04.06.2016, 10:00 Uhr

"Die Sonne schickt keine Rechnung"

In nur drei Stunden strahlt die Sonne jene Energiemenge auf die Erde, die die gesamte Weltbevölkerung in einem Jahr braucht. (Foto: djd/Lichtblick)

Sonnenenergie schont das Klima und die Geldbörse. Ein Umstieg lohnt sich also auf alle Fälle.

Sich die Kraft der Sonne zunutze zu machen, sollte kein Luxus mehr sein, sondern zur Selbstverständlichkeit werden. Warum, erklärt die Klimaschutzkoordinatorin des Landes Andrea Gössinger-Wieser im Gespräch mit der WOCHE.
Die Sonne kann viel mehr, als die meisten Menschen wissen. Inwiefern kann sie als Energiequelle für das Wohnen und Arbeiten genutzt werden?

Andrea Gössinger-Wieser: "Das beginnt bei der natürlichen Belichtung von Räumen durch große Fenster am Tag und geht weiter bis hin zu thermischen Solaranlagen für die Warmwasserbereitung oder den Fotovoltaikanlagen für die eigene Strom- und Wärmeproduktion. Der Vorteil für uns alle: Die Sonne schickt uns keine Rechnung und verursacht keine Treibhausgasemissionen."

Viele scheuen sich vor zu hohen Kosten bei der Installierung einer Solaranlage. Wie können Sie diese Bedenken zerstreuen?
"Unabhängigkeit, Umweltbewusstsein und die Bereitstellung von kostenloser und nachhaltiger Energie sind Argumente genug auf die Kraft der Sonne zu setzen. In drei Stunden strahlt die Sonne jene Energiemenge auf die Erde, die die gesamte Weltbevölkerung in einem Jahr verbraucht. Lassen Sie also selbst die Sonne für Sie arbeiten. Dazu gibt es entsprechende Förderungen von den Gemeinden und vom Land Steiermark (siehe Infokasten)."

Welche Kombinationsmöglichkeiten gibt es mit einer bereits bestehenden Heizanlage?

"Bestehende Heizungen lassen sich vor allem durch thermische Solaranlagen zur Warmwasseraufbereitung im Sommer sehr gut ergänzen. In diesen Monaten muss die für die Warmwasseraufbereitung „überdimensionierte“ Heizung kaum in Betrieb genommen werden und man verlängert so auch die Lebensdauer des Heizkessels. Da heutige Häuser immer besser gedämmt sind und somit einen geringeren Heizwärmebedarf aufweisen, dienen größere Solaranlagen samt Pufferspeicher heutzutage vor allem in der Übergangszeit auch als teilsolare Heizungsunterstützung."

Diskutiert wird auch der Einsatz von Energiespeicher-Batterien. Allerdings sind diese noch kaum erschwinglich?
"Energiespeicher Batterien bietet die Möglichkeit die solare Überproduktion am Tag auch zu einem späteren Zeitpunkt nutzen zu können. In der Steiermark haben wir bereits zahlreiche Anlagen im Einsatz und wir erhoffen uns, dass in den nächsten Jahren noch bessere und kostengünstigere Systeme am Markt erhältlich sein werden."

Gibt es in Bezug auf die Förderungen für Privathaushalte Neuerungen oder Änderungen?
Die Erhöhung des Anteils an Erneuerbaren Energieträgern am Gesamtenergieeinsatz ist eines der strategischen Ziele, welche in der Energiestrategie sowie im Klimaschutzplan Steiermark festgeschrieben sind. Die Förderungen 2016 gehen verstärkt daher auch in die Richtung Speichermöglichkeiten und Lastmanagementsysteme sowie BürgerInnen-Beteiligungsmodelle.
Weiterhin aktuell sind natürlich alle Förderschienen für die Errichtung von solarthermischen Anlagen oder Fotovoltaik.

Mehr Infos zu denFörderungen.
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