12.06.2017, 10:58 Uhr

Steig ein: Senioren am Steuer

Wilfried Brocks legte in den letzten fünf Jahren 80.000 Kilometer zurück.

Beim Gesundheitszustand älterer Menschen gibt es sehr große Unterschiede.

ZWETTL (bs). Im vorletzten Teil der Mobilitätsserie "Steig ein!" der Bezirksblätter, bei der Sie einen Fiat 500X gewinnen können, haben wir das Thema "Senioren am Steuer" behandelt. Wir haben mit Wilfried Brocks aus Zwettl gesprochen, wie sich die Fahrtauglichkeit mit dem Alter verändert. Wilfried Brocks ist 1942 geboren und seit 1961 Führerscheinbesitzer. Der rüstige Pensionist legte in den letzten fünf Jahren satte 80 000 Kilometer zurück. Deshalb kann man Brocks auch nicht als durchschnittlichen Autofahrer seiner Altersklasse bezeichnen. Klar ist, dass die Generation 70+ hauptsächlich kurze Wegstrecken zum Arzt oder zum Einkaufen zurücklegt. Bei Brocks geht sich das nicht aus.

Auf Kiwanis-Mission

Neben den privaten Autofahrten ist Brocks auch viel und oft für die gute Sache unterwegs. Er ist Leiter der Kiwanis Gruppe NÖ-Nord und deshalb vor allem im Waldviertel viel auf der Straße. Aber auch in die Landeshauptstadt St. Pölten macht er sich deshalb oft mehrmals im Monat auf. "Ich fahre sehr gerne und habe das Gefühl, dass man auch als älterer Mensch das Auto auch noch unter Kontrolle hat." Generell ruft Brocks zu mehr Rücksicht und weniger Vorurteilen gegenüber Pensionisten auf, gibt aber zu, dass ältere Verkehrsteilnehmer vielleicht manchmal etwas vorsichtiger sind.
Auch Selbstkritik ist für Brocks kein Fremdwort: "Man überschätzt manchmal auch seine eigenen Fähigkeiten", sagt er im Bezirksblätter-Gespräch. Diese Aussage ist jedoch nicht auf eine bestimmte Altersgruppe einzugrenzen.

Ehrliches Gespräch

Auf die Frage, wie lange er noch fahren möchte, antwortet Brocks selbstsicher mit einem Schmunzeln: "In der heutigen Verfassung fahre ich bis 100." Dennoch drängt er auf das Thema angesprochen, wie man älteren Verkehrsteilnehmern, die nicht mehr fahrtauglich sind, diesen Umstand beibringen soll, auf ein ehrliches Gespräch mit den Kindern: "Ich erwarte mir, falls ich meine Fahruntüchtigkeit eines Tages nicht mehr einsehen würde, dass mir meine Kinder dies in einem ehrlichen Gespräch vermitteln können." Auch immer wieder ins Spiel gebrachten gesetzlichen Überprüfungen steht Brocks nicht ablehnend gegenüber: "Dies wäre bestimmt ein Anreiz."
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht vor allem Medikamente, die einen negativen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit haben, problematisch. Laut VCÖ ist die Zahl der tödlich Verunglückten im Straßenverkehr bei über 85-Jährigen drei Mal so hoch wie im Schnitt. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) wird in 20 Jahren jeder vierte Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre alt sein.
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