02.08.2016, 10:48 Uhr

Wilde Zeiten mit Willi Gabalier

Bewegungstalent: Willi Gabalier in der Tanzschule "Kern-Theissl Gabalier" am Geidorfplatz. (Foto: geopho.com)

Der Grazer über die steirische Mentalität, Kritiker, Fans und die Freude am Unterrichten.

Wie für so vieles, das 15-jährige Burschen tun, waren Mädchen auch der Grund, warum Willi Gabalier als Teenager mit dem Tanzen begonnen hat. „Ich habe von einem Freund gehört, dass es beim Tanzen viele Mädels gibt und deshalb vor allem Burschen gesucht werden“, erzählt der inzwischen 35-Jährige und grinst. „Das war in dem Alter ein ziemlicher Reiz für mich und es waren dann wirklich viele fesche junge Damen dabei.“

Dancing Star

Ein guter Grund also, um mit dem Tanzen anzufangen, für Gabalier aber nicht der einzige, um bis heute dabei zu bleiben. Sich zu Musik zu bewegen ist für den Grazer noch immer „das Geilste“, wie er selbst sagt: „Wenn ich ein super Lied höre, muss ich Gas geben, da kann ich einfach nicht ruhig sitzen bleiben.“ Nachdem der 15-jährige Gabalier also nicht nur von den vielen Mädchen, sondern auch vom Tanzen selbst gepackt wurde, folgten auf immer mehr Training auch immer größere Turniere und Erfolge. Gabalier war unter anderem Landesmeister und Vizestaatsmeister, bekannt wurde er in den letzten Jahren aber vor allem als Teilnehmer der ORF-Sendung „Dancing Stars“ und bei deren deutschem Gegenpart „Let’s Dance“ auf RTL.

Kritiker und Fans

Dabei geht es Gabalier aber nicht in erster Linie darum, in der Öffentlichkeit zu stehen: „Ich ergötze mich nicht daran, aus der Zeitung zu lachen. Es hat mir aber bei der Sache geholfen: Ich kann mich an eine Zeit erinnern, als viele gemeint haben, ich soll besser etwas Ordentliches lernen, anstatt zu tanzen. Da ist es schön, erfolgreich zu sein. Plötzlich waren die größten Kritiker dann meine größten Fans.“
Vor drei Jahren kam dann neben dem Turniertanzen und der Fernsehpräsenz auch noch der Einstieg bei der Grazer Traditions-Tanzschule „Kern-Theissl“. „Es ist ein super Gefühl, das zu vermitteln, was einen selber bewegt“, erklärt der Profi, warum er gerne mit Anfängern zusammenarbeitet – auch wenn sich manche schwerer tun als andere. „Jeder kann tanzen – nur unterschiedlich gut.“

Tanzen als Mentalitätsfrage

Den Grazern und den Steirern spricht er aber ganz allgemein ein gewisses Talent zur koordinierten Bewegung zu Musik zu: „Graz hat die höchste Dichte an Tanzschulen in Österreich und die Steirer tanzen einfach gerne. Das hängt auch mit der Mentalität zusammen: Wer aufgeschlossen, locker und gesellig ist, tanzt auch viel lieber.“ Wohl fühlt sich der studierte Kunstgeschichtler hier aber auch abseits von Tanz und Musik, vor allem das Univiertel hat es ihm angetan: „Ich mag das Lebensgefühl dort. In jeder Gasse stecken der Geist des Wissens, Lebensfreude und gute Laune“, gerät Gabalier ins Schwärmen. „Außerdem werde ich dort an eine geile Zeit erinnert: ausgehen bis in der Früh und danach verschlafen in Vorlesungen sitzen. Ich hab die wilden Jahre sehr genossen – und ich schaue auch jetzt noch, dass es manchmal wild wird.“

Steckbrief
Name: Willi Gabalier
Geboren am 22. September 1981 in Friesach.
Verheiratet mit seiner Tanzpartnerin Christiana Gabalier (ehemals Leuthner).
Hat das Bischöfliche Gymnasium und die Schulschwestern in Graz besucht.
Hat 2002 an der Uni Graz Theologie, Geografie und Volkskunde inskribiert, aber nur sein Kunstgeschichte-Studium abgeschlossen.
Als sein größtes Talent bezeichnet Gabalier seine Vielseitigkeit, also sein Können in verschiedenen Tanzstilen.
Wollte lange Zeit Bauer werden, genießt es deshalb, Zeit in der Natur zu verbringen.
Web: www.willi-gabalier.at

WOCHE-Wordrap
Wäre ich noch einmal 18 ...
... dann wäre ich noch mutiger.
Ohne Tanz wäre das Leben ...
... nicht bewegend.
Ich habe das letzte Mal laut gelacht, als ...
... sich meine Katze in der Früh erschrocken hat.
Mit 80 Jahren möchte ich ...
... so fit sein wie jetzt.
Mein Lieblingsschimpfwort ...
... ist „alter Schwede“.
Ich werde rot ...
... wenn mir heiß ist.
Das Verrückteste, das ich je getan habe ...
... kann ich auf keinen Fall erzählen!
Mein größter Wunsch ...
... ist eine heile Welt.
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