10.01.2017, 14:30 Uhr

Hofer setzt mit Fleischerzeuger Hütthaler auf Tierwohl

Fleisch von Freilandschweinen ist im Lebensmittelhandel selten zu finden. Die Supermarktkette Hofer will das ändern. (Foto: CC BY 2.0/Ingrid Flückiger)

Nach dem Projekt "Hahn im Glück", das die Abschaffung der Tötung von männlichen Küken zum Ziel hat, setzt der Lebensmittelhändler neue Maßstäbe bei der Mastschweinhaltung.

ÖSTERREICH. Die Österreicher lieben Schweinefleisch. 55 Kilogramm werden hierzulande jedes Jahr pro Kopf verzehrt. Das sind laut dem Generaldirektor des Lebensmittelhändlers Hofer, Günther Helm, zehn Kilogramm mehr als im EU-Schnitt. Doch in den meisten Fällen findet diese Liebe zum Schweinefleisch nur wenig Widerhall in der Schweinehaltung. Zwei Prozent der etwa 2,8 Millionen Mastschweine in Österreich werden nach biologischen Maßstäben gehalten. Der Rest fristet ein Dasein ohne Auslauf, in extrem beengten Verhältnissen und mit billigem, gentechnisch veränderten Futter aus Übersee.

Artgerecht und fair

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative "Projekt 2020" startet Hofer gemeinsam mit dem oberösterreichischen Fleischwarenhersteller Hütthaler ein Projekt namens "FairHOF". Im Mittelpunkt stehen dabei die artgerechte Haltung der Tiere sowie eine faire Entlohnung der Bauern. Aktuell sind 14 Schweinebauern sowie ein Rinderbauer mit insgesamt 13.000 Tieren an dem Projekt beteiligt. Sie erhalten 30 Prozent mehr bezahlt und eine fünfjährige Abnahmegarantie, betonen Helm und Florian Hütthaler, Geschäftsführer des in Schwanenstadt ansässigen Fleischwarenherstellers Hütthaler, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

Mehr Platz und gentechnikfreies Futter

Im Gegensatz zur konventionellen Schweinehaltung haben Schweine bei Landwirten des von Hütthaler und Hofer initiierten Tierwohl-Projekts täglichen Auslauf, 100 Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben und erhalten Futter aus Eigenanbau, das mit gentechnikfreiem Donausoja ergänzt wird.

Bauern stehen Schlange

Hütthaler rechnet, dass sich die Zahl der Schweine aus der "FairHOF"-Produktion im Laufe des Jahres auf 20.000 bis 25.000 erhöhen wird. "Am Anfang mussten wir bei den Bauern viel Überzeugsarbeit leisten, um sie ins Boot zu holen. Mittlerweile stehen 50 Bauern auf der Warteliste", so Hütthaler. Der Anteil der Fleischprodukterzeugung aus den Tierwohl-Höfen beträgt etwa vier Prozent, schätzt Hütthaler. Ab Mittwoch sind vorerst 14 Produkte, darunter auch Frischfleisch, in Oberösterreich sowie in Teilen von Salzburg, Wien und Niederösterreich erhältlich. Fleisch- und Wurstprodukte aus Hofers Tierwohl-Linie kosten die Verbraucher zwischen 15 und 20 Prozent mehr, als Produkte aus herkömmlicher Schweinehaltung.

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