08.04.2016, 13:50 Uhr

Mit Stroh Geld und CO2 sparen

Bisher wurden pro Jahr rund zehn Häuser mit Stroh gedämmt. (Foto: pixabay/bogitw – CC0)

Stroh als Dämmstoff fristet ein Nischendasein, obwohl Häuslbauer damit viel Geld sparen könnten.

ÖSTERREICH. Das Netzwerk für Strohballenbau (ASBN) rechnet 2016 mit einer stärkeren Nachfrage nach Stroh als Dämmstoff als in den Vorjahren – jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Dabei könnten Häuslbauer, die mit Stroh dämmen, laut ASBN-Obmann Herbert Gruber mehrere Hundert Euro pro Quadratmeter einsparen.

Mitarbeit vorausgesetzt

"Für ein 150 Quadratmeter großes Haus kommt die Strohdämmung auf 1.500 bis 2.000 Euro, inklusive der benötigten Handwerker", sagt Gruber im Gespräch mit den Regionalmedien Austria. Bei gängigen Dämmstoffen beginne der Preis bei 2.500 Euro, so Gruber weiter. Allerdings setzt er voraus, dass die Häuslbauer etwas mitanpacken. Bisher wurden etwa jährlich zehn Häuser mit Stroh gedämmt. "In diesem Jahr haben wir schon 16 Anfragen", so Gruber und führt die verstärkte Nachfrage darauf zurück, dass seit 2015 Workshops angeboten werden.

20 Tonnen CO2 einsparen

Stroh ist seit 2011 als offizieller Baustoff behördlich zugelassen und bedarf daher keiner zusätzlichen Genehmigung. Federführend war hier die Gruppe Angepasste Technologie (GrAT) der TU Wien, die das Dämmen mit Stroh zur Marktreife brachte. Die Motivation der GrAT: Den hohen Ressourcen- und Energieverbrauch der Baubranche reduzieren. "Mit einem strohgedämmten Haus lassen sich 20 Tonnen CO2 vermeiden", so Sören Eikemeier von der GrAT. Um als Dämmstoff eingesetzt werden zu können, müssen Strohballen eine Dichte von 100 Kilogramm pro Kubikmeter aufweisen. Die Materialfeuchte darf nicht mehr als 14 Prozent betragen.

Strohballen von nebenan

Interessierte Bauherren wenden sich an Landwirte in ihrer Nachbarschaft, die die Ballen für sie herstellen können. Mittlerweile gebe es auch Strohballen auf Lager, so Eikemeier.

Stroh im Flammenwerfertest

Die Brandgefahr sei nicht höher als bei anderen Dämmstoffen. "Aufgrund der hohen Dichte ist kaum Sauerstoff vorhanden. Tests mit Flammenwerfern haben gezeigt, dass die Strohballen den Brandschutzvorschriften im Hausbau entsprechen", räumt Eikemeier Bedenken aus.

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