv empfundene Zusammenarbeit im SGA sichergestellt. Wir können uns nicht vorstellen, dass sich die aktuellen Entwicklungen positiv auf das Schulklima auswirken werden, aber: Nur wenn es der Schule gutgeht, geht es auch unseren Kindern gut.
Der Elternverein hofft daher auf die Einsicht der Bildungsdirektion, da unseres Erachtens im Endeffekt die SchülerInnen unter dieser nicht pädagogisch motivierten Entscheidung zu leiden hätten. Sollte es zukünftig wirklich zu einer Zusammenführung von HAK und HLW kommen, so ist es uns Eltern ein Anliegen, dass die Ausbildung in Kombination von Allgemeinwissen, humanberuflicher Berufsbildung und Persönlichkeitsbildung, wie es Standard an der HLW Wolfsberg ist, erhalten wird. Dafür setzen wir unser Vertrauen in Frau Mag. Schöler und wir hoffen, dass Mag. Haberl, dessen Herz nach eigener Aussage „für die HAK schlägt“ sich vielleicht auch unsere Bedenken zu Herzen nimmt.

Walter Magnet:

Was derzeit an der HLW Wolfsberg im Zuge der Nachfolge des scheidenden Direktors von statten geht, ist an Inkompetenz nicht zu überbieten.
Zuerst wurde Frau Prof. Mag. Schöler zur neuen provisorische Schulleiterin bestellt, welche langjährige Erfahrung an der HLW hat. Kurze Zeit darauf wurde diese zu Gunsten des HAK Direktors wieder abberufen. Es stellt sich mir die Frage, warum eine Frau mit großartiger Erfahrung plötzlich weichen muss und durch einen Direktor ersetzt werden soll, der mit der HLW nichts zu tun hat. Dies geschieht alles innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes, mitten in den Sommerferien! Von überdachtem Personalmanagement und einer geordneten Übergabe kann hier nicht die Rede sein.
Wenn so die Bildungspolitik in Kärnten aussieht, dann ist das eine Zumutung für die gesamte Schulgemeinschaft und eine massive Verfehlung der Bildungsdirektion.

Herbert Katz:

 (seit 32 Jahren Lehrer an der HLW Wolfsberg)

Eigenartiges ereignete sich in den letzten Wochen rund um die Besetzung des Leiterpostens an der HLW Wolfsberg. Die in Nachfolge des scheidenden Direktors Loibnegger bereits zur provisorischen Leiterin ernannte langjährige HLW-Lehrerin Judith Schöler wird vom Leiter des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion, Mag. Haberl plötzlich – bezeichnenderweise in den Ferien (!) – wieder abberufen und durch den Direktor der deutlich kleineren HAK, Dr. Veidl ersetzt. Auf Kritik an dieser Entscheidung verweist Herr Haberl auf die größere Erfahrung von Direktor Veidl und betont, das sei eine reine Sachentscheidung.
Was ist daran sachlich, dass Herr Haberl seinen langjährigen (Fach-) Kollegen Veidl, mit dem er gemeinsam einschlägige Schulbücher für kommerzielle Gegenstände geschrieben hat und der Direktor einer mäßig erfolgreichen Schule ist, zum provisorischen Leiter der größeren Konkurrenzschule und damit zum Leiter zweier Schulen macht, was in Kärnten wohl ein Präzedenzfall ist?
Was ist daran sachlich, dass Direktor Veidl, der mit dem Schultyp HLW bisher nichts zu tun hatte, mehr Erfahrung bescheinigt wird als Frau Schöler, die seit 20 Jahren an der HLW Wolfsberg unterrichtet und sich dort in mehreren Funktionen – insbesondere in der Vertretung der Schule nach außen – engagiert hat?
Was ist daran sachlich, dass eine lange Liste von Zusatzqualifikationen, die sich Frau Schöler über ihr Engagement an der HLW hinaus erworben hat, von der Bildungsdirektion ignoriert wird?
Überall anders nennt man so etwas Freunderlwirtschaft. Der autokratisch agierende Leiter des Pädagogischen Dienstes, Herr Haberl will uns das als reine Sachentscheidung verkaufen und reagiert auf Kritik mit Rückendeckung durch Bildungsdirektor Dr. Klinglmair mimosenhaft.

Hildegard Gritsch:

Als bei der Verabschiedung von HLW-Direktor Mag.Dr. Franz Josef Loibnegger bekannt wurde, dass Frau Prof.Mag. Judith Schöler zur provisorischen Leiterin der HLW bestellt wurde, gab es große Zustimmung von allen Seiten der Schulgemeinschaft der HLW Wolfsberg. Obwohl ich schon sieben Jahre im Ruhestand bin, fühle ich mich immer noch als Teil dieser Schulgemeinschaft und habe diese Wahl sehr begrüßt. Die HLW Wolfsberg ist eine Schule, die durch den Einsatz ihrer Lehrer als hervorragendes Team gewachsen ist und sich im Rahmen der Schulautonomie für die Anforderungen unserer Zeit ein einzigartiges Profil erarbeitet hat – und Frau Prof. Schöler war und ist eine der tragenden Säulen dieses Teams.
Durch die plötzliche Kehrtwendung bei der Bestellung von Frau Mag. Judith Schöler ist diese über Jahrzehnte aufgebaute Schulqualität meiner Meinung nach in Gefahr, denn sie lebt vom Teamgeist dieser Schule und von engagierten und erfahrenen Lehrerpersönlichkeiten wie Frau Prof. Schöler, die aus dieser Schule hervorging und nun seit vielen Jahren das Profil der Schule mitgeprägt hat.
Es ist für mich unverständlich, wie die Bildungsdirektion annehmen kann, dass Frau Prof. Schöler nicht über ausreichend Erfahrung für die kommenden Anforderungen verfüge. Gerade sie ist die ideale Wahl für diese Position. Kann ein Direktor einer HAK mehr Erfahrung für eine HLW haben? Auf welcher Basis wird plötzlich angenommen, dass Frau Prof. Schöler nicht für die Funktion der Leitung geeignet sei? Oder ist es einfach, weil man ihr als Frau von vornherein diese Fähigkeit abspricht? Frau Prof. Schöler wird auf diese Weise sogar öffentlich diskreditiert, ihr Ruf geschädigt! Laut dem Leiter der Bildungsdirektion, Klaus-Peter Haberl, heißt es ja: „….wir haben entschieden, dass die nächsten eineinhalb Jahre jemand mit Erfahrung die HLW provisorisch leiten soll.“ Männer haben entschieden….. 

Elsbeth Siebeneicher:

Bezugnehmend auf den Artikel, erschienen am 30.7.2020 in der Kleinen Zeitung "Direktoren-Besetzung an der HLW bringt Wirbel", protestiere ich als ehemalige langjährige Obfrau der Personalvertretung vehement gegen die Art und Weise wie man eine erfahrene Pädagogin des engagierten Lehrerkollegiums als provisorische Leiterin abserviert. Während meiner aktiven.Lehrertätigkeit war ich vom Teamgeist der Kollegenschaft und der Bereitschaft für die HLW positive weichenstellende Entscheidungen gemeinsam mit der Direktion zu treffen, beeindruckt.

Michaela Findenig:

(HLW-Absolventin 2005)

Die Vorgehensweise der bevorstehenden Zusammenführung zweier Schultypen stößt auf Unverständnis und gleicht eher der in Österreich vorherrschenden Postenschacherei, als einer professionellen Nachbesetzung des Direktorpostens ad Interim.
Nicht nur in der Privatwirtschaft, auch in öffentlichen Bereichen ist es heutzutage wichtig und richtig, Kooperationen einzugehen, um dadurch entstehende Synergien entsprechend zu nutzen. Ich befürworte daher eine Clusterbildung von HLW und HAK. Bei so einer Zusammenführung ist es unabdingbar „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen und nicht, wie es seitens der Bildungsdirektion Medienberichten zufolge den Anschein hat, einen Zusammenschluss zu erzwingen und einen Direktor einer „fremden“ Schule als provisorischen Leiter zu ernennen, der weder mit dem aktuellen Bildungsangebot der HLW betraut, noch das Vertrauen der bestehenden 
HLW-Lehrerschaft genießt. Umso mehr stoßt der Beschluss, Frau Schöler aus mir nicht ersichtlichen Gründen wieder abzuberufen, auf Unverständnis. Für eine optimale Zusammenführung der beiden Schultypen und den damit einhergehenden Erhalt eines vielfältigen Bildungsangebots ist es von Nöten sich der Erfahrungen derer zu bedienen, die seit Jahren ihr Herzblut in die Schule stecken. Eine kooperative Vorgehensweise und ein respektvoller Umgang mit allen Stakeholdern ist daher nicht nur empfehlenswert sondern ein nicht außer Acht zu lassender Erfolgsgarant. Ich hoffe, die Bildungsdirektion überdenkt unter diesen Gesichtspunkten nochmals ihren Entscheid.

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