16.03.2017, 09:24 Uhr

Viele Schädlinge in den Lavanttaler Wäldern

Bezirksforstinspektor Hans Georg Jeschke (Foto: KK)

Bezirksforstinspektor Hans-Georg Jeschke im Gespräch über den Schädlingsbefall im Lavanttal.

WOCHE: Welche Schädlinge gibt es in unseren Wäldern?
HANS-GEORG JESCHKE: Es gibt viele Borkenkäferarten, wobei bei uns in erster Linie der Buchdrucker und der Kupferstecher an der Fichte besonders große Schäden verursacht. Weiters gibt es große Schäden durch das Eschentriebsterben, welches durch einen Pilz verursacht wird, der durch den Eschenbastkäfer weiter verbreitet wird. Im Jahr 2016 sind im Bezirk Wolfsberg starke Befallsherde des Fichtennestwicklers insbesondere in einer Höhenlage um 1.000 Meter von Sommerau bis St. Vinzenz festgestellt worden. Dieser Befall wird von der Schmetterlingsraupe verursacht und sollte im Jahr 2017 wieder abklingen.

Ist der Schädlingsbefall im Lavanttal derzeit groß?
Der Schädlingsbefall im Lavanttal ist derzeit aufgrund der Winterruhe bei den forstschädlichen Käferarten wie Borkenkäfer und Rüsselkäfer noch gering. Es befinden sich in den Lavanttaler Wäldern immer noch nicht aufgearbeitete Borkenkäferbäume aus dem Vorjahr, von denen im heurigen Frühjahr eine Ausweitung des Befalls zu erwarten ist. Es ist auch heuer wieder mit einem Borkenkäfer-Schadholzanfall in der Höhe des Vorjahresschadens von zirka 17.000 Festmeter im Bezirk Wolfsberg zu rechnen.

Wie kann man dem Schädlingsbefall entgegenwirken?
Gegen die überwiegende Zahl der Forstschädlinge ist eine aktive Bekämpfung nicht möglich. Gegen den Befall der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher ist eine saubere Waldwirtschaft mit Beseitigung möglichst aller Bestandesreste und möglichst rascher Abfuhr des geschlägerten Holzes aus dem Wald die beste Vorbeugungsmaßnahme. Bereits von Borkenkäfern befallenes Holz ist umgehend bekämpfungstechnisch zu behandeln. Zu entrinden oder mit zugelassenen Stammschutzmitteln zu behandeln. Jede Zwischenlagerung von mit Borkenkäfern befallenen Holz im Wald und auch außerhalb des Waldes ist nach der Forstschutzverordnung verboten.

Wo ist der Schädlingsbefall besonders groß?

Vom Borkenkäferbefall sind insbesondere die tiefen und mittleren Lagen des Tales bis zirka 1.000 Meter Seehöhe besonders gefährdet. Ein weiterer Schwerpunkt ist im Bereich der Schotterterrassen des Unteren Lavanttales zu erwarten, da sich hier die Trockenheit besonders stark auswirkt. Vom Eschentriebsterben ist das gesamte Eschenvorkommen im Lavanttal bis in die hintersten Seitengräben betroffen.

Was können Waldbesitzer gegen die Schädlinge tun?
Eine möglichst rasche Schlägerung und bekämpfungstechnische Behandlung von bereits erkennbar von Borkenkäfern befallenen Bäumen sowie eine häufige Kontrolle der Waldbestände auf Borkenkäferbefall ist sehr wichtig. Bei Befall mit Eschentriebsterben kann nur die Fällung sämtlicher befallenen Bäumen empfohlen werden. Gegen den Fichtennestwickler ist keine aktive Bekämpfung möglich.

Wie ist der allgemeine Waldzustand im Lavanttal?
Durch den Schneefall vom 27. April 2016 sind Schäden an Laubbäumen durch Kronenbruch entstanden. Im Allgemeinen befinden sich die Wälder im Lavanttal in einem guten Zustand, wobei lokal Wildschäden zu einer Verlängerung des Verjüngungszeitraumes führen und Schälschäden den wirtschaftlichen Ertrag des Waldes mindern.
Interview: Kristina Orasche
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