05.09.2016, 08:54 Uhr

Rettung für die Brucker Innenstadt

Wollen die Brucker Innenstadt wiederbeleben: LR Johann Seitinger und Vizebürgermeisterin Susanne Kaltenegger.

"Von innen heraus" wollen Susanne Kaltenegger und Johann Seitinger die Stadt wiederbeleben.

Dass einige, vor allem obersteirische, Städte mit Abwanderung zu kämpfen haben, ist ein altbekanntes Problem. Fehler im Bereich der Raum- und Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte – wie etwa das Bauen riesiger Einkaufszentren und Wohnungen auf der grünen Wiese – haben ihr Schäuflein dazu beigetragen. "Man hat übersehen, dass gesellschaftliches Leben in einer Stadt wichtig ist; man hat zu wenig auf die Innenstadtkaufleute geschaut und man hat außerdem lange Zeit das Thema Mobilität unterschätzt. Die Fehler der Vergangenheit kann nicht einmal der liebe Gott verändern, aber wir müssen daraus lernen", erklärt Wohnbaulandesrat Johann Seitinger und rief gemeinsam mit der Brucker Vizebürgermeisterin Susanne Kaltenegger im Rahmen einer Pressekonferenz vergangenen Mittwoch den Auftakt der Stadtentwicklung aus: "Die Stadt Bruck soll leben. Wirtschaftlich, kulturell und auch im Bereich Wohnen."

Bruck als Modellstadt

So sollen die Städte, allen voran Bruck, sozusagen als steirische Modellstadt, von innen heraus neu entwickelt werden: Sanierungen und Revitalisierungen sollen Neubauten auf der grünen Wiese vorgezogen werden, sowohl im Wohnbau als auch in der Wirtschaft. Mit speziellen "Zuckerln" will man Wohnbaugesellschaften dazu bewegen, Altbauten zu sanieren anstatt Neubauten zu errichten. "In meinen zehn Jahren als Wohnbaulandesrat wurden in Bruck 1.600 Wohneinheiten neu geschaffen. Und dabei sind sicherlich auch Fehler passiert, die wir jetzt wieder gutmachen müssen, eben in Form von Sanierungsförderungen. D.h. kommt eine Gesellschafter mit einem Plan, kriegt er die Genehmigung für einen Neubau nur, wenn er dafür ein zweites, bestehendes revitalisiert. Und in dieser Sache lassen wir uns sicher nicht mehr erpressen", so Seitinger.

Erster Schritt: Erhebung

Als ersten Schritt in diese Richtung hat das Land Steiermark eine Studie in Auftrag gegeben, alle Leerstände in den Bezirksstädten und Großgemeinden zu erheben, um dann mit Unterstützung der Kommunen zielgerichtet weitere Schritte im Bereich der Stadt- und Ortskernplanung vornehmen zu können. Universitäten sollen diesen Prozess begleiten, um die soziologischen, architektonischen und raumordnungspolitischen Grundsatzfragen klären zu können.
"Dazu ist es auch wichtig, Bewusstseinsbildung zu schaffen", erklärt Susanne Kaltenegger. "Wir dürfen die Nähe zu Graz nicht als Bedrohung, sondern als Chance sehen. Bruck ist verkehrstechnisch bestens angebunden, hat alle wichtigen Betreuungseinrichtungen und bietet beste Voraussetzungen zum Wohnen und Leben für Familien."
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